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Schattenboxer - Folge 19


Schattenboxer - Folge 19

Einst war Bob Hazelton ein Riese. Blond, braungebrannt, blaue Augen, beinahe 2 Meter groß und muskelbepackt, ein echter Adonis im Berufsboxsport, der 1978 die Karriere von Bob Foster (ehemaliger Weltmeister und Halbschwergewichtslegende) beendete. Mehr als zwei Jahrzehnte später ist Hazelton selbst fast am Ende und ein paar Köpfe kürzer.

Denn Steroide haben ihn ausgeknockt und einen Schnitt in sein Leben gebracht. Seine beiden Beine mussten wegen den Folgen seines jahrelangen Dopingmissbrauches amputiert werden. Einer geregelten Arbeit kann er wegen seiner Behinderung schon lange nicht mehr nachgehen. Auch sein Herz hat darunter gelitten. Seit 1986 braucht er einen Herzschrittmacher. Was bleibt sind ab und zu eine Hand voll Dollar, die er sich verdingt, wenn er auf Vorträgen über seine Vergangenheit spricht und als abschreckendes Beispiel für junge Nachwuchsathleten benutzt wird.

1966 hatte Hazelton noch voller Hoffnung und Träume sein Debüt als Profiboxer gegeben. Der Anfang seiner Karriere verlief jedoch alles andere als berauschend. Von seinen ersten sechs Kämpfen gewann er nur einen. 1969 wurde er als Aufbaugegner für den jungen George Foreman verpflichtet, der mit Leichtigkeit durch ihn hindurch marschierte und einen schnellen Knockoutsieg einfuhr.

Eine Hinrichtung fast, die Hazeltons künftige Boxkarriere in eine völlig neue Bahn beförderte. Er erkannte, dass sein bescheidenes Talent allein nicht ausreichte, um in den Boxranglisten jemals eine bedeutende Rolle spielen zu können. Gegen die Power von George Foreman war er völlig chancenlos gewesen, obwohl er über die besseren physischen Voraussetzungen verfügte. Deshalb fing er Anfang der 70er Jahre damit an, Steroide einzunehmen. Er machte eine längere Boxpause und trainierte wie ein Besessener mit Gewichten an seiner Kraft. Er formte seinen Körper, stählte ihn und mutierte zu einem wahren Muskelberg.

So stellten sich dank Doping und geschickter Gegnerauswahl ab 1975 auch im Ring erste Erfolge ein. Mit seinem neuen Mehrgewicht und der starken Masse konnte er seine Gegner jetzt überrennen und niederringen. Allerdings nur solange die Gegner von seiner imposanten Gestalt beeindruckbar waren und über kein allzu hohes boxerisches Niveau verfügten. Gegen einen greisen Bob Foster oder einem soliden Boxhandwerker wie Lucien Rodriguez kassierte er trotz Doping jeweils eine Knockoutniederlage. Lediglich im Rematch errang Hazelton 1979 gegen den damals bereits 40 Jahre alten und ausgebrannten Foster eine Überraschung, als er den erheblich leichteren Exchamp früh anschlagen konnte und dieser vom Ringrichter aus dem Kampf genommen wurde. Hazeltons größter Sieg gegen einen alten und körperlich unterlegenen Mann, der nur noch ein Schatten seiner selbst war. Ein nutzloser und die Realität verschleiernder Sieg dank Steriode, die Hazelton lange Zeit falsche Tatsachen und Träume vorgaukelten.

„ Doping ist wie eine Kreditkarte “, meint Hazelton heute betrübt. „ Man geht in den Laden und kauft alle Dinge, die man will. Doch irgendwann wird es Zeit, dass man die Rechnung dafür bezahlt. Und oft fällt der Preis dann viel höher aus als erwartet. “


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Der Beitrag stammt vom 15. Juni 2006 und steht in der Rubrik Berichte. Sie versammelt 32 Beiträge aus dem Archiv, 8 davon aus demselben Jahr. Der ursprüngliche Beitrag umfasst 463 Wörter Fließtext und liegt damit an 30. Stelle des Umfangs innerhalb dieser Rubrik. Die Einordnung folgt der Adresse, unter der er ursprünglich erschienen ist, und nicht einer nachträglichen Bewertung des Inhalts: Eine heute vorgenommene Zuordnung wäre eine Vermutung, und eine falsche Vermutung fiele später niemandem mehr auf.

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In der zeitlichen Folge seiner Rubrik steht der Beitrag an 23. Stelle von 32. Davor liegt Schattenboxer Folge 20 aus 2006. Danach folgt Schattenboxer - Folge 23 - Roman Greenberg - Stern oder Schatten? aus 2006. Diese Reihenfolge ist die des Erscheinens und nicht die der Bedeutung; sie eignet sich, um einen Zeitraum am Stück zu lesen, und weniger, um einen einzelnen Namen zu verfolgen. Dafür ist der Boxerindex der kürzere Weg.

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Häufige Fragen zu diesem Beitrag

Wann ist dieser Beitrag erschienen und in welcher Rubrik steht er?

Er trägt das Datum 15. Juni 2006 und gehört zur Rubrik Berichte, die im Archiv 32 Beiträge umfasst. Aus dem Jahr 2006 stammen davon 8.

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Inhaltlich nicht. Entfernt wurden Navigation, Werbeflächen und Seitenfuß, hinzugekommen sind die Angaben zu Rubrik, Jahr und Umfang neben dem Text. Der Beitrag selbst gibt den Kenntnisstand von 2006 wieder und wird nicht an spätere Entwicklungen angepasst.

Welche Beiträge stehen im Archiv unmittelbar davor und danach?

Innerhalb der Rubrik Berichte steht dieser Beitrag an 23. Stelle von 32. Davor liegt "Schattenboxer Folge 20" aus 2006. Danach folgt "Schattenboxer - Folge 23 - Roman Greenberg - Stern oder Schatten?" aus 2006.

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Der ursprüngliche Beitrag umfasst 463 Wörter Fließtext; innerhalb seiner Rubrik steht er damit an 30. Stelle von 32. Erhalten sind 1 Originalaufnahme, die breiteste davon misst 224 Pixel. Es sind Webbilder ihrer Zeit; sie werden in der Breite gezeigt, die die jeweilige Datei hergibt, und nicht darüber hinaus vergrößert.