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Der "K.O. des Jahres 2001":


Platz
Name
Prozent
1.
Lewis vs. Rahman I
27,03 %
2.
Lewis vs. Rahman II
25,68 %
3.
Tszyu vs. Judah
12,16 %
3.
Ottke vs. Mundine
12,16 %
5.
Hopkins vs. Trinidad
6,76 %
6.
Mosley vs. Stone
5,41 %
7.
Johnson vs. Ulrich
2,70 %
7.
Mercer vs. Pegues
2,70 %
---
weitere...
5,40 %

von Arne Leyenberg

Die Wahl zum K.o. des Jahres 2001 ist zweifellos ein Kuriosum. Die ersten beiden Plätze belegen die beiden Duelle von Lennox Lewis und Hasim Rahman. Mit knappem Vorsprung setzte sich dabei das erste Aufeinandertreffen durch. Ging im ersten Kampf noch Rahman als Sieger durch einen spektakulären und obendrein noch völlig unerwarteten Knockout hervor, revanchierte sich Lewis im Rückkampf. Zwar stieg dieser als klarer Favorit in den Ring und ein vorzeitiger Sieg wurde erwartet, allerdings war der K.o. in Runde vier nicht minder sehenswert.

Rahmans rechte Gerade in der fünften Runde ist jedoch der K.o. des Jahres. Ein lächelnder Weltmeister lässt die Hände herabbaumeln und muss dafür bitter bezahlen. Ein spektakulärer Knockout-Schlag, sicherlich in seiner Wirkung auf den Betrachter noch verstärkt durch die damit verbundene Überraschung. Denn dem Sieg des Engländers Lewis im Rückkampf fehlte dieses Moment. Der wuchtige rechte Haken in Runde vier, der die kurze Regentschaft Rahmans auf dem Schwergewichtsthron beendete, muss sich somit mit Platz zwei begnügen.

Aufgrund dessen folgen die nächsten sehenswerten K.o.`s des abgelaufenen Jahres auch mit erheblichem Rückstand auf Platz drei. Zum einen gelang es Kostya Tszyu, seinen Gegner Zab Judah bereits in Runde zwei entscheidend zu treffen. Sehenswert allemal, wenn auch nicht ganz unumstritten. Ringrichter Jay Nady hatte darauf verzichtet, Judah wenige Sekunden vor Rundenende anzuzählen und brach den Vereinigungskampf im Superleichtgewicht ab. Die beiden Knockouts der Erstplatzierten, Lewis und Rahman, ließen dagegen keine Fragen mehr offen. Weder bei den Beteiligten noch bei den Betrachtern.

Ebenfalls auf dem dritten Rang landete Sven Ottke. Obwohl nicht gerade für seine Schlagkraft bekannt, hatte er seine starken Gegner Anthony Mundine derart getroffen, dass dieser minutenlang am Ringboden liegen blieb und hernach ins Krankenhaus gebracht werden musste. Eine präzise Rechte zur Schläfe Mundines, sicherte dem deutschen IBF-Champion Ottke den dritten Rang.


Das "Comeback des Jahres 2001":


Platz
Name
Prozent
1.
Chris Byrd
31,77 %
1.
Oscar de la Hoya
30,57 %
3.
Oliver McCall
16,88 %
4.
Eric Lucas
6,49 %
5.
Manuel Medina
5,19 %
5.
Hasim Rahman
5,19 %
---
weitere...
3,90 %

von Arne Leyenberg

Der Rückkehrer des Jahres wurde mit knappem Vorsprung Chris Byrd. Der ehemalige WBO-Weltmeister im Schwergewicht und Bezwinger von Vitali Klitschko sicherte sich mit einer taktisch und boxerisch hervorragenden Vorstellung gegen den einstigen WM-Herausforderer David Tua eine erneute Titelchance. Als krasser Außenseiter stieg er gegen den ehemals hoch gehandelten Tua in den Ring und stieg nach einem verdienten Punktsieg als die Nummer eins der IBF-Weltrangliste wieder heraus. Nach der deutlichen Niederlage gegen Wladimir Klitschko im Oktober 2000 schien Byrd aus dem Kreis der WM-Herausforderer für längere Zeit zu verschwinden. Nun ist er wieder da - mit dem Comeback des Jahres. In der Wertung zum "K.o. des Jahres" aufzutauchen wird Byrd wohl wesentlich schwerer fallen.

