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Die internationalen "Kämpfe des Jahres 2001":


Platz
Name
Prozent
1.
Barrera vs. Hamed
30,27 %
2.
Trinidad vs. Hopkins
29,37 %
3.
Ayala vs. Adams
9,87 %
4.
De la Hoya vs. Gatti
8,74 %
5.
Tszyu vs. Urkal
8,30 %
6.
Echols vs. Brewer
3,14 %
7.
Gonzalez vs. Letterlough
2,91 %
7.
Mayweather vs. Chavez
2,91 %
9.
Ward vs. Burton
2,02 %
10.
Trinidad vs. Joppy
1,35 %
---
weitere...
1,11 %


von Karsten Knöchlein

Das Boxjahr 2001 bescherte uns einige großartige Boxkämpfe zwischen Boxern von Weltklasse-Format. Die Wahl zum besten "internationalen Kampf des Jahres" fiel deshalb sicherlich besonders schwer. Am Ende vereinten die zwei Megafights zwischen Marco Antonio Barrera und "Prince" Naseem Hamed sowie Bernard Hopkins und Felix Trinidad über 60 % der Stimmen unserer Leser auf sich.

10. Trinidad vs. Joppy: Viele Experten hatten bereits in diesem Kampf mit der ersten Niederlage von Felix Trinidad gerechnet, aber der puertoricanische Superstar konnte sich am Ende gegen den aktuellen und dreifachen WBA-Mittelgewichts-Champion überzeugend durchsetzen und bezwang ihn in der 5. Runde vorzeitig. Ingesamt dreimal musste William Joppy im Kampfverlauf zu Boden. Eine Weltklasse-Vorstellung von "Tito" im Mai des vergangenen Jahres.

9. Ward vs. Burton: Das Duell zwischen "Irish" Mickey Ward (Foto) und Emanuel Burton hielt genau das, was die Experten erwartet hatten und noch weitaus mehr. In einem sensationellen Kampf über 10 Runden im Juli 2001 schenkten sich die beiden typischen "Brawler" vom ersten Gongschlag an absolut nichts und hörten nicht auf, härteste Schläge auszuteilen, bis die gesamte Distanz vorüber war. Der 35-jährige Ward feuerte die schier unglaubliche Anzahl von 1182 Schlägen ab, während Burton seinerseits 101 Treffer mehr landen konnte. Allerdings landete Ward die härteren Schläge in diesem brutalen Duell zweier Boxer mit durchwachsenem Rekord, aber absolut vorbildlicher Kampf-Moral.

7. Mayweather vs. Chavez: Dieser WM-Kampf des "Pretty Boy" gegen den mexikanischen Eisenschädel Jesus Chavez begann zunächst verhalten. Doch ab der sechsten Runde legte Floyd Mayweather jedes taktische Konzept beiseite und lieferte sich mit seinem Gegner einen offenen Schlagabtausch, bei dem der US-Boy mit seinen präzisen und schnellen Schlägen fast immer das bessere Ende für sich hatte. Chavez blieb nach der neunten Runde auf seinem Stuhl sitzen und gab deutlich geschlagen auf.

7. Gonzalez vs. Letterlough: Ein unglaublich spannender und spektakulärer Kampf zweier Halbschwergewichtler. Beide Boxer lieferten sich einen offenen Schlagabtausch und mussten mehrfach zu Boden. Am Ende gewann Julio Cesar Gonzalez gegen Julian Letterlough nach Punkten und verdiente sich mit diesem Erfolg eine WM-Chance gegen Roy Jones Jr., die er jedoch klar verlor.

