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Thomas Ulrich
vs.
Matthew Barney
- Der Bericht


vom Frank Bleydorn



Der Berliner Thomas Ulrich (BP-Nr. 12, Foto oben) bleibt Europameister im Halbschwergewicht. Der 29-Jährige bezwang am Samstagabend den Briten Matthew Barney in der Erdgas Arena in Riesa vor 2.500 Zuschauern umstritten nach Punkten.

Der mit einer hängenden Linken agierende Herausforderer startete hervorragend in das Aufeinandertreffen. Der Athlet aus Southampton fand mit seinem ansatzlos von unten geschlagenen linken Jab immer wieder Lücken in der Deckung des Europameisters. Dieser versuchte zwar, seinen Gegner von der Ringmitte aus unter Druck zu setzen, stellte seinen Widersacher allerdings nur selten.

Ab der vierten Runde agierte der Titelverteidiger etwas effektiver. Er attackierte den sehr beweglichen Gegner mit linken und rechten Haken zum Körper. Darüber hinaus setzte Ulrich jetzt häufiger auf den Einsatz seiner Führhand. Doch bereits ab dem fünften Durchgang änderte sich das Geschehen wieder. Barney kam aus der Rückwärtsbewegung heraus mit seiner Linken immer wieder zu Treffern, so dass in der Folge das rechte Auge des deutschen Halbschwergewichtlers mehr und mehr zuschwoll.

In der siebten Runde fand Ulrich wieder besser in den Fight. Mit seinen linken Haken und der rechten Geraden agierte er aggressiver. Die Hände des Europameisters fanden nicht sehr oft ihr Ziel. Doch der Deutsche profitierte davon, dass auch Barney jetzt nicht mehr so aktiv wie in der Anfangsphase zu Werke ging und seine Rechte zu wenig nutzte.

In den letzten beiden Durchgängen erarbeitete sich der Titelverteidiger ein klares Übergewicht. Sein Kontrahent ging vor allem in den drei Schlussminuten des Kampfes kein Risiko mehr ein. Barney sah sich offensichtlich als Sieger und riss bereits während der letzten zehn Sekunden des Aufeinandertreffens seine Fäuste siegesgewiss in die Höhe.

Die Punktrichter sahen den Ausgang des Ringgefechtes allerdings anders. Manuel Oliver Palomo wertete mit 116:112, Erkki Meronen mit 115:114 und Franco Ciminale mit 115:114 für Thomas Ulrich. Der siegreiche Halbschwergewichtler aus Berlin könnte damit in absehbarer Zeit die Chance auf einen WM-Fight erhalten.

Die Wertung der Punktrichter stieß beim unterlegenen Barney auf Unmut. "Schauen Sie sich das Gesicht von Thomas Ulrich und dann meines an, daran sieht man doch, wer gewonnen hat", wetterte der 30-Jährige nach der Urteilsverkündung und forderte ein Rematch. "Um Europameister zu werden, hätte er mehr tun müssen", hielt Thomas Ulrich den Worten seines Kontrahenten entgegen. Der Autor dieses Artikels kann sich der Sichtweise der EBU-Offiziellen am Ring nicht anschließen. Er sah Barney nach zwölf Runden mit 115:114 vorne.

Montag, 28. März 2005



 
     

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