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Deutsche Meisterschaft der Amateure


Aufnahme zur Rubrik Berichte
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Vom 25.10. bis zum 29.10.2006 fanden in Straubing die 84. Deutschen Meisterschaften der Amateure statt. Das Turnier galt als wichtige Standortbestimmung und erste Sichtung für die WM 2007 in Moskau. Nach dem EM-Debakel 2006 in Bulgarien und dem Wechsel einiger Routiniers ins Profilager (z.B. Vitali Tajbert , Eduard Gutknecht , Sebastian Köber u.a.) galt es für Deutschlands Amateurboxer wieder den Blick nach vorne zu richten und sich als kommende Leistungsträger für die Zukunft zu empfehlen.

In dieser Klasse wurde kein Meister gekürt, da am Ende nur Andreas Robitsch (19) aus Halle erschienen war. Als Gegner im Finale war ursprünglich Niedersachsenmeister Johnny Phan aus Braunschweig vorgesehen. Allerdings hatte Phan in seinem Startausweis erst drei Kämpfe vorzuweisen, während der mehrfache Deutsche Jugend- und Juniorenmeister Andreas Robitsch bereits 60 Fights bestritten hatte und damit über erheblich mehr boxerische Erfahrung und Können verfügte.

Als Favorit galt hier der junge Ronny Beblik (20) aus Chemnitz. Der Deutsche Meister in den letzten Jahren bei den Junioren und Senioren traf im Finale auf Sebastian Tlatlik (24) aus Essen, der im Halbfinale etwas überraschend den 18-jährigen Stefan Wagenknecht (UBV Schwedt) mit 30:18 aus dem Rennen geworfen hatte. Wagenknecht war 2006 immerhin Deutscher Vizemeister und 2005 Internationaler Deutscher Meister bei den Junioren. Beblik jedoch hatte wenig Mühe mit Tlatlik und konnte seinen Titel mit 35:10 erfolgreich verteidigen. Alter und neuer Meister: Ronny Beblik, Chemnitzer BC (Sachsen).

Hier konnte es nur einen geben: Rustam Rahimov (31) aus Velbert, der Medaillengarant für Deutschland in den letzten Jahren bei Olympia, Weltmeister- und Europameisterschaften mit über 230 Kämpfen in seinem Startausweis und Olympia-Bronze und WM-Silber in seiner Trophäensammlung. Im Endkampf kam es zum erwarteten Duell gegen Marcel Schneider (20) aus Fürstenwalde. Schneider war Deutscher Meister der Junioren 2003/2004, Deutscher Vizemeister 2004/2005 und holte bei der Junioren-EM 2003 Bronze. Doch auch dieses Mal hatte Schneider das Nachsehen und musste sich mit 11:26 geschlagen geben. Zum wiederholten Male Deutscher Meister damit: Rustam Rahimov, Velberter BC (Niederrhein).

Nachdem Topfavorit und Titelverteidiger Andreas Propp (25) in Straubing nicht dabei sein konnte, ergaben sich für die jüngeren Boxtalente neue Chancen. Im Halbfinale musste sich „Nachrücker“ Wilhelm Gratschow aus Gifthorn, Dritter der DM 2005, mit 28:34 dem jungen Marcel Meyerdiercks (19) aus Wismar geschlagen geben. Nicht viel besser erging es im Endkampf Marcel Herfurth (20) aus Halle. Der ehemalige Deutsche Juniorenmeister und Vizeeuropameister verlor gegen seinen Namensvetter Meyerdiercks, der 2005 bei den Junioren den DM-Titel holte und diesen Triumph auch im Lager der Senioren wiederholen konnte. Deutscher Meister 2006 im Federgewicht: Marcel Meyerdiercks, PSV Wismar (Mecklenburg-Vorpommern).

Die größten Hoffnungen ruhten auf Leichtgewichtler Artur Schmidt . Der 21 Jahre alte Berufssoldat aus Marl-Hüls ließ im September durch den Sieg bei der Militär-Weltmeisterschaft aufhorchen. Im Finale setzte er sich gegen den stark eingeschätzten Russen Maxim Ignatjew nach Punkten durch. In Straubing konnte Schmidt an diese Form anknüpfen. Im Finale besiegte er Lokalmatador Sergej Haan (Deutscher Vizemeister 2005 und Militärvizeweltmeister 2004) aus Augsburg klar mit 40:24. Die neue deutsche Nr. 1 im Leichtgewicht: Artur Schmidt, VfB Marl- Hüls (Westfalen).