6. Echols vs. Brewer: Schon in der ersten Runde war klar, dass dieser Kampf nicht über die volle Distanz gehen würde. Beide Boxer suchten den schnellen Knockout und bereits in der zweiten Runde musste Antwun Echols nach nur 53 Sekunden das erste Mal zu Boden. Eine harte Rechte von Charles Brewer war wie ein Blitz an Echols Kinn eingeschlagen. Doch dieser konnte sich wieder berappeln und boxte weiter. Brewer suchte nun den endgültigen KO und attackierte seinen nahezu wehrlosen Gegner. Nur 38 Sekunden später musste Echols erneut zu Boden. Erneut gelang es ihm wieder aufzustehen und der Ringrichter gab den Kampf ein weiteres Mal frei. Wie schon zuvor bombardierte Brewer ihn weiter mit Schlägen und eine Sekunde vor Ende der zweiten Runde, musste Antwun Echols das dritte Mal zu Boden. Ringrichter Michael Ortega gab den Kampf noch mal frei und Echols bekam seine hartumkämpfte Pause. Als der Gong zur 3. Runde erklang, stürmte Brewer nach vorne und wollte Echos mit wilden Schwingern endgültig kampfunfähig machen. Aber statt seinen Gegner auszuknocken, fing sich Brewer einen Konter ein und wurde daraufhin von Ortega im Stehen angezählt. Als der Kampf wieder freigeben wurde, lieferten sich beide ein wildes Gefecht und nachdem Echols ein paar weitere Volltreffer landete, brach Ortega den Kampf ab und die Sensation war perfekt. Echols, der insgesamt dreimal zu Boden gegangen war, konnte den Kampf noch umdrehen und in der 3. Runde vorzeitig gewinnen.

Auf dem 5. Platz der BP-Umfrage rangiert der WM-Kampf zwischen Kostya Tszyu und Oktay Urkal. Urkal schrammte knapp an einer Sensation vorbei und musste sich gegen den amtierenden Weltmeister nur knapp nach Punkten geschlagen geben. Der sympathische Deutsch-Türke ging als absoluter Underdog und Außenseiter in den Ring und absolvierte wohl den Kampf seines Lebens. Nach der Kampfeshälfte zog sich Urkal einen Kieferbruch zu, der ihn in der Folgezeit einschränkte. Trainer Fritz Sdunek wollte schon das Handtuch werfen - andere Boxer hätten vielleicht aufgegeben - aber Urkal wollte diesen Kampf unbedingt zu Ende bringen und verlangte Kostya Tszyu dabei alles ab. Man darf gespannt sein, ob der P4P-Mann und australische Superstar Tszyu dem Berliner irgendwann einen Rückkampf anbieten wird.

Natürlich darf in einer "Fight-of-the-year"-Top10 auch Arturo "Thunder" Gatti nicht fehlen, der im Jahr 2001 wieder einen wirklich attraktiven Kampf gegen Oscar De La Hoya absolvierte, auch wenn er am Ende dem "Golden Boy" unterlag. Am Anfang sah es noch so aus, als ob Gatti dagegen halten könne, aber schnell wurde klar, dass der Kanadier dem mehrfachen Weltmeister boxerisch nicht gewachsen war. Doch Gatti *kämpfte* wie immer bis zum Umfallen oder bis zur letzten Sekunde. In der fünften Runde wurde der Fight dann wegen Überlegenheit abgebrochen. Wer Arturo Gatti noch immer nicht kennt, sollte sich unbedingt seine Kämpfe gegen Rafael Ruelas, Wilson Rodriguez, Ivan Robinson 1&2, Jose Sanabria, Angel Manfredy, Joey Gamache (einer der besten KO´s aller Zeiten) und eben seinen letzten Kampf gegen Oscar De La Hoya besorgen, denn dies sind Kämpfe, die die Wörter "Schlagabtausch" und "Brawl" neu definieren. Platz 4 bei dieser Umfrage für Gatti vs. De La Hoya.

Mit deutlichem Abstand hinter den beiden bestplatzierten Kämpfen, wurde der spektakuläre und erstklassige Boxkampf zwischen Paulie Ayala und Clarence Adams von den BoxingPress-Lesern auf den dritten Platz gewählt. In den ersten Runden sah es so aus, als ob der agilere Ayala vorzeitig gewinnen würde, aber Adams konnte den Spieß noch umdrehen und es entstand ein spannender Schlagabtausch. Ayala gewann am Ende umstritten nach Punkten. Mit Sicherheit war das einer der besten Kämpfe des letzten Jahres und der persönliche Favorit dieses Autors. Wenn der Rückkampf am 23. Februar nur halb so gut wird, dann dürfen sich die Boxfans schon jetzt darauf freuen und wir finden diese Paarung sicherlich auch in der Auswertung der Umfragen für das Jahr 2002 wieder.

