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Marco Schulze vs. Turgay Uzun
Bericht von Frank Bleydorn
Fotos von Detlev Scheerbarth
Der
Veltener Marco
Schulze (auf Foto rechts) bleibt IBF-Intercontinental
Champion und Deutscher Meister im Superweltergewicht. Der 29-Jährige
bezwang am Samstagabend den Koblenzer Turgay
Uzun (auf Foto links) in der T.U.R.M. ErlebnisCity
in Oranienburg nach Punkten (116:112, 115:113 und 114:114). Insgesamt
bot die Boxgala neun Kampfpaarungen. Dabei gab es durchaus die eine oder
andere Überraschung zu vermelden.
1. Kampf: Kim
Poulsen vs. Josef
Holub, Superfedergewicht, angesetzt auf vier Runden
Nach einer Punktniederlage gegen den Franzosen Tony Jourda
im April sollte sich der Däne Kim
Poulsen offenbar in Oranienburg das nötige Selbstvertrauen
für seine zukünftige Laufbahn zurückholen. Gegen den erst
einmal siegreichen Josef
Holub bestimmte der Skandinavier das Geschehen mit seiner
linken Führhand von Beginn an deutlich. Zwar versuchte sein tschechischer
Kontrahent, ab der zweiten Runde aktiver zu werden, doch dem 24-jährigen
Boxprofi aus Teplice fehlten bei seinen überfallartigen Angriffen
die technischen Fertigkeiten, um dem boxerisch gut ausgebildeten Poulsen
gefährlich zu werden. Ab dem dritten Durchgang wurde der Fight zerfahrener.
Der 20-jährige Däne wirkte aber weiterhin effektiver und lag
somit am Ende auf den Punktzetteln vorne.
Offizielles Urteil: Sieger (einstimmig) nach Punkten Kim Poulsen
2. Kampf: Ilian
Aries vs. Adrian
Sosa, Weltergewicht, angesetzt auf sechs Runden
Zunächst abwartend startete Ilian
Aries in das Aufeinandertreffen gegen den Polen Adrian
Sosa,. So kam es, dass der Boxer aus Kattowitz zunächst
etwas aktiver wirkte. Doch sein 21-jähriger Kontrahent hielt sich
nur in den ersten Sekunden mit seinen Angriffsbemühungen zurück.
Denn bis zum Ende des ersten Durchgangs drehte der in Berlin lebende Aries
mit schnellen Schlagkombinationen und harten linken Händen zum Kopf
des Gegners auf. In der zweiten Runde zählte Ringrichter Arno
Pokrandt den hart getroffenen Polen im Stehen an. Nach einem
linken Leberhaken von Ilian Aries brach der Ringrichter den einseitigen
Fight wenig später nach einer Minute und 54 Sekunden ab.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Ilian Aries
3. Kampf: Enrico
Wolf vs. Mirko
Kern, Mittelgewicht, angesetzt auf vier Runden
Der
Hallenser Enrico
Wolf hatte sich sein Profidebüt sicherlich etwas leichter
vorgestellt. Gegen den Berliner Mirko
Kern entwickelte sich von der ersten Sekunde an ein Kampf
auf Messers Schneide. Den technischen Fertigkeiten des Schützlings
von Trainer Uwe Schuster hielt der von Detlev
Kumm betreute Kern seine große Willenskraft entgegen. So
versuchte der Hauptstädter schon in der Anfangsphase, immer wieder
nach vorne zu stürmen, um seine Hände ins Ziel zu bringen. Dem
26-jährigen Wolf fiel es somit schwer, sich mit seiner boxerischen
Linie durchzusetzen. In der vierten Runde kassierte der 29-jährige
Kern jedoch eine Verwarnung durch Ringrichter Manfred Küchler,
nachdem er zuvor vermehrt seinen Kopf unfair eingesetzt hatte. Der Punktabzug
kostete den Berliner schließlich ein mögliches Unentschieden.
