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Zab Judah entthront Cory Spinks

von Peter Selzer



Das Glück war Cory Spinks (BP-Nr. 1) in seiner Heimatstadt St. Louis nicht hold. Der Träger der Gürtel der drei großen Boxweltverbände WBA, WBC und IBF wurde vor den Augen seiner Landsleute von seinem Herausforderer Zab Judah (BP-Nr. 3, Foto oben) in Runde neun vorzeitig gestoppt.

Als der Sohn des früheren Weltmeisters aller Klassen Leon Spinks unter Begleitung des US-Gesangsstars Nelly in den Ring stieg, war er noch zuversichtlich, seinen aus Brooklyn stammenden Gegner erneut zu besiegen. Doch zum Bedauern der 20.000 anwesenden Fans wiederholte sich die Erfolgsstory des 10.04.2004 nicht. Im Gegensatz zu seinen jüngsten Auftritten überzeugte Judah nicht nur mein seinem immens großen Selbstvertrauen, sondern auch mit der gezeigten Leistung im Ring. Unmittelbar nach dem ersten Gongschlag stürmte der 32-Jährige aggressiv nach vorne, während sich der Weltmeister bemühte, den Kampf aus der Distanz zu bestimmen. Allerdings fruchtete das Bemühen des Herausforderers mehr als die Leistung des Titelträgers, denn Judah erkämpfte sich mit fast jeder Runde einen Vorteil auf den Punktzetteln der drei Punktrichter. Am Ende der siebten Runde musste Spinks sogar zu Boden, was von Ringrichter Joseph Pasquale jedoch zur allgemeinen Verwunderung nicht als Niederschlag gewertet wurde. Judah setzte seinen Druck in den beiden folgenden Runden weiterhin fort und schickte den Weltmeister in der neunten Runde erneut zu Boden. Spinks kam zwar wieder auf die Füße, war jedoch nicht mehr in der Lage, dem folgenden Schlaghagel etwas entgegenzusetzen, so dass der Ringrichter den Kampf kurz vor dem Schlussgong beendete.

In der anschließenden Pressekonferenz stellte der neue unumstrittene Weltmeister mal wieder seine "Bescheidenheit" unter Beweis, als er meinte, Cory Spinks größter Fehler des Kampfes sei die Unterzeichnung des Vertrages gewesen. Der enge Freund von Mike Tyson erklärte sich jedoch sofort zu einem dritten Gefecht bereit, aber nicht in New York, denn man könne ja sehen, was passiert, wenn Weltmeister in ihrer Heimatstadt boxen würden.


Sonntag, 06, Februar 2005


 
     

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