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Nikolay Valuev
vs.
Jameel McCline
- Der Bericht


Vor-Ort-Bericht von Frank Bleydorn
Fotos von Daniel Hiller


Der Russe Nikolay Valuev (BP-Nr. 9, bleibt WBA-Weltmeister im Schwergewicht. Er verteidigte seinen WM-Gürtel am Samstagabend im schweizerischen Basel gegen Jameel McCline (Foto oben). Dabei sorgte eine Knieverletzung des amerikanischen Herausforderers Ende der dritten Runde für das vorzeitige Ende zu Gunsten des Titelverteidigers. Zudem kam EU-Champion Marco Huck (BP-Talent) im Cruisergewicht zu einem einstimmigen Punktsieg über den Belgier Ismail Abdoul. Im Superweltergewicht setzte sich der Franzose Christophe Canclaux im Kampf um die EU-Meisterschaft gegen seinen Landsmann Jimmy Colas durch


WBA-Weltmeisterschaft im Schwergewicht,
Jameel McCline vs. Nikolay Valuev, angesetzt auf zwölf Runden

Die Anfangsphase des WM-Kampfes zwischen
Nikolay Valuev (BP-Nr. 9, auf Foto links) und Jameel McCline (auf Foto rechts) verlief recht ausgeglichen. Der WBA-Weltmeister versuchte, mit seiner linken Führhand Druck auszuüben. Mit linken und rechten Haken zum Körper verbuchte er in der mit knapp 10.000 Zuschauern ausverkauften St. Jakobshalle noch in der ersten Runde eine gute Aktion für sich. McCline, der sich den Angriffen des Gegners zunächst geschickt entzog, hatte ebenfalls gute Momente. Meist waren es Einzelaktionen, die dabei zum Erfolg führten. Im zweiten Durchgang dominierte der 33-jährige Titelverteidiger. Seine harten Führhände, schnelle Links-rechts-Kombinationen und rechte Geraden erzeugten viel Druck. Doch schon in Runde drei befreite sich McCline. Der 36-jährige Amerikaner sorgte mit linken und rechten Haken zum Kopf mehrmals für Gefahr. Später brachte er erneut zwei harte rechte Haken zum Kopf ins Ziel. Kurz vor Ende des Durchgangs versuchte McCline noch einmal, die Rechte am Kinn des Gegners unterzubringen. Dabei riss dem Herausforderer die Patellasehne, so dass seine Kniescheibe heraussprang. Der Amerikaner signalisierte sofort, dass er am linken Bein verletzt sei. Somit war eine Fortführung des Kampfes für den Schützling von Coach Matthew Drayton nicht möglich. Zwar wurde der Abbruch des Fights von einigen Zuschauern mit Pfiffen quittiert, doch spätestens die Wiederholung der Fernsehbilder auf den Großleinwänden in der Veranstaltungsarena belegte die Schwere der Verletzung. Während McCline nach Beendigung des Kampfes mit einer Trage aus dem Ring getragen werden musste, wurde Nikolay Valuev von Ringrichter John Coyle zum Sieger durch TKO in der dritten Runde erklärt.


EU-Meisterschaft im Cruisergewicht, Ismail Abdoul vs. Marco Huck, angesetzt auf zwölf Runden

Der 22-jährige Marco Huck (auf Foto links) setzte sich gegen den Herausforderer Ismail Abdoul (auf Foto rechts) über zwölf Runden einstimmig nach Punkten (118:110, 118:110 und 118:110) durch. Dabei erwies sich der belgische Kontrahent von Beginn an als unbequemer Gegner. Mit der linken Führhand agierend nahm Abdoul immer wieder die Ringmitte für sich in Anspruch, um von dort aus Druck auszuüben. Huck hielt aus einer sicheren Deckung heraus boxend dagegen. Hierbei bereitete er seine Angriffsaktionen meist geduldig mit der Führhand vor, um dann mit zwischenzeitlichen Hakenserien zum Erfolg zu kommen. Durch seine Explosivität erkämpfte sich der Schützling von Trainer Ulli Wegner bis zur sechsten Runde klare Vorteile. Zudem wirkte er durch die Schnelligkeit seiner Aktionen und die Härte seiner Treffer gefährlicher. Ab der siebten Runde hatte der 30-jährige Herausforderer seine beste Phase. Durch seine hohe Schlagfrequenz gestaltete er das Geschehen im Ring bis Ende des zehnten Durchgangs ausgeglichener. Danach präsentierte sich Huck erneut überlegen. Zwar versuchte Abdoul, das Blatt in der Schlussrunde mit seinen Angriffsaktionen zu wenden, doch der Titelverteidiger hatte genug Kraftreserven, um sich noch einmal zu steigern. Mit explosiven linken und rechten Händen zum Kopf brachte der EU-Champion seinen Gegner noch einmal in starke Bedrängnis, so dass er am Ende einen klaren Punktsieg für sich verbuchen konnte.


Weitere Kampfpaarungen:

Insgesamt standen in der St. Jakobshalle 13 Kämpfe auf dem Programm. Im Schwergewicht verbuchte der 22-jährige Rechtsausleger Francesco Pianeta einen TKO-Sieg in Runde drei gegen den Amerikaner Cerrone Fox. Einige Mühe hatte Mario Preskar mit dem Italiener Paolo Ferrara. Der bei US-Promoter Don King unter Vertrag stehende Schwergewichtler aus Kroatien siegte über acht Runden einstimmig nach Punkten. Im Cruisergewicht glänzte der in der Schweiz lebende Nuri Seferi mit einem TKO-Erfolg in der fünften Runde gegen Sinisa Puljak (Kroatien). Der 22-jährige Pole Lukasz Janik gewann in der gleichen Gewichtsklasse über vier Runden einstimmig nach Punkten gegen Blanchard Kalambay. Tomasz Hutkowski (Polen) punktete über vier Durchgänge Remigijus Ziausys aus Litauen aus. Kaum Mühe hatte Supermittelgewichtler Karo Murat bei seinem KO-Sieg nach einer Minute und 41 Sekunden gegen Yves Romainville aus Belgien. EU-Champion Christophe Canclaux verteidigte mit einem ungefährdeten Punktsieg gegen seinen französischen Landsmann Jimmy Colas den EU-Gürtel im Superweltergewicht. Zu den Highlights des Abends gehörte in der selben Gewichtsklasse die Leistung des erst 19-jährigen Dominik Britsch. Der Jungprofi aus Neckarsulm erkämpfte gegen den stark eingeschätzten Franzosen Frank Harroche Horta nach hartem Kampf über sechs Runden einen einstimmigen Punktsieg. Eine überraschende 1:2-Punktniederlage kassierte der Schweizer Superweltergewichtler Sofiane Sebihi im Ringgefecht gegen Najim Ettouhlali aus den Niederlanden. Der 24-jährige Superleichtgewichtler Frank Shabani überzeugte im Kampf gegen Richard Asare (Niederlande). Nach sechs Runden sahen alle drei Punktrichter den Berliner 60:54 vorne. Im einzigen Frauenkampf des Abends, der aus Basel live nach Norwegen übertragen wurde, erboxte die hübsche Skandinavierin Cecilia Braekhus einen klaren Punktsieg über Ksenija Koprek (Kroatien).
Dienstag, 23. Januar 2007


 
     

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