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BP Inside: Kämpfe in der Universal Hall
von Frank Bleydorn

Gleich elf
Kampfpaarungen standen am Samstagabend in der Universal Hall in Berlin
auf dem Programm. Andre Vokuhl, der erstmals als Profiboxveranstalter
in Erscheinung trat, präsentierte dem Publikum ein abwechslungsreiches
Programm. Dazu trugen auch drei Musik-Gigs und eine Spendenaktion (für
ein Hospiz, das sich um sterbende und schwerkranke Kinder kümmert)
bei. Hier die Kämpfe der Reihe nach:
1. Kampf: Mayala Mbungi vs. Benjamin Simon, Mittelgewicht, angesetzt
auf vier Runden
Benjamin
Simon verbuchte gegen Mayala
Mbungi (Kongo) ein erfolgreiches Profidebüt. Mit der
Führhand und ersten Schlagkombinationen kontrollierte der 25-jährige
Berliner das Geschehen von Beginn an. Zwar hielt Mbungi in der zweiten
Runde aggressiv dagegen, doch mit einer Serie von linken und rechten Haken
zeigte Simon am Ende des Durchgangs, dass er sich den Kampf nicht aus
der Hand nehmen lassen wollte. In der dritten Runde setzte der deutsche
Mittelgewichtler den Konkurrenten mit harten Kopftreffern unter Druck,
bis die Ecke des 41-jährigen Gegners das Handtuch warf und somit
die Aufgabe signalisierte.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der dritten Runde Benjamin Simon
2. Kampf: Vaclav Cihlar vs. Beka Lobjanidze, Schwergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Der Tscheche Vaclav
Cihlar sah sich gegen den Profidebütanten Beka
Lobjanidze von der ersten Sekunde an unter Druck. Mit der
Führhand und rechten Händen zum Kopf erkämpfte sich der
26-jährige Georgier deutliche Vorteile. Cihlar wirkte dennoch mit
ein paar linken Schwingern, die allerdings nur selten trafen, gefährlich.
In der zweiten Runde drängte Lobjanidze, der als Amateur im Super-Schwergewicht
mehrmals die georgische Meisterschaft gewonnen hatte, weiter nach vorne.
Mit einer harten Rechten und drei linken Haken zum Körper brachte
er seinen Gegner ins Wanken. Der 34-jährige Tscheche ging zwar nicht
zu Boden, doch er schien angeschlagen zu sein. Ringrichter Holger
Wiemann erkannte das und brach den Kampf nach zwei Minuten und
49 Sekunden ab.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Beka Lobjanidze
3. Kampf: Jean Rodrigue Kamdoum Kamdoum vs. Wassim Khalil, Supermittelgewicht,
angesetzt auf vier Runden
Sehr abwechslungsreich verlief der Kampf zwischen Jean
Rodrigue Kamdoum Kamdoum und dem Berliner Wassim
Khalil. Zunächst hatte dabei der Kameruner die besseren
Aktionen auf seiner Seite. Im zweiten Durchgang wirkte der 27-jährige
Khalil nach Kopftreffern mit der Linken sogar angeschlagen, doch er fing
sich wieder und brachte selbst am Ende der Runde eine harte Rechte ins
Ziel. In der Folge verlief das Geschehen ausgeglichen. Im vierten Durchgang
brachte Jean Rodrigue Kamdoum Kamdoum seinen Gegner erneut in Bedrängnis.
Khalil wackelte, fiel aber nicht. Stattdessen schlug er selbst zurück.
Mit schnellen Links-rechts-Kombinationen nagelte er seinen 29-jährigen
Gegner plötzlich an den Ringseilen fest. Die harten Treffer hinterließen
Wirkung, so dass Ringrichter Andreas Schweiger eingreifen
musste und den Kampf nach zwei Minuten und 13 Sekunden zu Gunsten Khalils
beendete.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der vierten Runde Wassim Khalil
4. Kampf: Johannes Fabrizius vs. Mariusz Biskupski, Mittelgewicht, angesetzt
auf vier Runden
Mariusz
Biskupski baute seine Profibilanz auf zwölf Siege aus
14 Kämpfen aus. Gegen den sehr defensiv eingestellten Johannes
Fabrizius dominierte der Pole über weite Strecken deutlich.
Obwohl sich der Bremer Fabrizius immer wieder geschickt den Angriffsaktionen
Biskupskis entzog, war er nicht in der Lage, selbst Akzente zu setzen.
Erst in der vierten Runde drehte er auf. Doch nachdem der 25-Jährige
eine Verwarnung wegen Haltens durch Ringrichter René Fiebig
kassiert hatte, war seine Gegenwehr endgültig gebrochen. Mariusz
Biskupski steuerte daraufhin einem sicheren Punktsieg entgegen.
Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Mariusz Biskupski
5. Kampf: Khodor Sleiman vs. Fadil Qasem, Halbschwergewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Auf hohem Niveau verlief das Aufeinandertreffen zwischen Profidebütant
Khodor Sleiman und seinem Kontrahenten Fadil
Qasem. Beide Widersacher gingen am Anfang sehr konzentriert
zu Werke, doch Qasem wirkte effektiver und druckvoller. Zwar schien der
in der Rechtsauslage agierende Sleiman zunächst in der Deckung sicher
zu agieren, doch sein Gegner fand Ende der zweiten Runde einige Lücken
und führte mit einem Schlaghagel einen Niederschlag herbei. Im vierten
Durchgang schickte der 26-jährige Qasem seinen Konkurrenten mit einer
Rechten zum Kopf erneut in den Ringstaub. Sleiman stand zwar wieder auf,
doch der 25-Jährige wirkte noch benommen, so dass ihn der Ringrichter
auszählte.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der vierten Runde Fadil Qasem
6. Kampf: Björn Günthert vs. Ahmed Zayab, Weltergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Der 18-jährige Ahmed
Zayab ließ im Duell der Youngster nichts anbrennen.
