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BP-Inside: Boxen in der Universal Hall
von Frank Bleydorn
Fotos von Daniel Hiller
Ein Programm von insgesamt elf Kämpfen bekam am Samstagabend das
Publikum in der Universal Hall in Berlin geboten. Trotz der hohen Anzahl
an Kampfpaarungen wurde die Veranstaltung im Ambiente des früheren
Wasserwerks nie langweilig. Dazu trugen vor 800 Zuschauern vor allem die
Leistungen der Kämpfer bei. Aber auch der Besuch einiger namhafter
Boxgrößen wertete die Veranstaltung auf.
Jan Zajac vs. Kaljtrin Ziberi, Halbschwergewicht, angesetzt auf
vier Runden
Einen guten Eindruck hinterlies in seinem zweiten Profikampf der Berliner
Kaljtrin Ziberi. Von der ersten Sekunde an präsentierte er sich im
Vorwärtsgang agierend mit seiner linken Führhand gegen den Tschechen
Jan Zajac überlegen. Vor allem mit seinen rechten Aufwärtshaken
stellte der physisch überlegene Boxer seinen 26-jährigen Kontrahenten
immer wieder vor Probleme. Mit einem rechten Haken zum Kopf sorgte Ziberi
in der Folge für einen Niederschlag. Ringrichter Andreas Schweiger
brach den Kampf daraufhin nach zwei Minuten und 27 Sekunden ab.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der ersten Runde Kaljtrin Ziberi
Teo Begovic vs. Alexander Frenkel, Cruisergewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Cruisergewichtler
Alexander Frenkel (Foto) verbuchte gegen Teo Begovic einen TKO-Sieg
in der ersten Runde. Nach ersten Angriffen seines Gegners bekam Frenkel
das Ringgeschehen schnell in den Griff. Begovic zeigte dabei Nehmerqualitäten,
steckte selbst härteste linke und rechte Haken auf den Körper
und einige Kopftreffer des 21-Jährigen weg. Am Ende des ersten Durchgangs
musste der Kroate jedoch zu Boden. Sein Trainer warf, da der 20-jährige
Begovic nach wie vor angeschlagen wirkte, das Handtuch und signalisierte
somit nach zwei Minuten und 59 Sekunden die Aufgabe.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der ersten Runde Alexander Frenkel
Miroslav Vymislicky vs. Wassim Khalil, Mittelgewicht, angesetzt
auf vier Runden
Wassim
Khalil (Foto) sorgte gegen den 25-jährigen Miroslav Vymislicky
durch seine starke linke Führhand bereits in der Anfangsphase für
klare Treffer. Mit einem linken Haken zur Leber schickte der 26-Jährige
seinen Kontrahenten aus Teplice noch im ersten Durchgang zu Boden. Doch
Vymislicky erholte sich schnell und brachte den in der Defensive manchmal
noch etwas unbeholfen wirkenden Berliner wenig später an den Ringseilen
in Bedrängnis. Nach einer ausgeglicheneren zweiten Runde sorgte Wassim
Khalil jedoch in Durchgang drei für die Entscheidung: Mit mehreren
linken Aufwärts- und Körperhaken schickte er seinen Widersacher
erneut in den Ringstaub, so dass Ringrichter Rene Fiebig das Aufeinandertreffen
beendete.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der dritten Runde Wassim Khalil
Vaclav Bohat vs. Onur Ince, Mittelgewicht, angesetzt auf vier
Runden
Nachdem
es für Onur Ince (auf Foto links) bei seinem Profidebüt
im November gegen Max Stelzer nur zu einem Unentschieden gereicht hatte,
konnte der 20-Jährige am Samstag in der Universal Hall überzeugen.
Geduldig wartete der Berliner gegen Vaclav Bohat auf sich bietende Angriffschancen.
Er forcierte im Laufe der Eröffnungsrunde das Tempo und kam mit einem
rechten Haken zum Körper zu einem Niederschlag. Wenig später
schickte ein linker Konter zum Kopf den tschechischen Gegner schwer zu
Boden. Nach diesem "Volltreffer" etwa 30 Sekunden vor Ende des
ersten Durchgangs war die Entscheidung gefallen, denn Ringrichter Rene
Fiebig gab den Kampf nicht noch einmal frei.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der ersten Runde Onur Ince
Varol Vekiloglu vs. Jean Henry Raetz, Cruisergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Zu
einem zwar nicht immer hochklassigen, aber dafür sehr spannenden
Kampf entwickelte sich das Aufeinandertreffen zwischen Varol Vekiloglu
und dem Profidebütanten Jean Henry Raetz (auf dem Foto rechts).