Nur hauchdünn hinter dem Kampf des Jahres, wurde auf Platz 2 mit 29,37 % das Finale des Mittelgewichts-Turniers zwischen Bernard Hopkins und Felix Trinidad gewählt. Vor dem Match im September sagte Hopkins, dass er solange auf "Tito" einprügeln werde, bis die Ecke das Handtuch schmeißen wird. Der "Executioner" sollte Recht behalten: In der zwölften und letzten Runde warf die Ecke tatsächlich das Handtuch und der nominelle Außenseiter konnte das Mittelgewichtsturnier-Finale für sich entscheiden. Wer hätte im Vorfeld damit gerechnet, dass Hopkins so klar und deutlich gegen Trinidad gewinnen würde? Eine Weltklasse-Leistung des bereits 37-jährigen US-Amerikaners, der sich mit diesem Sieg in die Top5 vieler P4P-Ranglisten beförderte.

• Den besten Kampf des Jahres 2001 lieferten sich Ansicht der BP-User die beiden Federgewichtler Marco Antonio Barrera und "Prince" Naseem Hamed. 30,27 % aller Stimmen der Wähler gingen an diesen hochdramatischen Kampf. Barrera, der klare Underdog, dominierte den bis dato ungeschlagenen Hamed deutlich und fügte dem exzentrischen Prinzen die erste Niederlage zu. Barrera diktierte den Kampf mit seiner Führhand und Hamed fand überhaupt kein Gegenmittel dagegen. Es gab zwar keinen Niederschlag oder Knockout zu bewundern, aber trotzdem war der Kampf von der ersten bis zur letzen Runde hochspannend und ein Highlight des vergangenen Jahres. Barrera wird im Jahr 2002 womöglich gleich zwei attraktive Rückkämpfe bestreiten. Zunächst will der Mexikaner seine sehr umstrittene Punkt-Niederlage gegen seinen Landsmann Erik Morales ausmerzen. Danach könnte am Jahresende ein erneuter Showdown mit Hamed auf dem Programm stehen. Die Chancen stehen also gut, dass Barrera auch bei der nächsten Umfrage nach dem "Kampf des Jahres" wieder vertreten sein wird...


Die nationalen "Kämpfe des Jahres 2001":


Platz
Name
Prozent
1.
Urkal vs. Tszyu
28,42 %
2.
Ottke vs. Mundine
27,33 %
3.
Michalczewski vs. Hall
14,32 %
4.
Klitschko vs. Jefferson
10,20 %
5.
Häußler vs. Shkalikov
6,29 %
6.
Michalczewski vs. Lakatus
4,99 %
7.
Ottke vs. Ennebati
2,60 %
8.
Ulrich vs. Johnson
2,17 %
8.
Klitschko vs. Puritty
2,17 %
10.
May vs. Arslan
1,08 %
11.
Ulrich vs. Hernandez
0,43 %

von Dr. Constantin Hofmann

Die Auswertung der Umfrage zum besten "nationalen Kampf des Jahres 2001" ergab ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem WBA/WBC-Titelkampf zwischen Oktay Urkal und Kostya Tszyu einerseits und dem IBF-Weltmeisterschaftskampf zwischen Sven Ottke und Anthony Mundine andererseits, wobei der erstgenannte Fight am Schluss in der Bewertung unserer Leser mit nur gut einem Prozentpunkt knapp vorne lag.

Auf dem 10. Platz finden wir den Kampf zwischen Rüdiger May und Firat Arslan, mit dem May durch einen Punktsieg Deutscher Meister im Cruisergewicht wurde. Das hart umkämpfte Duell in Köln riss die Zuschauer von den Stühlen und machte Hoffnung darauf, dass sich May auch auf europäischer Ebene bewähren könnte. Es kam anders...

Der Kampf von Vitali Klitschko gegen Ross Puritty (Platz 9) war interessant durch das frühere Duell von Kiew zwischen seinem jüngeren Bruder Wladimir und eben dem Amerikaner, brachte doch der bessere Journeyman Puritty dem Bruder damals die bislang einzige Niederlage (Aufgabe in Runde 11 durch Trainer Sdunek) bei. "Die Rache des Bruders" im letzten Jahr konnte dann aber den hohen Erwartungen nicht gerecht werden, da Puritty letztlich nicht die Mittel zum Sieg hatte und von Klitschko in der 11. Runde durch TKO besiegt wurde.