Gegen den tapfer, aber ein wenig mechanisch wirkenden Björn
Günthert wirkte der Weltergewichtler in seinem zweiten
Profikampf in allen Belangen überlegen. Das zeigte sich schon in
der ersten Runde: Mit einem krachenden linken Haken zur Schläfe schickte
er seinen Kontrahenten kraftvoll zu Boden. Doch Günthert setzte das
Aufeinandertreffen danach fort. Als in der zweiten Runde auch noch ein
rechter Aufwärtshaken durch Zayab das Kinn des Gegners traf, war
der Kampf nach einer Minute und neun Sekunden allerdings entschieden.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der zweiten Runde Ahmed Zayab
7. Kampf: Josip Jovic vs. Yurder Demircan, Schwergewicht, angesetzt auf
vier Runden
Nach über dreijähriger Kampfpause kehrte am Samstagabend
der 36-jährige Yurder
Demircan wieder in den Ring zurück. Doch der bereits
45-jährige Kontrahent aus Kroatien, Josip
Jovic, zeigte gegen den gebürtigen Türken kaum
Gegenwehr. So dauerte es trotz des geringen Tempos nicht lange, bis Demircan
seinen Kontrahenten in der roten Ecke stellte und ihn mit mehreren linken
und rechten Händen zu Boden schickte. Jovic hatte genug, so dass
Ringrichter René Fiebig den Kampf nach nur zwei Minuten und 58
Sekunden beendete. Somit kam Demircan, der bereits 1989 Internationaler
Deutscher Meister im Cruisergewicht war, zu einem erfolgreichen Comeback.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der ersten Runde Yurder Demircan
8. Kampf: Fleis Djendji vs. Nadia Raoui, Fliegengewicht, angesetzt auf
sechs Runden
Ein Highlight des Abends war sicherlich das Ringgefecht zwischen Fleis
Djendji aus Serbien und Nadia
Raoui. Gegen die 23-jährige Deutsche zeigte Djendji
großen Kampfgeist. Obwohl Raoui dominierte, sorgte die 26-Jährige
zwischenzeitlich immer wieder für Gefahr. Doch ab der vierten Runde
zollte die Serbin dem hohen Tempo Tribut. Die schnellen Schlagserien der
in Berlin trainierenden Gegnerin hinterließen zudem deutliche Spuren,
so dass Djendji stark aus der Nase blutete. Dennoch rettete sich die Kämpferin
aus Senta über die Zeit. Am klaren Punktsieg für Nadia Raoui
gab es allerdings nach sechs Runden nichts zu rütteln.
Offizielles Urteil: Siegerin einstimmig nach Punkten Nadia Raoui
9. Kampf: Alexander Riegel vs. Daniel Urbanski, Mittelgewicht, angesetzt
auf vier Runden
Der in Kasachstan geborene Alexander
Riegel stand gegen Daniel
Urbanski von Beginn an auf verlorenem Posten. Denn der Pole
traf den 24-Jährigen mit seinen rechten Händen zum Kopf und
linken Körperhaken fast nach Belieben. Da der 23-jährige Urbanski
allerdings nicht in der Lage war, den Kampf vorzeitig für sich zu
entscheiden, hatte Riegel im vierten Durchgang die Möglichkeit, sich
noch einmal vehement gegen die drohende Niederlage zu stemmen. Da er hierbei
allerdings keine nennenswerten Aktionen für sich verbuchen konnte,
geriet der einstimmige Punktsieg seines Gegners nicht mehr in Gefahr.
Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Daniel Urbanski
10. Kampf: Artem Runde vs. Adnan Özcoban, Weltergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Auch im Alter von 42 Jahren ist es noch immer schwer, dem Berliner Weltergewichtler
Adnan Özcoban das Wasser zu reichen. Das musste
am Samstagabend auch Artem
Runde einsehen. Obwohl der 24-jährige Bremer das Tempo
schon zu Beginn hochhielt, agierte sein Gegner mit großer Effektivität.
Mit einer Linken zur Kinnspitze verbuchte Özcoban im zweiten Durchgang
einen harten Niederschlag für sich. In der Folge übte der im
türkischen Bafra geborene Weltergewichtler weiter Druck aus. Zwar
gelang ihm am Ende kein vorzeitiger, dafür aber ein deutlicher Punktsieg.
Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Adnan Özcoban
11. Kampf: Magdi Miari vs. Stefan Baumann, Schwergewicht, angesetzt auf
vier Runden
Stefan
Baumann präsentierte sich gegen Magdi
Miari zunächst selbstbewusst. Mit der linken Führhand
versuchte er, den aggressiver wirkenden Kontrahenten auf Distanz zu halten
und selbst zu punkten. Doch der 36-Jährige fand gegen die linken
Körper- und Kopfhaken des Widersachers kein geeignetes Mittel. In
der zweiten Runde stellte der 20-jährige Miari seinen Gegner dann
mit harten Treffern an den Ringseilen, bis Referee Andreas Schweiger eingriff
und den Kampf nach einer Minute und 32 Sekunden zu Gunsten des Berliners
abbrach.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Magdi Miari
Dienstag,
03. Juni 2008
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