| |
Valuev weiter auf WM-Kurs
Bericht von Frank Bleydorn

Der
Russe Nikolay
Valuev (BP-Talent, Foto oben) setzt seine Erfolgsserie
fort. Am Samstagabend besiegte der WBA-Intercontinental Champion im Schwergewicht
den Schweden Attila
Levin in Berlin in überzeugender Manier nach zwei Minuten
und 34 Sekunden der dritten Runde durch TKO. Auch sein 30-jähriger
Teamgefährte Sinan
Samil Sam (BP-Nr. 16) blieb in der Max-Schmeling-Halle
vor 4.500 Zuschauern siegreich. Der türkische Schwergewichtler kam
gegen den Amerikaner Lawrence
Clay-Bey zu einem Punktsieg.
Der Russe Nikolay Valuev setzt seine Erfolgsserie fort. Am Samstagabend
besiegte der WBA-Intercontinental Champion im Schwergewicht den Schweden
Attila Levin in Berlin in überzeugender Manier nach zwei Minuten
und 34 Sekunden der dritten Runde durch TKO. Auch sein 30-jähriger
Teamgefährte Sinan Samil Sam blieb in der Max-Schmeling-Halle vor
4.500 Zuschauern siegreich. Der türkische Schwergewichtler setzte
sich gegen den Amerikaner Lawrence Clay-Bey nach Punkten durch.
1. Kampf: Aziz
Daari vs. Alexander
Sipos, Superweltergewicht, angesetzt auf acht Runden
Auch
die Neuauflage zwischen dem französischen Meister Aziz
Daari und Alexander
Sipos
(Foto) brachte keinen Sieger. Beide Kontrahenten hatten sich bereits
im Oktober vergangenen Jahres im Ring gegenübergestanden auch
damals endete das Aufeinandertreffen mit einem Unentschieden. Der von
Ulli Wegner trainierte Sipos ging zunächst sehr konzentriert
zur Sache und brachte mit einem rechten Haken auf den Körper den
ersten guten Treffer ins Ziel. Mit der linken Führhand bereitete
der gebürtig aus Wolfratshausen stammende Athlet seine Aktionen gut
vor, um seine Angriffe dann mit der Rechten abzuschließen. Doch
sein 32-jähriger Gegner stand in der Deckung sicher und hielt immer
wieder mit linken und rechten Haken dagegen. Ab der fünften Runde
erhöhte Daari den Druck und wurde in seinen Bemühungen noch
variabler. Zwar verstand es Sipos oftmals, den Angriffen seines Widersachers
durch geschickte Meidbewegungen auszuweichen, doch der Franzose glänzte
in dieser Phase durch mehr Aktivität. Die letzten zwei Durchgänge
dieser hochklassigen Kampfpaarung verliefen erneut sehr ausgeglichen,
so dass der Ausgang bis zum Ende völlig offen schien. Die Punktrichter
werteten den Kampf sehr unterschiedlich mit 77:76 für Sipos, 76:76
und 79:75 für Daari.
Offizielles Urteil: Unentschieden
2. Kampf: Ian
Gardner vs. Arthur
Abraham, Mittelgewicht, WBA-Intercontinental Meisterschaft, angesetzt
auf zwölf Runden
Zunächst
deutlich hinter seinen Erwartungen zurück blieb Arthur
Abraham
(BP-Nr. 10, Foto) im Fight um die WBA-Intercontinental Meisterschaft
gegen den unbequem agierenden Ian
Gardner
(BP-Nr. 15 im Superweltergewicht). Der gebürtig aus Armenien
stammende Athlet, der in Berlin lebt, vertraute von Beginn an auf seine
Schlaghärte und ließ zu häufig den Einsatz der linken
Führhand vermissen. So war es erst einmal der in der Rechtsauslage
agierende Gardner, der mit aus der Distanz heraus geschlagenen Schwingern
auf den Körper seines Gegners zu Treffern kam. Zwar ließ sich
der Kanadier immer wieder durch seinen Konkurrenten zurückdrängen,
doch mit linken und rechten Haken zum Körper und an den Kopf verbuchte
der 23-Jährige in den ersten Durchgängen Vorteile. Ab der siebten
Runde änderte sich jedoch das Geschehen. Die inzwischen größere
Aktivität des von Ulli Wegner trainierten Mittelgewichtlers trug
erste Früchte, denn sein Widersacher wurde erstmals in diesem Fight
vom Ringrichter angezählt. Die Überlegenheit Abrahams geriet
in der neunten Runde in Gefahr, als er eine Verwarnung wegen eines Genickschlages
erhielt. Noch im selben Durchgang schickte er seinen Gegner mit einer
Schlagkombination in die Seile, so dass dieser erneut angezählt werden
musste. Die Entscheidung des Kampfes fiel erst im Schlussdurchgang. Mit
einer rechten Geraden landete der 24-jährige Berliner einen weiteren
Niederschlag, so dass es am Ende zu einem knappen Punktsieg reichte.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Arthur Abraham (114:111, 115:110,
115:113)
3. Kampf: Mukadi
Manda vs. Vitali
Tsypko, Supermittelgewicht, angesetzt acht Runden
Nach
der verletzungsbedingten Absage des EM-Fights durch den dänischen
Titelverteidiger Rudy
Markussen (BP-Nr. 18) traf der Ukrainer Vitali
Tsypko
(BP-Talent) in einem Nicht-Titel-Kampf auf den 31-jährigen
Mukadi
Manda.