Die Wahl des Kampfes zwischen dem Berliner Thomas Ulrich und dem US-Amerikaner Glencoffe Johnson (Platz 8) ist wohl seinem überraschenden und spektakulären Ausgang zuzuschreiben. Ulrich wurde auf seinem Weg zu großen Kämpfen – im Gespräch war ein Kampf gegen Dariusz Michalczewski – recht unsanft durch einen schweren KO gestoppt und dürfte jetzt eindrucksvoll erlebt haben, dass zu einem guten Boxer nicht nur eine starke Offensive, sondern auch eine gute Deckung gehört. Wenn Ulrich die nötigen Konsequenzen aus dieser Niederlage zieht, wird mit dem sympathischen und gutaussehenden Berliner in der Zukunft sicherlich wieder zu rechnen sein.

Der Kampf zwischen Sven Ottke und Ali Ennebati (Platz 7 unserer Umfrage) konnte unsere Leser wohl durch den spektakulären TKO-Sieg von Ottke überzeugen. Vorzeitige Erfolge war man, jedenfalls zum damaligen Zeitpunkt, noch nicht vom deutschen Supermittelgewichts-Weltmeister gewohnt. Gegen Ennebati boxte Ottke für seine Verhältnisse ungewohnt offensiv, was dem Kampfgeschehen sehr zuträglich war.

Auf den Plätzen 5 und 6 folgen zwei Kämpfe, die nach Einschätzung der Boxingpress-Redaktion vor dem viertplatzierten Klitschko-Kampf anzusiedeln gewesen wären. Die couragierte Leistung von Danilo Häußler gegen den Russen Andrei Shkalikov, mit der der Deutsche Europameister im Supermittelgewicht wurde, haben wir bereits in unserer Darstellung der nationalen Aufsteiger 2001 gewürdigt. Daher sei an dieser Stelle nur noch gesagt, dass die disziplinierte Einhaltung der von Trainer Manfred Wolke vorgegebenen Taktik Häußler zu einem knappen, nach Meinung vieler glücklichen, aber trotzdem nicht unverdienten Punktsieg führte.
Von hoher Dramatik war auch der von unseren Lesern auf Platz 6 gewählte Kampf von Dariusz Michalczewski gegen den aus Rumänien stammenden Spanier Alejandro Lakatus. Vermutlich zitterten einige Leser ebenso wie wir um den deutschen Weltmeister, bis dieser nach einigen abgegebenen Runden doch noch den KO-Erfolg landen konnte. Die hervorragende Kondition, sein unbezwingbarer Siegeswille und ein harter Punch verhalfen dem WBO-Weltmeister aus Hamburg letztlich zum vorzeitigen Sieg. Bis es soweit war, schwitzte vor allem Promoter Klaus-Peter Kohl, denn Lakatus entpuppte sich als viel gefährlicherer Gegner als angenommen, dem es gelang, den Deutschen mehr als einmal schlecht aussehen zu lassen.

Auf Platz 4 der Umfrage findet sich der nicht einmal zwei Runden dauernde Kampf zwischen WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko und seinem US-amerikanischen Herausforderer Derrick Jefferson in München. Die hohe Einstufung dieses Kampfes vermag die Boxingpress-Redaktion nicht ganz nachzuvollziehen. Möglicherweise hat unsere Leser der spektakuläre Niederschlag in Runde zwei dazu bewogen. Womöglich war auch die qualitativ gute Wahl des Herausforderers ein Grund der Wahl - zum damaligen Zeitpunkt stellte Jefferson sicherlich den nach Chris Byrd und Axel Schulz besten Gegner von Wladimir Klitschko dar. Man hoffte, die Zeit der Aufbaugegner sei vorbei, bevor man dann mit Charles Shufford eines besseren belehrt wurde. Negativ fällt der Redaktion auf, dass Wladimir Klitschko mit nur zwei Kämpfen im vergangenen Jahr recht wenig aktiv war, was nur zum Teil auf Verletzungspech zurückzuführen ist.

