Auf Platz fünf liest man den Namen In-Jin
Chi. Von einem echten Comeback kann man bei dem koreanischen
Federgewichtler jedoch nicht sprechen, denn er erkämpfte
sich lediglich am Ende des Jahres seinen Weltmeistergürtel
zurück, den er zu Beginn des Jahres verloren hatte. Eine
Verfilmung in Hollywood wird wohl kaum folgen.
Platz vier geht an Joel Casamayor. Nach
den Ringschlachten gegen Diego Corrales und
Jose Luis Castillo im Jahr 2004 war es um den Kubaner
im Jahr 2005 ruhig geworden, lediglich zu einem Kampf konnte
er überredet werde, welcher dann auch nicht mit einem
Sieg für den 35-Jährigen endete. Aber im vergangenen
Jahr meldete er sich eindrucksvoll zurück und besiegte
sogar erneut Diego Corrales in einem Titelkampf, obwohl dieser
zuvor das Gewichtslimit überschritt. Es ist davon auszugehen,
dass Casamayor seinen Titel noch einige Zeit behalten will.
Auf dem dritten Platz landet Oscar De La Hoya.
Der Ausnahmeboxer braucht weder Geld noch Ruhm, doch noch
immer sucht er die Herausforderung. Bei der Herausforderung
„Mittelgewicht“ erfüllte er seine eigenen
Erwartungen nicht vollständig. Zwar besiegte er Felix
Sturm und konnte sich einen weiteren WM-Gürtel
in den Trophäenschrank hängen, doch im ultimativen
Kampf gegen Bernard Hopkins unterlag er klar. Das alles war
im Jahr 2004 und fast jeder ging davon aus, dass der Golden
Boy seine Handschuhe an den Nagel hängen würde,
insbesondere, weil er nach seiner Niederlage gegen Bernard
Hopkins mehr als ein Jahr pausierte. Doch Oscar suchte
erneut die Herausforderung, diesmal wieder im Super-Weltergewicht
gegen den schlagstarken Ricardo Mayorga,
den er eindeutig besiegte. Nunmehr steht der ultimative Kampf
gegen Floyd Mayweather an, vielleicht einer
der größten Kämpfe aller Zeiten.
Auf
Platz zwei wählten unsere Leser Shannon Briggs.
Der 125 kg-Mann aus New York darf sich glücklich mit
dieser Platzierung wähnen, denn auch er war eigentlich
immer im Geschäft. Würde der Glückspilz des
Jahres gewählt, der Platz an der Sonne wäre ihm
sicher. Im zweiten Titelkampf seiner Karriere lag er nach
Punkten aussichtslos gegen den Weißrussen Serguei
Lyakhovich zurück. Warum dieser in der letzten
Runde nicht den Ottke machte, wird wohl auf ewig sein Geheimnis
bleiben und so gelang es Briggs, den Weltmeister in letzter
Sekunde aus dem Ring zu prügeln und sich mit dem WBO-Gürtel
zu schmücken.
Platz eins geht an Oleg Maskaev. Zu Beginn
des Jahrtausends schien die Karriere des Russen vorbei. Niederlagen
gegen Aufbaugegner zementierten die Meinung, dass der Namen
Maskaev und der Begriff Glaskinn untrennbar miteinander vereint
sind. Doch Maskaev ließ sich nicht beirren und plante
sein Comeback langfristig. Durch das Verprügeln drittklassiger
Gegner fasste er neues Selbstvertrauen und sein Weg zurück
an die Spitze gipfelte am 12.08.2006 im Titelkampf gegen Hasim
Rahman. Maskaev besiegt den Amerikaner vorzeitig
und darf nunmehr die Früchte des langen Wegs zurück
an die Spitze genießen.
Samstag, 24. Februar 2006