Auf einen geteilten neunten Platz (1,76 % aller abgegeben
Stimmen) gelangen die Gefechte von Sultan Ibragimov
gegen Ray Austin und Koki Kameda
gegen Juan Jose Landaeta.
Dem japanischen Weltmeister Kameda, der in Mitteleuropa nur
bedingt bekannt ist, wurde der vakante Titel im Leicht-Fliegengewicht
zugesprochen und die Tatsache, dass der Kampf in seinem Heimatland
stattfand, war dem Ergebnis zumindest nicht abträglich.
Die Entscheidung im Kampf der schweren Jungs Ibragimov und
Austin hatte zumindest den Vorteil, dass niemand als Verlierer
aus dem Ringgehen musste. Austin bekommt nun eine erneute
Chance gegen Wladimir Klitschko, Ibragimov darf mit dem Weltmeister
Shannon Briggs in den Ring.
Auf Platz acht (2,64 %) gelangt der Kampf Juan
Manuel Marquez gegen Chris John,
wobei sich der Altmeister Marquez selbst um den Sieg brachte,
weil er in dem relativ ausgeglichenen Kampf mehrere unnötige
Punktabzüge hinnehmen musste.
Platz sieben (6,17 %) geht an das dritte Gefecht
von Clinton Woods gegen Glen Johnson.
Der Kampf der beiden Boxer, die zweifelsfrei das „Who
is Who“ der Halbschwergewichtsklasse darstellen, war
ausgeglichen und Johnson kann man als unglücklichen Verlierer
bezeichnen, ein Fehlurteil war es aber eher nicht.?
Den
sechsten Platz (8,81%) belegt der Kampf Wladimir Sidorenko
gegen Ricardo Cordoba. Bei diesem Kampf kann
man dem Veranstalter wirklich nicht vorwerfen, er habe den
Heimboxer bevorteilt. Sidorenko war seinem Gegner eigentlich
in allen Belangen überlegen, doch sah nur ein Ringrichter
die Fertigkeiten des Bantamgewichtlers. Sofern man der Ansicht
ist, dass der in Hamburg lebende Ukrainer benachteiligt wurde,
darf man sich in absehbarer Zeit entweder bestätigt fühlen
oder den Hut vor Cordoba ziehen, denn die Revanche wird Mitte
März in Stuttgart stattfinden.
Auf Platz fünf (9,69 %) wurde das Gefecht zwischen Manuel
Charr und Pedro Carrion gewählt.
Man darf sich wirklich fragen, ob es für ein emporstrebendes
Talent nicht manchmal besser wäre, wenn es rechtzeitig
auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt werden
würde. Manuel Charr ist ein junger Mann, dem in Deutschland
der Weg in der Königsklasse geebnet werden soll, nur
ist ein Fall auf den Boden der Tatsachen meist härter,
je länger er dauert. Anzumerken ist, dass der BoxingPress-Gastautor
Ingo Barrabas, der in diesem Kampf Punktrichter war, den Deutsch-Libanesen
nicht als Sieger sah.
Platz vier (11,45 %) für den Kampf zwischen Sinan
Samil Sam und Saul Montana. Die
recht hohe Platzierung dieses Kampfes ist wohl primär
mit der Tatsache zu erklären, dass Sam-Kämpfe im
deutschen Fernsehen übertragen werden und der deutsche
Zuschauer als sehr kritisch bekannt ist. Diese kritische Haltung
darf jedoch nicht dazu führen, dass man einen knappen
Sieg schon als Niederlage wertet.
Der Bronzeplatz (12,33 %) geht an das Gefecht Evander
Holyfield gegen Fres Oquendo. Eines
ist sicher, der legendäre Holyfield zeigte bei diesem
Kampf die beste Leitung seit mehreren Jahren, er wollte kämpfen!
Nur hätte er sich dann einen anderen Gegner aussuchen
müssen, denn wenn es einen Boxer gibt, der den Sven-Ottke-Gedächtnispreis
verdient hätte, dann ist es Fres Oquendo. Man muss schon
lange suchen, bis man einen Boxer findet, der einen noch unansehnlicheren
Kampfstil hat als der Puertoricaner. Er klammert, vermeidet
den Kampf und würgt sich zum Sieg. Dieser wurde ihm im
Kampf gegen Holyfield verwehrt. Ob dies zutreffend war, ist
sicherlich diskutabel, traurig ist es aber in keiner Weise.
Silber (18,50 %) geht an den Kampf von Jeff Lacy
gegen Vitali Tsypko. Auch hier fällt
es schwer, von einer Fehlentscheidung zu sprechen. Es war
ein unglaublich harter Fight und auch Tsypko hätte den
Sieg verdient, doch auch dann hätten vielleicht amerikanische
Zuschauer von einem ungerechten Urteil gesprochen. Eine Revanche
könnte klären, wer sich als wahrer Sieger fühlen
darf.
Die meisten Leser (24,23 %) werteten den Kampf von James
Toney gegen Samuel Peter als die
offenkundigste Fehlentscheidung des vergangenen Jahres. Der
Autor dieses Artikels sah auch den ehemaligen Mittelgewichtler
Toney als Sieger, doch blieb er gelassen, als das Punkturteil
verkündet wurde. Vielleicht haben die Interviews des
begnadeten Boxers Toney auch dazu geführt, dass dies
der Kampf mit den meisten Stimmen ist, aber Toney würde
sich wohl selbst dann noch als Sieger sehen, sollte er am
Boden liegend ausgezählt werden und irgendwie würde
man es ihm auch glauben. Peter ging den Weg der Revanche und
da sah wohl jeder den Nigerianer als Sieger, bis auf Toney,
der wieder von einem Skandal sprach (und einige glauben es
ihm auch).
Donnerstag,
15. Februar 2007