Der sehr spannende Kampf zwischen Dariusz Michalczewski und Richard Hall kam in der Gunst unserer Leser mit deutlichem Abstand auf den dritten Platz. Vermutlich ärgern sich manche Leser noch heute über den Abbruch des Kampfes durch den Ringrichter in der elften Runde, zu einem Zeitpunkt, als der jamaikanische Herausforderer den deutschen WBO-Weltmeister gerade mächtig unter Druck setzte. Obwohl Hall weder orientierungslos noch verteidigungsunfähig war, so ist doch festzuhalten, dass das rechte Auge des Jamaikaners praktisch vollständig geschlossen war und sich an dessen Stelle eine fast tennisballgroße Schwellung befand. Andere Kämpfe sind schon wegen weit weniger schlimmen Verletzungen abgebrochen worden, doch gerade bei diesem Kampf-Verlauf sorgte der vorzeitige Abbruch vor allem bei den Zuschauern vor Ort für ein gellendes Pfeifkonzert.

An Dramatik dem erstplatzierten Kampf sicherlich ebenbürtig war das Aufeinandertreffen von IBF-Weltmeister Sven Ottke und seinem australischen Herausforderer Anthony Mundine in der Dortmunder Westfalenhalle. Ottke bzw. sein Manager Wilfried Sauerland hatten mit Mundine einen nach Meinung vieler Experten relativ gefährlichen Gegner für eine freiwillige Titelverteidigung gewählt. Und Mundine erwies sich tatsächlich als unbequemer Herausforderer für den deutschen Weltmeister aus Karlsruhe. In stetiger Bewegung boxte Mundine aus der Distanz und wartete auf Angriffe von Ottke, um dann seine Konter anzubringen – genau der Stil also, den eigentlich Ottke selbst kämpft. In den mittleren Runden forcierte Mundine das Tempo und erinnerte sich daran, dass er selbst der Herausforderer war und den Kampf machen musste. Diese aufkommende Aggressivität des Australiers ließ den Weltmeister bisweilen nicht gut aussehen. Sicherlich war diese Spannung in den mittleren Runden ein Beweggrund für unsere Leser, diesen Kampf zu wählen. Zum ersten Mal, so schien es, bestand die ernsthafte Gefahr, dass Ottke seinen Titel verlieren könnte. In der achten Runde war Ottke sogar am Boden, wurde aber nicht angezählt, was zumindest diskussionswürdig ist, da zusätzlich zum Ausrutschen auch Schlagwirkung hinzukam. Der Kampf wurde dann endgültig zu einem würdigen Anwärter auf den nationalen Kampf des Jahres, als der nicht eben als "Puncher" bekannte Ottke mit einem wahren Paukenschlag in der zehnten Runde den Kampf vorzeitig beendete und Mundine – zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend – ausknockte.

Mit 28,42 Prozent aller Stimmen wählten die BoxingPress-Leser das Duell zwischen Oktay Urkal und Kostya Tszyu zum besten "nationalen Kampf des Jahres 2001". Die Begeisterung unserer Leser für den Kampf lässt sich sicherlich mit der couragierten Vorstellung des Deutsch-Türken aus Berlin erklären, der die vollen 12 Runden mit Herz bei der Sache war und jedes Mal, wenn es so schien, als würde der erfahrene und schlagstarke Weltmeister den "Ali aus Kreuzberg" überrollen, mutig dagegen hielt. Letztlich entschied die unterschiedliche Verteilung der Schlagkraft den Kampf: Während Urkal nach klaren Treffern des Australiers oftmals klammern musste, quittierte Tszyu die Treffer seines Herausforderers oft nur mit einem Lächeln im Gesicht. Das Publikum reagierte auf die Entscheidung der Punktrichter mit Buhrufen, jedoch war der knappe Punktsieg für Tszyu nach Meinung der meisten Experten in Ordnung. Der Australier konnte durch seinen aggressiven Stil die mittleren Runden klar für sich entscheiden, so etwa in der achten Runde, als er Urkal ernsthaft in Bedrängnis brachte. Urkal verlor mit 113:115, 113:116 und 112:116 und kassierte damit in seinem 29. Profi-Kampf die erste Niederlage. Der Silbermedaillengewinner von Atlanta 1996 überzeugte jedoch mit seinen exzellenten boxerischen Fähigkeiten, seinem Kämpferherz und einem sehr soliden Kinn. Auch geschäftlich hat sich der Kampf für ihn gelohnt, schloss er doch nach seinem Ausscheiden aus dem Universum-Boxstall letztes Jahr vor kurzem einen neuen Vertrag mit Wilfried Sauerland.


Und hier geht es weiter zu den schlechtesten "Kämpfen des Jahres 2001"...

 
     

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