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Pressekonferenz:
Ulrich vs. Rocchigiani
aus Stuttgart berichtet Dr.
Constantin Hofmann
Rocky:
"Definitiv letzter Kampf"
In der eher
schwach besuchten Pressekonferenz in der Passage eines großen Stuttgarter
Einkaufszentrums saßen die Protagonisten des kommenden Samstagabends
(live ab 22:00 Uhr im ZDF) noch friedlich in einer Reihe. Graciano
Rocchigiani (Foto), gewohnt cool und lässig, spielte
seine Rolle des unfreundlichen Bad Boy. Viel zu sagen hatte er nicht,
außer dass er gut vorbereitet sei, es ihm nur ums Geld gehe und
dies sein definitiv letzter Kampf sei.
Auf Frage
von BoxingPress, ob er denn überhaupt das Halbschwergewichtslimit
bringen werde und wie er dafür trainiert habe, meinte der Berliner
einsilbig, die Frage sei "Schwachsinn", er würde sonst nicht hier
sitzen. Selbstverständlich werde er am Freitag das Halbschwergewichtslimit
auf der Waage bringen. Auf die Anmerkung von BoxingPress, der 39-Jährige
habe schließlich seinen letzten Kampf auch im Cruisergewicht gemacht,
reagierte Rocchigiani verärgert. "Das ist eine blödsinnige
Frage," so der schlecht gelaunte Berliner.
Auch die
Frage, wie er die Chancen einschätze, noch etwas von den 31 Mio.
US-Dollar vom WBC zu sehen, blieb mit einem bloßen "Das gehört
nicht hierher!" unbeantwortet. Er ließ sich dann noch die Aussage
entlocken, dass sein Bruder Ralf Rocchigiani ein hervorragender
Trainer sei und Ahnung vom Boxen habe. Letzteres hätten sich die
Anwesenden fast denken können.
Wesentlich
gesprächiger und freundlicher war da schon Thomas
Ulrich (Foto, BP-Nr.17). Auf Frage von BoxingPress,
wie er rückblickend den verletzungsbedingten Verlust seines Europameistertitels
sehe, meinte der Box-Beau, dies sei schon sehr ärgerlich gewesen,
aber er freue sich, nun um die Intercontinentale Meisterschaft des WBC
zu boxen. Er sei hervorragend vorbereitet und gehe von einem sicheren
Sieg aus. Der Universum-Pressesprecher entgegnete hierauf noch, die WBC-Intercontinentale
Meisterschaft sei viel mehr wert als der Europameistertitel, weil der
Sieger die Nummer 1 der WBC-Weltrangliste werde und das Recht erhalte,
den Weltmeister (Antonio Tarver, BoxingPress berichtete) zu fordern.
Ob dieser Automatismus so zutrifft, sei dahingestellt. Zur Frage einer
Dame, warum Thomas Ulrich sich die Haare abrasiert habe, sagte dieser,
dies sei "einfach so" während des Trainings über ihn gekommen
und es sei auch viel praktischer so.
Hartnäckige
Nachfragen verschiedener Pressevertreter an Rocky, warum dies sein letzter
Kampf sein solle und was er danach machen werde, wollte dieser nicht befriedigen.
Immer wieder gab es nur die stereotype Antwort, dass dies sein letzter
Kampf sei und dass er über die Zeit danach nichts sagen wolle. Immerhin
war ihm zu entlocken, dass es bei dieser Entscheidung auch bleibe, wenn
er den Kampf verlieren sollte und es insbesondere kein drittes Duell mit
Michalczewski geben werde. Auch ein Buch wolle er nicht schreiben, das
würden schon genügend andere tun. Nachdem es Rocky wohl selbst
dämmerte, dass es der Promotion im Vorfeld eines Kampfes nicht eben
dienlich ist, immer wieder zu sagen, dass er alleine wegen des Geldes
boxe, meinte er dann zum Schluss doch noch, dass es ihm auch um die sportliche
Seite gehe und er sich auf den Kampf am Samstag freue.
Neben dem
Kampf Rocky-Ulrich erwartet die deutschen Boxfans am Samstag noch ein
weiteres spannendes Duell, nämlich das Rematch um die GBU-Weltmeisterschaft
zwischen Daisy Lang und Silke Weickenmeier. Das letzte Aufeinandertreffen
der beiden am 18.01.2003 in Essen endete mit einem für Lang schmeichelhaften
Unentschieden. Auf Frage von BoxingPress, was Lang denn diesmal anders
machen werde, antwortete diese, dass ihre schlechte Leistung beim letzten
Kampf alleine auf ihre Verletzung zurückzuführen gewesen und
diese inzwischen gut ausgeheilt sei. Sie sei daher zuversichtlich für
den Kampf am Samstag. Weickenmeier gab zu Protokoll, sie habe Daisy Lang
intensiv auf Video studiert und gehe so noch besser vorbereitet in die
Auseinandersetzung.
Laut dem
Veranstalter sind für den Kampfabend am 10.05.2003 in der Stuttgarter
Hanns-Martin-Schleyer-Halle bereits rund 5.800 Karten verkauft und man
sei zuversichtlich, auch die restlichen 3.500 noch zu verkaufen. Das Interesse
sei groß, weil es hier alleine um die sportlich völlig offene
Frage gehe, wer der bessere deutsche Halbschwergewichtler sei und etwaige
Titel keine Bedeutung hätten.
Promoter
Klaus-Peter Kohl konnte bei der Pressekonferenz leider nicht anwesend
sein, da er mit Fieber im Bett liegt und bislang nicht nach Stuttgart
kommen konnte. Unter den Zuschauern waren auch Felix Sturm und
Alexander Dimitrenko, die aber keine Fragen bei den Pressevertretern
auslösten.
Eine Fotogalerie
von der Pressekonferenz gibt es auf Boxing.de.... .
Auf der Webseite des Universum-Boxstalls wird es am kommenden Samstag,
noch bevor Rocchigiani und Ulrich in den Ring steigen, einen Vorgeschmack
auf die Atmosphäre in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle geben. Denn schon
zum Beginn der ersten Vorkämpfe ab 19 Uhr wird die Boxing.de Webcam im
10-Sekundentakt einen Schnappschuss der Halle und des Boxrings veröffentlichen.
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