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Die
internationalen Aufsteiger des Jahres 2006:
| Platz |
Name |
Prozent |
| 1. |
Carlos
Baldomir |
31,17
% |
| 2. |
Krystof
Wlodarczyk |
15,73
% |
| 3. |
Amin
Asikainen |
15,66
% |
| 4. |
Paul
Williams |
15,00
% |
| 5. |
Koki
Kameda |
7,43
% |
| 6. |
Mariano
Carrera |
5,24
% |
| 7. |
Nobua
Nashiro |
3,86
% |
| 8. |
Steve
Molitor |
3,28
% |
| 9. |
David
Gogiya |
2,62
% |
von
Benni Vivacqua
Ähnlich
deutlich wie letztes Jahr verlief auch die diesjährige Wahl zum “Aufsteiger
des Jahres“ auf internationaler Ebene. Mit dem Argentinier Carlos
Baldomir (auf Foto rechts) wählten die Leser
einen Veteranen auf den ersten Rang, der erst in diesem Jahr die große
Bühne des Boxens betrat und mit 35 Jahren erstmals Weltmeister wurde.
Welche Boxer ebenfalls gewählt wurden, erfahren Sie hier
Auf Platz neun landete der Georgier David
Gogiya. Der 30-Jährige gewann alle sechs Kämpfe,
die er im Jahr 2006 bestritt und wurde durch einen Sieg über den
Armenier Mger Mkrtchian im Oktober Europameister im Supermittelgewicht.
Gleich im Dezember verteidigte er seinen Titel gegen den Franzosen Jackson
Chanet. Die Lesern honorierten diese Siegesserie mit 2,62 % der Stimmen.
Auf dem achten Rang mit 3,28 % der Stimmen landete der Superbantamgewichtler
Steve
Molitor. Der Kanadier bestritt im letzten Jahr nur einen
Kampf, doch in diesem schlug er den Engländer Michael Hunter in der
fünften Runde KO und holte sich so den vakanten IBF-Titel im Superbantamgewicht.
Der 25-Jährige Japaner Nobuo
Nashiro erkämpfte sich in seinem erst achten Profikampf
die WBA-Weltmeisterschaft im Superfliegengewicht. Sensationell bezwang
er den starken mexikanischen Titelverteidiger Martin Castillo im Juli
durch TKO in der zehnten Runde. Seinen Titel verteidigte er im Dezember
gegen Eduardo Garcia, ebenfalls aus Mexiko. Die BP-Leser belohnten diesen
kometenhaften Aufstieg mit 3,86 % der Stimmen und Rang sieben.
Der Sieg über den Felix Sturm-Bezwinger Javier Castillejo
bescherte dem Argentinier Mariano
Carrera neben dem WBA-Titel im Mittelgewicht 5,24 % der Stimmen
und somit den sechsten Platz der Abstimmung. Der 26-Jährige bot bei
seinem Kampf in Berlin eine aufregende Vorstellung und dürfte bald
wieder in Deutschland zu sehen sein. Die Fans würden natürlich
eine Titelverteidigung gegen Ex-Champion Felix Sturm begrüßen.
- Ungemach droht Carrera jedoch von Gerüchten um den Nachweis von
Kokain in der A-Probe nach seinem Kampf gegen Castillejo. Sollte sich
dies bestätigen, wären alle Zukunftspläne als amtierender
Weltmeister wohl erstmal auf Eis gelegt.
Der erst 20-jährige Japaner Koki
Kameda entthronte im August den WBA-Champion im Juniorfliegengewicht
Juan Landaeta. Die Revanche im Dezember gewann Kameda ebenfalls, was ihm
7,43 % der Stimmen sowie Rang fünf einbrachte.