Knapp hinter Byrd rangiert Oscar De La Hoya auf Platz zwei. Zu Jahresbeginn schlug der US-Amerikaner den kanadischen Brawler und Fan-Liebling Arturo "Thunder" Gatti überzeugend durch TKO. Der "Golden Boy" sicherte sich danach mit einem Punktsieg über Weltmeister Javier Castillejo den WBC-Titel im Halbmittelgewicht und seine Vorstellung ließ hoffen auf mehr. Hoffen auf erneute Kämpfe gegen Felix Trinidad oder Shane Mosley.

Oliver McCall heißt die Nummer drei der Rückkehrer des Jahres - wobei McCall mit Sicherheit den größten Sprung schaffte. Nämlich von ganz unten wieder in den Dunstkreis der ernstzunehmenden Schwergewichtler. Dies gelang dem ehemaligen Weltmeister des World Boxing Council und Bezwinger von Lennox Lewis mit einem vorzeitigen Sieg über Henry Akinwande. Der Kampf zeigte, dass McCall nichts von seiner Schlagkraft und seinem Kämpferherz eingebüßt hat. Ob es allerdings für mehr reichen wird, bleib doch sehr fraglich.


Die "Überraschung des Jahres 2001":


Platz
Name
Prozent
1.
Rahman TKO 5 Lewis
53,33 %
2.
Hopkins TKO 12 Trinidad
17,33 %
3.
Chingangu TKO 2 Hide
8,00 %
4.
Barrera PS 12 Hamed
6,67 %
5.
Byrd PS 12 Tua
5,33 %
---
weitere...
9,33 %

von Arne Leyenberg

Die Wahl zur Überraschung des Jahres fiel deutlich aus. Und ohne Überraschung. Deutlich für Hasim Rahman, der im April 2001 mit einem K.o.-Sieg gegen Lennox Lewis die Welt schockte. Obwohl er es vorausgesagt hatte und viele Indikatoren im Vorfeld des Kampfes für eine mögliche Überraschung sprachen, hatte es doch keiner so recht glauben wollen. Vor allen Dingen Lennox Lewis nicht. Bis er in Runde fünf von einer gewaltigen Rechten Rahmans zu Boden geschickt wurde und ihn Ringrichter Daniel van de Wiele ausgezählt hatte. Die Überraschung war perfekt.

Auch Bernard Hopkins wollt niemand so recht Glauben schenken. Der "Executioner" wurde nie müde zu betonen, dass er der beste Mittelgewichtler der Welt sei und auch der als unschlagbar geltende Felix Trinidad ihn nicht bezwingen könne. Seine anschließende Vorstellung ließ daran keinerlei Zweifel. Auf dem Weg zu einem deutlichen Punktsieg gelang es Hopkins, Trinidad in der Schlussrunde noch vorzeitig zu bezwingen. Überraschung gelungen: Bernard Hopkins.

Den dritten Platz belegt schließlich ein Kampf mit deutlich geringerer Signifikanz. Zwar beendete dieser Fight wohl die Karriere des Herbie Hide. Doch hätte er gewonnen, wäre ihm sicherlich nicht einmal ein Rang in der Kategorie "Comeback des Jahres" sicher gewesen. In seinem zweiten Ringauftritt nach der Niederlage gegen Vitali Klitschko schien der ehemalige Weltmeister der WBO im Schwergewicht aus Norwich in England, auf dem besten Wege zurück an die Spitze. Mit mehr Gewicht und neuem Mut wollte er seiner Karriere noch einmal eine Wendung verleihen. Doch das Kinn war das alte. Das Ende gegen Joseph Chingangu kam in Runde zwei.

Überraschend ist sicherlich auch, dass der Erfolg Chingangus gegen Hide das spektakuläre Federgewichts-Duell Naseem Hamed's gegen Marco Antonio Barrera auf den vierten Rang verwies. In einem ganz und gar einseitigen Kampf hatte der sonstige Draufgänger Barrera den ungeschlagenen Hamed ausgeboxt und deutlich nach Punkten gewonnen. Nicht minder überraschend wie der Kampfausgang waren der Kampfverlauf und das Auftreten des Marco Antonio Barrera. Taktisch diszipliniert und mit einer hervorragenden boxerischen Einstellung hatte sich Barrera präsentiert. Er hatte den offenen Schlagabtausch vermieden und sich aufs Kontern beschränkt. Normalerweise eine Todsünde für einen Boxer mexikanischen Blutes. Doch nicht in diesem Falle. Barrera ist nun ganz oben und Hamed, der sich einst selbst als den größten Federgewichtler aller Zeiten bezeichnete, wird seinen Worten nun Taten folgen lassen müssen. Denn wahre Größe offenbart sich immer erst im Falle eines Rückschlages.


Und hier geht es weiter zu den "Wunschkämpfen" für das Jahr 2002...

 
     

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