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Internationaler
Boxer des Jahres 2006:
| Platz |
Name |
Prozent |
| 1. |
Manny
Pacquiao |
36,95
% |
| 2. |
Mikkel
Kessler |
24,10
% |
| 3. |
Joe
Calzaghe |
17,67 % |
| 4. |
Miguel
Angel Cotto |
11,24
% |
| 5. |
Bernard
Hopkins |
10,04
% |
von Benni
Vivacqua
Die Leser
von BoxingPress haben ihren "Internationalen Boxer des Jahres"
gewählt. Anders als im Vorjahr war das Abstimmungsergebnis relativ
deutlich und zeigt somit klar, wer die Lieblinge der Boxfans waren. Wie
die Abstimmung letztlich ausging und welche Beweggründe der Wahl
zugrunde gelegen haben mögen, erfahren Sie hier.
Auf Platz fünf mit 10,04 % der Stimmen landete Altmeister Bernard
Hopkins. Nachdem der 42-Jährige 2005 beide Kämpfe
gegen Jermain Taylor und damit auch seine Weltmeistergürtel im Mittelgewicht
in kontroversen Entscheidungen verlor, bestritt er im Jahr 2006 nur einen
einzigen Kampf. Dieses Duell jedoch fand im Halbschwergewicht und gegen
keinen Geringeren als Antonio Tarver statt, der zu diesem Zeitpunkt als
die Nr. 1 der Gewichtsklasse galt.
Nicht wenige Experten prophezeiten Hopkins eine klare, wenn nicht eine
KO-Niederlage gegen seinen punchstarken Gegner. Nicht nur das Alter, auch
der Aufstieg über gleich zwei Gewichtsklassen sprachen gegen den
“Executioner“. Was die Fans am 10. Juni in der Boardwalk Hall
in Atlantic City, New Jersey, dann allerdings zu sehen bekamen, war eine
Demonstration hoher Boxkunst von Hopkins. Er ließ Tarver, damals
selbst unter P4P-Top 10 vertreten, nicht den Hauch einer Chance und gewann
haushoch nach Punkten, wobei es ihm sogar gelang, den “Magic Man“
niederzuschlagen.
In diesem Jahr plant Hopkins einen weiteren Coup. Gegner und Gewichtsklasse
stehen noch nicht fest, doch man darf sich jetzt bereits auf ein tolles
Matchmaking freuen.
Der
Viertplatzierte Miguel
Angel Cotto erhielt 11,24 % der Stimmen. Der 26-jährige
Puerto Ricaner verteidigte im März und Juni des letzten Jahres zunächst
zweimal souverän seinen WBO-Titel im Superleichtgewicht. Gegen den
Italiener Gianluca Branco kam zu einem Abbruchsieg nach acht Runden, den
US-Amerikaner Paul Malignaggi besiegte er klar nach Punkten. Nach diesem
Kampf entschied Cotto, der das Limit im Superleichtgewicht zuletzt nur
noch unter großen Anstrengungen bringen konnte, ins Weltergewicht
aufzusteigen.
Im Dezember boxte er im ersten Kampf in der neuen Gewichtsklasse gleich
um den vakanten Titel der WBA. Sein Gegner war sein starker Landsmann
Carlos Quintana. Cotto fühlte sich, endlich von den Strapazen des
Abkochens befreit, sichtlich sehr wohl und kam nach starkem Kampf zu einem
TKO nach fünf Runden.
Im März steht zunächst eine Titelverteidigung gegen den Deutschen
Oktay Urkal an. Im Erfolgsfall dürfte dann Mitte des Jahres eine
Titelvereinigung gegen WBO-Weltmeister Antonio Margarito auf dem Programm
stehen.
Der Waliser Joe
Calzaghe wurde mit 17,67 % der Stimmen auf den dritten Rang
gewählt. Zu verdanken hat er diese hohe Platzierung seinem eindrucksvollen
Sieg gegen den US-Amerikaner Jeff Lacy im März letzten Jahres.
Calzaghe war gegen den schlagstarken Lacy, den einige Reporter schon als
den “Tyson des Supermittelgewichts“ feierten, leichter Außenseiter.