In seinem ersten Kampf als Berufsboxer übte Rechtsausleger Raetz
permanent Druck auf seinen Gegner aus. Der 23-jährige Vekiloglu versuchte,
mit zwischenzeitlichen Schlagserien dagegen zu halten. Doch zu häufig
fanden die rechten Haken und linken Geraden des Gegners ihr Ziel. Ende
der zweiten Runde hatte Vekiloglu Mühe, sich nach Treffern von Raetz
auf den Beinen zu halten. Doch die Rundenpause rettete den Berliner vor
dem vorzeitigen Aus. Im letzten Durchgang versuchte der Normalausleger
das Blatt zwar noch einmal zu wenden, doch Jean Henry Raetz lag letztlich
auf den Wertungszetteln zweier Punktrichter vorne. Die dritte Wertung
lautete 38:38.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Jean Henry Raetz
Mirko Sinovcic vs. Karo Murat, Supermittelgewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Mit
Spannung wurde der Kampf von Karo Murat (auf Foto links) erwartet,
der unter der Woche mit seinen Aussagen über die Sparringsleistungen
von Henry Maske in einer großen deutschen Boulevard-Zeitung
für Aufregung gesorgt hatte. Der 23-Jährige Supermittelgewichtler
präsentierte sich überzeugend. Gegen den gleichaltrigen Mirko
Sinovcic, der erstmals als Boxprofi im Ring stand, wartete er geduldig
auf Deckungslücken und attackierte den Kroaten schon nach kurzer
Zeit mit genauen Aktionen. Nach einer Kombination aus linken und rechten
Körperhaken musste sein Kontrahent Sinovcic schließlich in
den Ringstaub. Referee Andreas Schweiger zählte den Kroaten daraufhin
nach einer Minute und 38 Sekunden aus.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der ersten Runde Karo Murat
Ladislav Martinek vs. Burhan Aykut, Superweltergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Burhan
Aykut (Foto links) (Berlin) kam gegen Ladislav Martinek zu einem
TKO-Sieg in der ersten Runde. Nach aggressivem Beginn verbuchte der 24-Jährige
nach einer Links-rechts-Kombination schnell den ersten Niederschlag gegen
seinen tschechischen Gegner. Eine rechte Gerade zum Kopf schickte den
19-jährigen Konkurrenten wenig später erneut zu Boden, so dass
Ringrichter Rene Fiebig den ungleichen Fight abbrach.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der ersten Runde Burhan Aykut
Edin Kavara vs. Frank Shabani, Superleichtgewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Mit
dem 20-jährigen Edin Kavara (Kroatien) stand Frank Shabani (Foto)
ein schlagstarker Kontrahent gegenüber. Doch der Berliner meisterte
die Aufgabe mit Bravour. Nach einigen Versuchen seines Gegners, selbst
für Druck zu sorgen, drängte er den Widersacher mit schnellen
linken und rechten Kopf- und Körperhaken zurück. In der zweiten
Runde wurde die Dominanz des 24-Jährigen deutlicher. Nach harten
Treffern in der neutralen Ecke wirkte Kavara angeschlagen, so dass Ringrichter
Andreas Schweiger den inzwischen ungleichen Fight nach einer Minute und
19 Sekunden beendete. Parallel signalisierte die Ecke des Kroaten durch
Werfen des Handtuchs die Aufgabe.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Frank Shabani
Ebubekir Bulut vs. Vladimir Fecko, Mittelgewicht, angesetzt auf
sechs Runden
Das
Ringduell wischen dem Deutschen Meister im Mittelgewicht Ebubekir Bulut
(24, Foto) und dem Tschechen Vladimir Fecko entwickelte sich
zu einem interessanten Schlagabtausch. Bulut hatte zunächst Probleme,
an der sicheren Deckung des 24-jährigen Rechtsauslegers vorbei zu
kommen. Zwar setzte er den Kontrahenten mit der linken Führhand und
schnellen Links-rechts-Kombinationen an den Seilen immer wieder unter
Druck, doch Fecko verstand es, sich mit viel Routine aus brenzligen Situationen
zu befreien. In der vierten Runde sorgte dann eine harte Rechte auf die
linke Kopfhälfte dafür, dass der Widerstand des Tschechen gebrochen
schien. Fecko, dessen Trommelfell wahrscheinlich bei dieser Aktion geplatzt
war, wurde von Ringrichter Rene Fiebig angezählt. Im fünften
Durchgang ging der Tscheche in der roten Ecke nach einer Serie von linken
und rechten Haken erneut zu Boden, so dass der Referee den Kampf abbrach.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der fünften Runde Ebubekir
Bulut
Josef Holub vs. Muzaffer Tosun, Superleichtgewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Im
letzten Kampf des Abends standen sich Muzaffer Tosun (Foto links)
und Josef Holub (Tschechien) gegenüber. Beide trafen schon einmal
im Mai letzten Jahres aufeinander. Dabei verbuchte Tosun das bessere Ende
für sich, gewann durch KO in Runde vier. Jetzt wollte der 24-jährige
Kontrahent aus Teplice die Revanche. Gute Vorzeichen für einen Fight,
der in den ersten zwei Durchgängen tatsächlich von hohem Tempo
und abwechselnden Angriffsaktionen beider Konkurrenten geprägt war.
Dabei agierte der 31-jährige Tosun mit zunehmender Dauer druckvoller
und drängte seinen Gegner mehrfach an die Seile zurück, um ihn
dort mit schnellen Händen zu stellen. In der dritten Runde führte
eine solche Situation zur Entscheidung: Tosun bedrängte seinen Widersacher
mit schnellen linken und rechten Haken zum Kopf und auf den Körper
an den Seilen, bis dieser zu Boden ging und ausgezählt wurde.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der dritten Runde Muzaffer Tosun
Zudem
standen sich in einem Frauenkampf Anja Henning und Malina
Perplies im Mittelgewicht gegenüber. Nach ansprechendem
Fight verbuchte die im hessischen Schlüchtern lebende Henning dabei
einen knappen, schmeichelhaften Punktsieg. Neben den sportlichen Leistungen
fiel auf, dass eine Reihe aktiver Profiboxer den Weg in die Universal
Hall gefunden hatte. So verfolgten beispielsweise Oktay Urkal,
Sebastian Sylvester, Ali Yildirim, Marco Huck, Cengiz Koc, der
IBF-Weltmeister im Mittelgewicht Arthur Abraham (Foto)
sowie sein Bruder Alexander und die Boxerin Ramona Kühne
das Geschehen im und am Ring.
Montag,
19. Februar 2007
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