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Kriege und Siege - Ergebnisse vom Wochenende
von Steffen Kuhnt


Die Erwartungen waren sehr hoch - doch Mickey Ward und Arturo Gatti übertrafen sie einmal mehr. In dem lang ersehnten Aufeinandertreffen zweier wahrer "Krieger" und Fan-Favoriten erlebten mehr als 6.000 begeisterte Zuschauer in der Mohegan Sun Arena eine mit unglaublicher Verbissenheit geführte Ringschlacht, die "Irish" Mickey Ward am Ende durch zwei Punktabzüge gegen Gatti knapp für sich entscheiden konnte.

Bereits in der ersten Runde verursachte ein schwerer linker Haken von Gatti eine Cutverletzung bei Ward. In den ersten beiden Runden benutzte Gatti wie angekündigt seine boxerischen Fähigkeiten - wie jedoch schon so häufig wurde das Match spätestens ab Runde drei mehr und mehr zu einem offenen Schlagabtausch. Augenzeugen waren begeistert genug, um Superlative wie "Fight des Jahrzehnts" zu äußern. Beide Fighter gingen durch die Hölle und hatten ihre Momente dabei, jedoch schien es, als ob Gatti, der in Runde vier wegen eines Tiefschlages einen Punkt abgezogen bekam, knapp die Nase vorn haben sollte.

In Runde neun jedoch konnte Mickey Ward endlich seinen Paradeschlag, den linken Körperhaken, voll ins Ziel bringen und Gatti damit zu Boden schicken. In seiner unverwechselbaren, fast schon legendären Manier gelang es diesem jedoch, Ward seinerseits in der gleichen Runde in Bedrängnis zu bringen, nur um kurz darauf wieder von seinem Gegner in Schwierigkeiten gebracht zu werden. Die letzte Runde ging schließlich wieder an Gatti, der den ausgepowerten Ward von sich fernhalten konnte. Durch die beiden Abzüge aufgrund der Verwarnung und des Niederschlages hatten am Ende der epischen Ringschlacht zwei der drei Punktrichter Mickey Ward knapp vorn (94-94, 94-93 und 95-93).

Am selben Abend verteidigte der unumstrittene Weltmeister in der gleichen Gewichtsklasse wie Gatti und Ward seine Titel erfolgreich. Nicht wenige hatten auch dem Match zwischen Kostya Tszyu und Ben Tackie zugetraut, eine intensive Affäre zu werden. Diese Erwartungen wurden enttäsucht, da der Klassenunterschied der beiden Kontrahenten zu groß war. Während der gesamten 12-Runden-Distanz erwies sich der australische Champion als zu erfahren und versiert für seinen Gegner aus Ghana, der den boxerischen Fähigkeiten seines Gegners letztlich nichts Entscheidendes entgegenzusetzen vermochte. Tackie war zwar durchgehend der Aggressor, mußte jedoch fast alle Konter von Tszyu kassieren. Der Weltmeister demonstrierte einen effektiven Jab und war nie in ernsthafter Gefahr. Dank seiner bekannten Nehmerqualitäten konnte Tackie eine vorzeitige Niederlage vermeiden, verlor jedoch am Ende auf den Punktzetteln nur allzu deutlich (zweimal 120-108 sowie 199-109).

Absolut unspektakulär verlief das Comeback eines Stars. Hatte Prince Naseem Hamed vor dem Match noch angekündigt, seinen Gegner, den Spanier Manuel Calvo, in nur zwei Minuten ausgeknockt zu haben, benötigte er in Wirklichkeit alle 12 Runden, um am Ende zwar deutlich (zweimal 119-109 und 120-110), aber letztendlich nicht wirklich überzeugend nach Punkten zu gewinnen. Viele der Londoner Zuschauer buhten den Prinzen sogar aus, was dieser im Interview nach dem Kampf als "ignorant" bezeichnete. Gleichzeitig gab er an, sich während der 2. Runde seine linke Hand verletzt zu haben.

Hameds nächster Kampf soll im Juli in Sheffield stattfinden. Als Gegner sind IBF-Champion Johnny Tapia oder Hameds Landsmann Michael Brodie im Gespräch.

 
     

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