Der Kampf wurde dann jedoch eine glasklare Angelegenheit für Calzaghe.
Nicht eine einzige Runde gab der 34-Jährige bei der Demontage seines
fünf Jahre jüngeren Gegners ab. Wer nach dieser Glanzleistung
auf weitere große Kämpfe des überaus talentierten Walisers
setzte, wurde jedoch wieder einmal enttäuscht. Es folgte eine Titelverteidigung
gegen den Australier Sakio Bika und im April steht ein Kampf gegen den
US-Amerikaner Peter Manfredo Jr. auf dem Programm. Zwar sind dies solide
Gegner, doch die Erwartungen der Boxfans wurden nicht zuletzt durch Calzaghe
selbst wie durch seinen Promoter Frank Warren immer wieder sehr hoch geschraubt
und oft enttäuscht. So kamen zum Beispiel anvisierte Kämpfe
gegen den damals noch amtierenden Halbschwergewichtsweltmeister Roy Jones
Jr., gegen Bernard Hopkins, Antonio Tarver und andere große Namen
nie zustande.
Calzaghes Potential ist unstreitig, doch im kalendarischen Herbst seiner
Karriere sollte er den großen Worten ein weiteres Mal Taten folgen
lassen. Im Erfolgsfall könnte dann eine noch bessere Platzierung
im nächsten Jahr resultieren.
Mit dem Dänen Mikkel
Kessler steht ein weiterer Supermittelgewichtler sehr hoch
in der Gunst der BP-Leser. 24,10 % der Leser entschieden sich für
den 27-Jährigen aus Kopenhagen. Nach dem TKO-Sieg gegen den Routinier
Eric Lucas dürfte vor allem sein KO-Sieg gegen den Deutschen Markus
Beyer zu diesem hervorragenden Ergebnis geführt haben. Der frisch
gebackene Doppelweltmeister ist einer weiteren Titelverteidigung gegen
Joe Calzaghe nicht abgeneigt. Dieser Kampf wäre für die Fans
sicherlich der Höhepunkt des Boxjahres im Supermittelgewicht.
Mit 36,95 % auf dem ersten Platz und somit deutlich “Internationaler
Boxer des Jahres 2006“ ist Manny
Pacquiao. Der 28-Jährige von den Philippinen ließ
mit zwei KO-Siegen gegen Erik Morales und einem klaren Punktsieg gegen
Oscar Larios keinen Zweifel daran, dass er auch ohne Weltmeistertitel
der dominierende Mann im Superfedergewicht ist.
Die Dominanz, mit der der immer besser werdende “Pac Man“
seine Gegner besiegte, dürfte seine Konkurrenten geschockt haben.
Die Boxfans und Experten waren begeistert und honorierten seine Leistungen
mit Spitzenplatzierungen in den P4P-Ranglisten.
Auch im kommenden Jahr dürfen sich die Fans sicher wieder auf große
Kämpfe von Pacquiao freuen, der seit Jahren nur erlesenste Gegnerschaft
boxt.
Dienstag,
16. Januar 2007
"Nationaler" Boxer des Jahres 2006:
| Platz |
Name |
Prozent |
| 1. |
Arthur
Abraham |
83,06
% |
| 2. |
Zsolt
Erdei |
5,65
% |
| 3. |
Ruslan
Chagaev |
4,84
% |
| 4. |
Sergej
Dzindziruk |
3,23
% |
| 4. |
Wladimir
Sidorenko |
3,23
% |
von Dr.
Constantin Hofmann
Die
fünf bestplatzierten Boxer bei der Wahl unserer Leser zum nationalen
Boxer des Jahres 2006 haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind alle ungeschlagen
und sie sind alle keine gebürtigen Deutschen (wählbar waren auch
in Deutschland lebende und trainierende Athleten). Damit setzt sich der
Trend aus der vorherigen Umfrage für das Jahr 2005 fort. Die ersten
fünf Gewählten sind ansonsten wenig verändert, lediglich
der einzige Deutsche Markus Beyer musste den Platz räumen für
Ruslan Chagaev. Der kürzlich eingebürgerte Arthur Abraham führt
das Feld weiter unangefochten an.