Vier KO-Siege in vier Kämpfen, unter anderem gegen
Ex-Weltmeister Sharmba Mitchell, stehen für den talentierten Weltergewichtler
Paul
Williams im Jahr 2006 zu Buche. Viele Experten trauen dem
25-jährigen US-Amerikaner bereits in diesem Jahr den Gewinn eines
Weltmeistertitels zu. Da WBO-Weltmeister Antonio Margarito seiner Pflichtverteidigung
gegen Williams zugunsten eines Kampfes gegen Miguel Cotto anscheinend
nicht nachkommen will und möglicherweise deshalb seinen Titel verliert,
besteht die Möglichkeit, dass Williams um den dann vakanten Titel
kämpfen wird. Die BP-Leser belohnten die spektakulären Auftritte
des nun in 32 Kämpfen unbesiegten Athleten mit 15 % der Stimmen und
dem vierten Platz.
Amin
Asikainen bezwang im vergangenen Jahr mit Sebastian Sylvester
und Alexander Sipos gleich zwei Deutsche in Kämpfen um die Europameisterschaft
im Mittelgewicht. Dies brachte dem bisher in Deutschland weitgehend unbekannten
31-Jährigen 15,66 % der Stimmen und einen tollen dritten Platz ein.
Im März plant der sehr aktive Finne eine Revanche gegen Sebastian
Sylvester, vorausgesetzt, er gewinnt seine Titelverteidigung im Januar
gegen den Italiener Lorenzo di Giacomo.
Mit hauchdünnem Vorsprung auf Platz zwei landete der
polnische Cruisergewichtler Krzysztof
Wlodarczyk. 15,73 % der Leser belohnten damit vor allem den
Gewinn der IBF-Weltmeisterschaft im November gegen Steve Cunningham aus
den USA, den er nach äußerst knappem Kampf über eine geteilte
Punktentscheidung bezwang.
Mit großem Abstand auf Platz eins landete wie erwähnt
der Argentinier Carlos
Baldomir. Sensationell gewann der 35-Jährige im Januar
den WBC-Titel im Weltergewicht gegen Zab Judah. Eigentlich sollte Baldomir
lediglich eine gemütliche Zwischenstation für den exzentrischen
US-Amerikaner für den Showdown gegen Floyd Mayweather Jr. sein, doch
Baldomir spielte nicht mit und gewann den ersten großen Titel seiner
zu diesem Zeitpunkt schon 13 Jahre andauernden Karriere. Im Juli verteidigte
er seinen Titel eindrucksvoll gegen Publikumsliebling Arturo Gatti durch
TKO in Runde neun. Gegen Floyd Mayweather Jr. war Baldomir im November
dann zwar chancenlos und verlor klar nach Punkten, doch die BP-Leser bewerteten
die unerwarteten Erfolge des Argentiniers mit 31,17 % der Stimmen und
wählten ihn so klar zum internationalen Aufsteiger des Jahres 2006.
Donnerstag,
25. Januar 2007
Nationale
Aufsteiger des Jahres 2006:
| Platz |
Name |
Prozent |
| 1. |
Firat
Arslan |
53,14
% |
| 2. |
Alexander
Povetkin |
32,22
% |
| 3. |
Ina
Menzer |
7,53 % |
| 4. |
Susianna
Kentikian |
3,35
% |
| 5. |
Taras
Bidenko |
2,93
% |
| 6. |
Rudolf
Kraj |
0,84
% |
von Stefan
Strehler
Was auf nationaler
Ebene bereits bei den Boxern des Jahres thematisiert wurde, zeichnete
sich auch bei den Aufsteigern 2006 ab. Wie schon im Vorjahr setzten sich
allesamt Sportler durch, deren Herkunft nicht in Deutschland verwurzelt
ist, die aber in deutschen Boxställen unter Vertrag gehalten werden.
Mit Firat Arslan und Ina Menzer konnten
zwei Athleten, die in dieser Kategorie 2005 bereits platziert waren, auch
in diesem Jahr wieder viele Stimmen für sich verzeichnen und im Falle
Arslan gar den Sieg in dieser Kategorie für sich beanspruchen.