Offizielles Urteil: Sieger (einstimmig) nach Punkten Enrico Wolf
4. Kampf: Fawaz
Nasir vs. Vladimir
Fecko, Mittelgewicht, angesetzt auf sechs Runden
Nachdem seit dem Februar eine Niederlage gegen Sebastian Zbik
die ansonsten makellose Kampfbilanz des Dänen Fawaz
Nasir trübt, sollte die Karriere des 27-Jährigen
am Samstag mit einem Sieg wieder in die richtige Richtung gebracht werden.
Gegen Vladimir
Fecko demonstrierte der physisch überlegen wirkende
Nasir schon in der ersten Runde mit harten Links-rechts-Kombinationen
seine Überlegenheit. Nach weiteren Treffern musste der in der Rechtsauslage
kämpfende Gegner noch im ersten Durchgang angezählt werden.
Auch eine Verwarnung gegen den Skandinavier wegen Tiefschlags änderte
in der zweiten Runde nichts am Gesamtbild des Kampfes. Denn mit schnellen
Händen schickte der Däne seinen Gegner wenig später erneut
in den Ringstaub. Zwar gab Ringrichter Holger Wiemann den Kampf noch einmal
frei, doch als Nasir erneut vehement nachsetzte, brach er den Fight zu
Gunsten des überlegenen Kämpfers nach zwei Minuten und 17 Sekunden
ab.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Fawaz Nasir
5. Kampf: Svetlana
Kuhl vs. Malina
Perplies, Superweltergewicht, angesetzt auf vier Runden
Einen gelungenen Einstand im Profigeschäft verbuchte die Russin Svetlana
Kuhl (auf Foto links) für sich. Die 24-Jährige,
die vom neuen SES-Co-Trainer Dirk Dzemski betreut wurde,
bestimmte das Geschehen im Ring gegen die Berlinerin Malina
Perplies von Beginn an deutlich. Mit der linken Führhand
bereitete die Profidebütantin ihre Aktionen ordentlich vor, um dann
mit der rechten Schlaghand zum Ziel zu kommen. Die tapfer kämpfende
Perplies zeigte trotz der vielen Treffer Nehmerqualitäten. Im Schlussdurchgang
versuchte sie sogar selbst, ein wenig mehr Akzente zu setzen. Doch der
klare Punktsieg ihrer Kontrahentin geriet dabei nicht in Gefahr.
Offizielles Urteil: Siegerin (einstimmig) nach Punkten Svetlana Kuhl
6. Kampf: Christian
Pawlak vs. Bernard
Donfack, Supermittelgewicht, angesetzt auf sechs Runden
Seinen
ersten Kampf unter der Regie des früheren WBO-Cruisergewichts-Weltmeisters
Ralf Rocchigiani bestritt Christian
Pawlak
(auf Foto links). Doch der Wechsel von Trainer Suat Korkmatz
nach Duisburg zahlte sich für den 27-Jährigen beim
ersten gemeinsamen Auftritt noch nicht aus. Denn ausgerechnet der kurzfristig
als Gegner eingesprungene Bernard
Donfack
(auf Foto rechts) sorgte mit einem 2:1-Punktsieg für die
erste Niederlage des zuvor ungeschlagenen Pawlak. Zuvor verlief der Fight
weitgehend ausgeglichen. Der in Berlin lebende Donfack wechselte häufig
die Auslage und verunsicherte seinen Gegner damit offenbar. Bei seinen
Angriffen kam der gebürtige Kameruner mehrfach mit seinen linken
und rechten Händen zu harten Treffern. Pawlak verbuchte in der dritten
und letzten Runde klare Vorteile für sich. Am Ende hatte er zwar
die bessere Kondition, doch zum Sieg reichte es für ihn nicht.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Bernard Donfack
7. Kampf: Serdar
Sahin vs. Marco
Heinichen, Cruisergewicht, angesetzt auf sechs Runden
Im
Kampf gegen Marco
Heinichen sorgte Serdar
Sahin (Foto) schnell für klare Verhältnisse.
Der 25-Jährige erkämpfte sich von der ersten Runde an gegen
seinen Kontrahenten aus Berlin ein Übergewicht. Im zweiten Durchgang
nutzte er eine Deckungslücke des Gegners und schickte den 33-jährigen
mit einer Rechten zum Kopf zu Boden. Der in der Folge mit blutiger Nase
agierende Heinichen wollte sich jedoch nicht so einfach geschlagen geben.