Mit jeweils 3,23 % und damit nahezu unverändert teilen sich die beiden
Ukrainer Wladimir
Sidorenko und Sergiy
Dzinziruk (auf Foto rechts) den vierten Platz. Vor
einem Jahr lag Dzindziruk noch ganz knapp vor Sidorenko. Sidorenko konnte
im Jahr 2006 nur ein Unentschieden gegen Ricardo Cordoba und einen Punktsieg
gegen Poonsawat Kratingdaenggym verbuchen. Immerhin behielt er seinen WBA-Weltmeistergürtel
im Bantamgewicht. Dzindziruk hat für das vergangene Jahr Punktsiege
gegen Sebastian Andres Lujan und Alisultan Nadirbegov aufzuweisen und ist
weiterhin WBO-Weltmeister im Leichtmittelgewicht.
Neu in der Liste der fünf Bestplatzierten ist auf Platz drei mit 4,84
% der Usbeke Ruslan
Chagaev (auf Foto links), was er sicherlich seinen
vier Siegen im vergangenen Jahr verdankt. Nach vorzeitigen Erfolgen gegen
Rob Calloway und Michael Sprott und einer Mehrheitsentscheidung gegen Vladimir
Virchis erzielte er zuletzt im November 2006 einen umstrittenen geteilten
Punktsieg gegen den früheren WBA-Weltmeister im Schwergewicht John
Ruiz. Neben der Verteidigung seines WBA-Intercontinentaltitels bekam er
mit dem Sieg über den Briten Michael Sprott in Hamburg auch noch den
vakanten Asien/Pazifik-Gürtel der WBO, was wieder einmal die Wert-
und Sinnlosigkeit dieser Titel offenbart.
Mit 5,65 % erzielte der Ungar Zsolt
Erdei zwar einen etwas geringeren Stimmenanteil als im Vorjahr,
konnte sich aber dennoch aufgrund des Wegfalls von Markus Beyer auf Platz
zwei verbessern (Vorjahr: Platz drei). Im Mai 2006 besiegte er in Düsseldorf
Paul Murdoch durch TKO in Runde zehn und im Juli zeigte er in Oberhausen
mit einem klaren Punktsieg dem Berliner Thomas Ulrich dessen Grenzen auf.
Unangefochtener Spitzenreiter mit 83,06 % (Vorjahr: 71,10 %) ist auch bei
dieser Umfrage wieder Mittelgewichtler Arthur
Abraham, einstmals Schlumpf, nunmehr König Arthur geworden.
Nach einstimmigen Punktsiegen gegen Shannan Taylor im März und Kofi
Jantuah im Mai 2006 folgte am 23. September in Wetzlar ein Kampf, der unvergessen
bei den Boxfans bleiben wird: Gegen den bis dahin ungeschlagenen kolumbianischen
Herausforderer Edison Miranda brach sich der gebürtige Armenier in
der vierten Runde den Kiefer. Ein Kopfstoß von Miranda folgte. Obwohl
der Ringrichter schon abbrechen wollte, ließ er den Kampf auf Anraten
des Supervisors doch weiterlaufen. Abraham hielt tapfer durch bis zum Schluss
und fuhr nach zwölf Runden blutverschmiert einen verdienten einstimmigen
Punktsieg ein. Allerdings musste er danach ins Krankenhaus eingeliefert
und operiert werden und wird auf Monate ausfallen. Zwischendurch machten
sogar Gerüchte die Runde, die Verletzung sei so schwer, dass Abraham
ganz mit dem Boxen aufhören müsse, was aber glücklicherweise
nicht der Wahrheit zu entsprechen scheint. Der Kampf gegen Miranda war der
erste nach seiner Einbürgerung und macht den IBF-Champion zum derzeit
einzigen deutschen Weltmeister. Ein verdienter erster Platz in der Wahl
der BoxingPress-Leser.
Dienstag, 16. Januar 2007
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