Auf den sechsten Rang wählte unsere Leserschaft mit 0,84 % den für
den deutschen Spotlight-Boxstall kämpfenden Tschechen Rudolph
Kraj. Der Vize-Olympiasieger von Sydney 2000 im Halbschwergewicht
boxte sich in seinem zweiten Jahr als Profi zu fünf Siegen. Bereits
früh in seiner professionellen Karriere traf der 29-jährige
Cruisergewichtler dabei auf durchaus erst zu nehmende Konkurrenz. Nach
seinem Punktsieg im Juli über den bis dahin ungeschlagenen Franzosen
Rachid Al Hadak folgte im Oktober 2006 das Stallduell mit dem Russen Pavel
Melkomian. Ein eindrucksvoller technischer KO-Sieg in Runde zwölf
beendete im neunten professionellen Kampf ein erfolgreiches Boxjahr 2006
für Rudolph Kraj.
Rang
fünf konnte der ukrainische Schwergewichtler Taras
Bidenko mit 2,93 % der Stimmen für sich behaupten. Nach
seiner KO-Niederlage in Runde zwölf gegen Stallgefährten Vladimir
Virchis im Jahr 2005 konnte der technisch beschlagene 26-Jährige
sieben Siege in Folge feiern. Im Januar vergangenen Jahres erwischte es
zunächst den Schweden Aldo Colliander. Der gebürtige Senegalese
verlor über acht Runden nach Punkten und kassierte damit die erste
Niederlage seiner professionellen Laufbahn. Einem weiterem Punktsieg gegen
den Russen Alexei Osokin und einem vorzeitigen Sieg in Durchgang sechs
gegen Klitschko-Opfer Fabio Moli aus Argentinien folgte ein Stallduell
mit Taras´ Landsmann Alex Mazikin. Wie der Schwede Colliander, so
war auch Mazikin zum Zeitpunkt des Kampfes mit Bidenko noch unbesiegt.
Für Bidenko langte es nach zehn Runden zu einer knappen, geteilten
Punkteentscheidung. Der nächste Gegner wartete im Oktober mit Oldie
Andreas Sidon auf den beweglichen Ukrainer. In Durchgang neun war Endstation
für den Deutschen durch TKO. Das Boxjahr abschließend traf
Bidenko dann Anfang Dezember auf den Kroaten Ivica Perkovic, der durch
technischen KO in Runde sechs die Segel streichen musste. .
Den vierten Platz der Lesergunst mit 3,35 % sicherte sich ein ausgesprochen
hübsches und sympathisches Fliegengewicht aus dem Hamburger Spotlight-Stall.
Susianna
Kentikian, gebürtig aus Armenien stammend, konnte mit
fünf siegreichen Kämpfen im vergangenen Jahr aufwarten. Nach
vorzeitigen Siegen über die Bulgarin Emilina Metodieva und Evgenia
Zablotskaja in den Runden vier, bzw. zwei, folgte im Kampf um die vakante
Internationale Deutsche Meisterschaft im Fliegengewicht ein Punktsieg
über zehn Runden gegen Daniela Graf aus Karlsruhe. Im September holte
sie sich nach ihrem TKO-Sieg in Runde vier über Maribel Zurita aus
den USA auch noch den Interkontinentalen Titel des Verbandes WIBF, den
sie im November, erneut vorzeitig in Durchgang vier, gegen Maya Frenzel
aus Karlsruhe erfolgreich verteidigte. Aufgrund ihres attraktiven Kampfstils
und ihres sympathischen Auftretens ist die kleine Hamburgerin sicherlich
eine der engsten Anwärterinnen auf den Thron von Regina Halmich,
wenn diese das Ende ihrer Karriere bekannt gibt. .