Ab der dritten Runde wurde der Rechtsausleger mit seiner Führhand
aktiver und brachte im Infight einige linke und rechte Haken ins Ziel.
Insgesamt demonstrierte der in Berlin geborene Sahin jedoch weiter mit
der linken Führhand seine Überlegenheit. Obwohl das Tempo des
Aufeinandertreffens in der Schlussphase ein wenig nachließ, boxte
der Schützling von Trainer Torsten Schmitz einem klaren Punktsieg
entgegen und lag am Ende mit 59:54, 60:53 und 60:53 aus Sicht der Punktrichter
vorne.
Offizielles Urteil: Sieger (einstimmig) nach Punkten Serdar Sahin
8. Kampf: Daniel
Käfer vs. Pietro
d'Alessio, Superweltergewicht, angesetzt auf acht Runden
Daniel
Käfer (auf Foto rechts) und Pietro
d'Alessio (auf Foto links) hatten sich schon einmal
im Juli 2005 im Ring gegenübergestanden. Damals trennten sich beide
Kontrahenten in Köln mit einem Unentschieden. Diesen Makel wollte
Rechtsausleger Käfer in Oranienburg eigentlich ausmerzen. Entsprechend
motiviert ging er in den Fight und brachte seinen Konkurrenten aus Solingen
bereits in der ersten Runde mit einem linken Haken zum Kopf in Bedrängnis.
Der 30-jährige d'Alessio wirkte angeschlagen, doch sein Konkurrent
aus Halle an der Saale schien nicht in der Lage zu sein, den Fight in
dieser frühen Phase vorzeitig für sich zu entscheiden. So kam
es, wie es kommen musste – Käfer zollte dem hohen Tempo im
Laufe des Ringgefechtes immer mehr Tribut, während sein Gegner immer
besser in den Kampf fand. Bis zum Beginn der Schlussrunde war der Ausgang
offen. Doch dann kam d'Alessio gegen seinen müde werdenden Konkurrenten
mit einem harten rechten Schwinger zum Kopf durch, mit dem er den Fight
nach einer Minute des letzten Durchgangs für sich entschied.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der achten Runde Pietro d'Alessio
9. Kampf: Marco
Schulze vs. Turgay
Uzun, IBF-Intercontinental und Deutsche Meisterschaft im Superweltergewicht,
angesetzt auf zwölf Runden
Einen
zwar nicht immer hochklassigen, dafür aber spannenden Fight bekam
das Publikum in Oranienburg am Ende der Boxgala geboten. Dabei traf der
im nur wenige Kilometer entfernten Velten lebende Marco
Schulze (auf Foto rechts) auf den 32-jährigen
Koblenzer Turgay
Uzun (auf Foto links). Von Beginn an versuchte der
von Dieter Donath trainierte Lokalmatador dabei Druck auf den Gegner auszuüben
und marschierte nach vorne. Dabei drängte der IBF-Intercontinental
Champion und Deutsche Meister den von Detlef Loritz betreuten
Kontrahenten häufig an die Seile und in die Ringecken zurück,
um dort zu Treffern zu kommen. Uzun verstand es jedoch, sich immer wieder
aus diesen Situationen zu befreien. Auf schnellen Beinen hielt er aus
der Rückwärtsbewegung heraus mehrfach mit schnellen Händen
dagegen und verbuchte gute Aktionen für sich. In der siebten Runde
wurde es für den Herausforderer im Infight nach rechten Aufwärtshaken
des Gegners noch einmal gefährlich. In der Folge ließen die
Kräfte des 29-jährigen Titelverteidigers zwar offensichtlich
nach, doch Uzun fehlte es an Effektivität und Schlaghärte, um
das Blatt in der Schlussphase zu wenden. So lag Marco Schulze nach zwölf
Runden mit 116:112, 115:113 und 114:114 insgesamt knapp nach Punkten vorne.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Marco Schulze
Dienstag,
15. Mai 2007
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