Der Athlet aus dem Kongo war jedoch dem von Vitali Zubilevich trainierten
Supermittelgewichtler zu keiner Zeit gewachsen. Von Beginn an nutzte der
28-jährige Rechtsausleger seine leichten Reichweitenvorteile konsequent
aus und erzeugte mit der rechten Führ- und linken Schlaghand großen
Druck. In der zweiten Runde sorgte Tsypko dann mit einer harten Linken
an den Kopf seines Gegners für die Entscheidung. Manda ging daraufhin
zu Boden und wurde von Ringrichter Klaus Griesel ausgezählt.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der zweiten Runde Vitali Tsypko
4. Kampf: Lawrence
Clay-Bey vs. Sinan
Samil Sam, Schwergewicht, WBC-Internationale Meisterschaft, angesetzt
auf zwölf Runden
Einen
sehr ausgeglichenen und spannenden Fight lieferten sich der inzwischen
in Berlin-Gatow lebende Sinan
Samil Sam
(BP-Nr.
16, Foto) und
Lawrence Clay-Bey
um die WBC-Internationale Meisterschaft. Der Herausforderer aus den USA
erwischte den deutlich besseren Start. Kopf an Kopf mit seinem Kontrahenten
brachte der von John Scully gecoachte Schwergewichtler immer wieder
seine linken und rechten Haken ins Ziel. Aber auch aus der Distanz heraus
vermochte der 39-jährige Amerikaner mit rechten Aufwärtshaken
und Geraden zu punkten. In der fünften Runde drängte Sam seinen
Kontrahenten zurück und kam mit einer harten Linken an den Kopf zu
einem wirkungsvollen Treffer. Aber nur wenig später meldete sich
Clay-Bey mit einem fulminanten rechten Aufwärtshaken beeindruckend
zurück. Doch der türkische Schwergewichtler zeigte sich nicht
geschockt und erkämpfte sich zum Ende des Durchgangs noch einmal
Vorteile. Danach ließ das Tempo etwas nach und Sam bekam das Geschehen
besser in den Griff. Ab der achten Runde ging es erneut hin und her: Zunächst
setzte der von Ulli Wegner trainierte Schwergewichtler seinen Widersacher
von der Ringmitte aus mit der linken Führhand unter Druck, dann fand
die Rechte des türkischen Athleten einige Male ihr Ziel. Doch Lawrence
Clay-Bey blieb weiterhin brandgefährlich, so dass der Fight bis zur
Schlussrunde völlig offen schien. Die letzte Minute des Aufeinandertreffens
verlief dann dramatisch, denn der Herausforderer setzte noch einmal alles
auf eine Karte und brachte seinen Konkurrenten in schwere Bedrängnis.
Sam hielt mit offenem Visier dagegen und lag in den Augen der Punktrichter
am Ende vorne.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Sinan Samil Sam (115:114, 116:112,
117:111)
5. Kampf: Adnan
Özcoban vs. Zaurbek
Baysangurov, Superweltergewicht, angesetzt auf sechs Runden
Einen starken Eindruck hinterließ der erst 19-jährige Zaurbek
Baysangurov
im Ringgefecht gegen den Berliner Adnan
Özcoban.
Mit seiner linken Führhand bestimmte der an Reichweite deutlich überlegene
Russe die Anfangsphase des Fights deutlich. Immer wieder brachte er seine
harten linken und rechten Haken ins Ziel. Der 39-jährige Özcoban
suchte aus einer kompakten Deckung heraus den Infight. Doch die aus der
Nahdistanz geschlagenen kurzen Aufwärtshaken brachten nicht den gewünschten
Erfolg. Im dritten Durchgang erhöhte Baysangurov noch einmal das
Tempo und kam mit variablen Aktionen erneut zu guten Treffern. Zu Beginn
der vierten Runde warf Özcoban-Trainer Senol Cörekci das
Handtuch und signalisierte damit die Aufgabe seines Schützlings.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der vierten Runde Zaurbek Baysangurov
6. Kampf: Attila
Levin vs. Nikolay
Valuev,
Schwergewicht, WBA-Intercontinental Meisterschaft, angesetzt auf zwölf
Runden
Der
2,13 Meter große Russe Nikolay
Valuev (BP-Talent, Foto) kann sich weiterhin berechtigte
Hoffnungen machen, in absehbarer Zeit um eine Weltmeisterschaft zu kämpfen.
Der Titelverteidiger hatte nach guter Links-Rechts-Kombination zum Auftakt
des Kampfes gegen Attila
Levin
aber zunächst einige Mühe mit seinem schwedischen Kontrahenten.
Denn der 20 Zentimeter kleinere Herausforderer präsentierte sich
zu Beginn des Fights sehr beweglich und deckte mehrmals Deckungslücken
beim Schwergewichtler aus St. Petersburg auf. Nach einer ausgeglichenen
ersten Runde bekam der Schützling von Trainer Manvel Gabrielyan
das Geschehen mit seiner linken Führhand besser in den Griff. Sein
Kontrahent sorgte mit einigen schnellen Rechten zum Kopf des Titelverteidigers
ebenfalls für Gefahr. Im dritten Durchgang brach Nikolay Valuev den
Widerstand des Schweden. Nach einer Links-Rechts-Kombination des 31-Jährigen
ging Levin in der neutralen Ecke zu Boden. Der WBA-Intercontinental Champion
setzte nach und zwang seinen Kontrahenten nach einer Rechten erneut in
die Knie. Nachdem der Ringrichter das Aufeinandertreffen wieder frei gegeben
hatte, suchte Valuev die Entscheidung. Mit schnellen linken und rechten
Haken drängte er den Herausforderer in die blaue Ecke zurück,
bis dieser erneut zu Boden ging und der Referee das Ringgefecht nach zwei
Minuten und 34 Sekunden abbrach.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO Nikolay Valuev
Montag, 14. Februar 2005
|
|