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Interview mit Manfred Wolke


Interview mit Manfred Wolke

Am 16. Juli kommt es in der Arena Nürnberger Versicherung zu einem interessanten Leistungsvergleich im Supermittelgewicht. Dabei treffen Ex-WBC-Weltmeister Cristian Sanavia (BP-Nr. 18) und der frühere Europameister Danilo Häußler aufeinander. Für beide Athleten steht in dem Kampf um die zur Zeit vakante WBA-Intercontinental Meisterschaft eine Menge auf dem Spiel. Denn nur der Sieger kann darauf hoffen, im Konzert um bedeutende Titel wieder eine gewichtige Rolle zu übernehmen. Dem Unterlegenen droht hingegen ein großer Rückschlag im Rennen um die Top-Weltranglistenplätze in der Gewichtsklasse bis 76,203 Kilogramm. BoxingPress interviewte Häußler-Trainer Manfred Wolke (62, Foto oben) im Trainingslager in Wustrow zum Fight seines Schützlings.

BoxingPress: Herr Wolke, Danilo Häußler erwartet am 16. Juli mit Cristian Sanavia eine äußerst schwere Aufgabe. Wie schätzen Sie die Chancen Ihres Schützlings ein?

Manfred Wolke: Wir wissen genau, was für ein Gegner am Samstag auf uns zukommt. Denn wir haben Sanavia ja bereits zweimal in Deutschland bei seinen Kämpfen gegen Markus Beyer (BP-Nr. 5) gesehen. Markus stand besonders im zweiten Kampf lange Zeit auf verlorenem Posten, hat Sanavia dann aber mit einem Lucky Punch in der sechsten Runde durch KO besiegt. Ich glaube, das sagt alles über die Stärken des Italieners und die Schwere der Aufgabe aus.

BP: Zuletzt hatte Ihr Athlet einige gesundheitliche Probleme. Zunächst musste er den Sanavia-Kampf wegen einer Stirnhöhlenvereiterung, dann wegen einer Ellenbogenverletzung absagen. Verlief die Vorbereitung dieses Mal ohne Komplikationen? Manfred Wolke: Die letzten Monate waren für Danilo schon recht schwer. Es ist nicht optimal, wenn sich ein Kampf immer wieder verschiebt. Jetzt hoffe ich aber, dass er in einem Top-Zustand ist. Wir haben uns jedenfalls sehr konzentriert vorbereitet. Er hat zwar eine schwere Phase hinter sich, aber Danilo ist von seiner Einstellung her vorbildlich. Er ordnet dem Sport alles unter und wird gegen Sanavia wieder hundert Prozent geben.

BP: Cristian Sanavia wird voraussichtlich auf seine Schnelligkeit setzen. Was können wir von Ihrem Schützling erwarten?

Manfred Wolke: Danilo ist selbst auch nicht gerade langsam. Er kann selbst Tempo machen und den Kampf aus der langen Distanz heraus führen und Druck ausüben. Sanavia ist im Oberkörper sehr beweglich. Er schlägt sehr viele schnelle Schlagserien. Deshalb wird die Frage sein, wer das hohe Tempo länger durchhalten kann.

BP: Danilo Häußler stand zuletzt im Dezember letzten Jahres im Ring. Ist die lange Pause ein Nachteil?

Manfred Wolke: Das ist schon ein großer Nachteil. Darüber hinaus hat er sich ja mehrmals auf Kämpfe vorbereitet. Es kam dann aber nie zu einem Kampf, so dass Danilo die Vorbereitung immer wieder neu beginnen musste. Letztendlich muss man die Situation jetzt aber so hinnehmen, wie sie ist.

BP: Sanavia ist Rechtsausleger. Konnten Sie Ihren Athleten ausreichend darauf vorbereiten?

Manfred Wolke: Ja, natürlich. Wir hatten Sparringspartner, die in der Rechtsauslage kämpften. Für mich ist die Auslage nicht so entscheidend. Es kommt eher darauf an, wie Danilo generell mit Sanavia zurecht kommt. Er muss die Stärken des Gegners eliminieren. Doch das wird eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

BP: Sollte Danilo Häußler am 16. Juli gewinnen, wird er in den Weltranglisten der führenden Boxweltverbände wieder ganz oben dabei sein. Was würde im Falle einer Niederlage passieren?

Manfred Wolke: Natürlich würde ich mich über einen Sieg mehr freuen. Mit einer Niederlage beschäftigt man sich im Vorfeld eigentlich nicht. Deshalb ist es auch schwer, etwas dazu zu sagen. Sollte Danilo den Ring tatsächlich nicht als Sieger verlassen, dann kommt es in erster Linie darauf an, was er selbst will. Ich finde, wenn eine positive Entwicklung erkennbar ist, gibt es in Danilos Alter keinen Grund, warum er nicht weitermachen sollte.

Manfred Wolke: Danilo muss mit brachialer Gewalt die Führung des Kampfgeschehens übernehmen, Druck ausüben und voll da sein. Mit fortlaufender Dauer wird man sehen, wie Sanavia damit klarkommt. Entscheidend wird dazu die Einteilung der Kräfte sein. Wenn Danilo sich dabei geschickt verhält, hat er alle Möglichkeiten, den Ring als Sieger zu verlassen.

BP: BoxingPress bedankt sich bei Manfred Wolke für das Interview und wünscht ihm und Danilo Häußler viel Erfolg für den Kampf um die WBA-Intercontinental Meisterschaft.


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Der Beitrag stammt vom 13. Juni 2006 und steht in der Rubrik Interviews. Sie versammelt 12 Beiträge aus dem Archiv, 3 davon aus demselben Jahr. Der ursprüngliche Beitrag umfasst 660 Wörter Fließtext und liegt damit an 11. Stelle des Umfangs innerhalb dieser Rubrik. Die Einordnung folgt der Adresse, unter der er ursprünglich erschienen ist, und nicht einer nachträglichen Bewertung des Inhalts: Eine heute vorgenommene Zuordnung wäre eine Vermutung, und eine falsche Vermutung fiele später niemandem mehr auf.

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Wann ist dieser Beitrag erschienen und in welcher Rubrik steht er?

Er trägt das Datum 13. Juni 2006 und gehört zur Rubrik Interviews, die im Archiv 12 Beiträge umfasst. Aus dem Jahr 2006 stammen davon 3.

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Namentlich Markus Beyer. Zu keinem dieser Namen ist im Archiv ein vollständiger Kampfrekord erhalten. Weitere Beiträge zu einem bestimmten Namen erschließt der Boxerindex.

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