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Comeback des Jahres 2006:


Platz
Name
Prozent
1.
Oleg Maskaev
47,74 %
2.
Shannon Briggs
23,05 %
3.
Oscar de la Hoya
23,05 %
4.
Joel Casamayor
3,70 %
5.
In-Jin Chi
1,65 %


von Peter Selzer

„Comebacks“ sind in! Nicht nur der Film mit Russell Crowe, der sechste Teil der Rocky-Saga oder die Wiedervereinigungen von „Take That“ und Police bewegen die Gemüter, auch im Boxgeviert wird der Begriff Comeback oft, vielleicht auch zu oft verwendet. Aber der Zuschauer weiß ein echtes Comeback zu schätzen, sei es im Kino oder bei der jährlichen BoxingPress-Umfrage.

Auf Platz fünf liest man den Namen In-Jin Chi. Von einem echten Comeback kann man bei dem koreanischen Federgewichtler jedoch nicht sprechen, denn er erkämpfte sich lediglich am Ende des Jahres seinen Weltmeistergürtel zurück, den er zu Beginn des Jahres verloren hatte. Eine Verfilmung in Hollywood wird wohl kaum folgen.

Platz vier geht an Joel Casamayor. Nach den Ringschlachten gegen Diego Corrales und Jose Luis Castillo im Jahr 2004 war es um den Kubaner im Jahr 2005 ruhig geworden, lediglich zu einem Kampf konnte er überredet werde, welcher dann auch nicht mit einem Sieg für den 35-Jährigen endete. Aber im vergangenen Jahr meldete er sich eindrucksvoll zurück und besiegte sogar erneut Diego Corrales in einem Titelkampf, obwohl dieser zuvor das Gewichtslimit überschritt. Es ist davon auszugehen, dass Casamayor seinen Titel noch einige Zeit behalten will.

Auf dem dritten Platz landet Oscar De La Hoya. Der Ausnahmeboxer braucht weder Geld noch Ruhm, doch noch immer sucht er die Herausforderung. Bei der Herausforderung „Mittelgewicht“ erfüllte er seine eigenen Erwartungen nicht vollständig. Zwar besiegte er Felix Sturm und konnte sich einen weiteren WM-Gürtel in den Trophäenschrank hängen, doch im ultimativen Kampf gegen Bernard Hopkins unterlag er klar. Das alles war im Jahr 2004 und fast jeder ging davon aus, dass der Golden Boy seine Handschuhe an den Nagel hängen würde, insbesondere, weil er nach seiner Niederlage gegen Bernard Hopkins mehr als ein Jahr pausierte. Doch Oscar suchte erneut die Herausforderung, diesmal wieder im Super-Weltergewicht gegen den schlagstarken Ricardo Mayorga, den er eindeutig besiegte. Nunmehr steht der ultimative Kampf gegen Floyd Mayweather an, vielleicht einer der größten Kämpfe aller Zeiten.

Auf Platz zwei wählten unsere Leser Shannon Briggs. Der 125 kg-Mann aus New York darf sich glücklich mit dieser Platzierung wähnen, denn auch er war eigentlich immer im Geschäft. Würde der Glückspilz des Jahres gewählt, der Platz an der Sonne wäre ihm sicher. Im zweiten Titelkampf seiner Karriere lag er nach Punkten aussichtslos gegen den Weißrussen Serguei Lyakhovich zurück. Warum dieser in der letzten Runde nicht den Ottke machte, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben und so gelang es Briggs, den Weltmeister in letzter Sekunde aus dem Ring zu prügeln und sich mit dem WBO-Gürtel zu schmücken.

Platz eins geht an Oleg Maskaev. Zu Beginn des Jahrtausends schien die Karriere des Russen vorbei. Niederlagen gegen Aufbaugegner zementierten die Meinung, dass der Namen Maskaev und der Begriff Glaskinn untrennbar miteinander vereint sind. Doch Maskaev ließ sich nicht beirren und plante sein Comeback langfristig. Durch das Verprügeln drittklassiger Gegner fasste er neues Selbstvertrauen und sein Weg zurück an die Spitze gipfelte am 12.08.2006 im Titelkampf gegen Hasim Rahman. Maskaev besiegt den Amerikaner vorzeitig und darf nunmehr die Früchte des langen Wegs zurück an die Spitze genießen.
Samstag, 24. Februar 2006

 
     

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