Mit 7,53 % setzte sich Ina
Menzer wie im Vorjahr auf Rang drei fest. Die gebürtige
Kasachin verteidigte ihren WM-Titel des Verbandes WIBF im Federgewicht
viermal erfolgreich. Nach einem vorzeitigen Sieg in Durchgang vier über
Maribel Santana aus der Dominikanischen Republik folgten im Mai und im
September zwei Punktsiege über die Kenianerin Fatuma Zarika und Leli
Luz Florez aus Kolumbien. Im Dezember musste sich Kasha Chamblin aus den
USA in Runde acht durch TKO geschlagen geben. Auch in Interviews setzt
sich die 26-jährige Möchengladbacherin gut in Szene und dürfte
ebenfalls ein gewichtiges Wörtchen mit zu sprechen haben, wenn es
um die Nachfolge von Regina Halmich geht.
Der zweite Platz ging in diesem Jahr mit 32,22 % an Alexander
Povetkin aus Russland. Der Schwergewichtler, der während
seiner Amateurlaufbahn alle wichtigen Titel holen konnte und seine Gewichtsklasse
über Jahre dominierte, ist auch bei den Profis auf dem besten Wege,
in das Titelgeschehen einzugreifen. Povetkin boxte bereits nach fünf
Kämpfen Gegner auf einem Level, welches die Klitschkos nach etwa
20 Kämpfen anstrebten. Im März knockte Povetkin den in 18 Kämpfen
nur einmal, von Nikolai Valuev, geschlagenen Nigerianer Richard Bango
in der zweiten Runde aus. Valuev hatte seinerzeit noch sechs Durchgänge
für den inzwischen 38-jährigen Schwergewichtler benötigt.
Im April besiegte er Bango´s Landsmann Friday Ahunanya in einem
Sechsrunder nach Punkten. Für den Ecuardorianer Livin Castillo war
Anfang Juni in Durchgang zwei Schluss. Der US-Amerikaner Ed Mahone musste
sich im September in Durchgang fünf durch technischen KO geschlagen
geben und auch Mahones Landsmann Imamu Mayfield, ehemaliger Weltmeister
des Verbandes WBC im Cruisergewicht, sah im Dezember nach drei Runden
Sterne. Zwar ist Povetkin mit 1,88 m im heutigen Schwergewicht fast schon
klein geraten und besitzt nicht die imposante Physis, wie sie beispielsweise
ein Lewis oder Klitschko vorzuweisen hatten, bzw. haben, aber dank seiner
exzellenten boxerischen Anlagen kann man von dem Mann aus dem Sauerland-Stall
wohl noch einiges erwarten.
Bei unserer letzten Umfrage noch auf Rang vier platziert, konnte sich
der Rottweiler Firat
Arslan dieses Mal mit 53,14 % die Spitzenposition sichern.
Arslan absolvierte nur zwei Kämpfe in 2006. Zunächst schlug
er im Mai in einem Kampf um den Interkontinentalen Titel des Verbandes
WBO im Cruisergewicht den Ungarn Gabor Halasz durch technischen KO in
Runde zwei. Weniger dieser Kampf, als vielmehr der überraschende
Sieg gegen den favorisierten Russen Grigory Drozd in einem WM-Ausscheidungskampf
des Verbandes WBA im Cruisergewicht im Oktober 2006 überzeugte mehr
als die Hälfte unserer Leserschaft, Arslan als Aufsteiger des Jahres
national zu sehen. Dabei sah es im Duell zweier Stallgefährten zunächst
nicht gut aus für den 36-jährigen Rechtsausleger. Der technisch
weitaus versiertere Drozd legte los wie die Feuerwehr und beherrschte
Arslan in der Anfangsphase klar. Doch die boxerische Unterlegenheit machte
der türkisch-stämmige Deutsche mit seiner Kondition und seinem
enormen Kämpferherz wett. Nach drei Runden wendete sich das Blatt.
Dem pausenlosen Druck des mit Luan Krasniqi eng befreundeten Arslan zeigte
sich der junge Russe nicht gewachsen. In Durchgang fünf nahm Ringrichter
Terry O´Connor den ohne Gegenwehr an den Seilen lehnenden Drozd
aus dem Gefecht und sicherte Arslan den Titelkampf. In dieser Form ist
dem Rottweiler sicherlich auch ein WM-Titel zuzutrauen.
Samstag,
20 . Januar 2007
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