Eine Klasse aufgestiegen war Enrico Wagner , ehemaliger Leichtgewichtsmeister. Sein Trainer Dietmar Schnieber (ehemaliger Proficoach bei Universum Box-Promotion) und er hatten sich entschieden, den Gewichtsklassenaufstieg sofort zu vollziehen, um keine Zeit zu verlieren und sich konsequent auf die Olympischen Spiele 2008 vorzubereiten. Der 1,73 Meter große Wagner musste zuletzt vor den Wettkämpfen zu viel „Gewicht machen“. Normalerweise bringt er nach eigenen Angaben 67 bis 68 kg auf die Waage. Um ins Leichtgewicht-Limit (bis 60,0 kg) zu kommen, musste er entsprechend abtrainieren. „Das hat doch einiges an Substanz gekostet“ , beschrieb der 23-Jährige den Grund des Gewichtsklassenwechsels. Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft sollte diese Entscheidung jetzt bestätigen, zumal die Mitfavoriten Harun Sipahi (BAC Wolfenbüttel/ Militär-Weltmeister 2005) und Martin Dreßen (BAC Schwerin/ WM-Dritter 2003 im Leichtgewicht, Militär-Vizeweltmeister 2006) fehlten. So traf Enrico Wagner im Endkampf auf Slawa Keber aus Lohne, der im Halbfinale knapp Geheimtipp Dieter Döhl aus Gifthorn mit 16:14 geschlagen hatte. Mit 190 Amateurfights hatte Wagner doppelt so viel Ringerfahrung wie Kerber, der „nur“ 73 Kämpfe vorweisen konnte. Dennoch hatte der Schnieber-Schützling mehr Mühe als erwartet und konnte lediglich einen mühsamen 31:26 Punktsieg erringen. Deutscher Meister 2006: Enrico Wagner, BC Cottbus (Brandenburg).

Wenig Probleme dagegen hatte Nationalstaffelboxer Artem Merjasow aus Gera. Der Deutsche Meister der Jahre 2001 bis 2004 traf auf Robin Zipperer (19) aus Chemnitz. Mit über 150 Kämpfen auf dem Buckel hatte der Boxer aus Gera wesentlich mehr Boxerfahrung als Zipperer, der bislang 80 Kämpfe bestritten hatte. Keine Überraschung also, dass Merjasow im Finale den Ring erneut als Sieger durch Aufgabe verlassen konnte. Die deutsche Nr. 1 im Weltergewicht: Artem Merjasow, BCT Gera (Thüringen).

Ebenfalls im Aufwind befand sich Mittelgewichtler Konstantin Buga , der bei der Militär-WM 2006 immerhin Silber gewann. Der 21 Jahre alte Berliner, wie Artur Schmid in Kasachstan geboren, zeigte bei der Deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr bereits eine Kostprobe seines Könnens und gewann den Titel im Weltergewicht. „ Konstantin hat sich trotz des frühen Ausscheidens bei der EM im Sommer wieder herangekämpft und eine gute Moral bewiesen “, lobte Ranze seine große Hoffnung, die ihn zumindest bei den nationalen Meisterschaften nicht im Stich lässt. Im Endkampf besiegte Buga den Dritten der DM 2005 Halis Baran aus Seelze mit 29:24. Auf der Strecke dagegen blieben die Veteranen Dennis Fütterer aus Aalen, der wieder „nur“ Dritter wurde und Jörg Rosomkiewicz (30) von Motor Babelsberg, der Lospech hatte und schon in der Vorrunde auf Mitfavorit Fütterer traf und knapp geschlagen wurde. Alter und neuer Deutscher Meister: Konstantin Buga, Berlin Neuköln (Berlin).

Für die jungen Talente Rene Krause und Benjamin Schmidt reichte es dieses Mal noch nicht. Der mehrfache Juniorenmeister Benjamin Schmidt aus Ludwigsburg (20) schaffte es zwar ins Halbfinale, musste sich dort aber dem erfahrenen Tino Groß (26) aus Gotha äußerst knapp nach Punkten beugen. Groß war Deutscher Meister 2003 und 2004, Dritter bei der Militär-WM 2004 und diente gelegentlich als Sparringspartner für die UPB-Boxer. Für den ehemaligen Vizeweltmeister bei den Kadetten Rene Krause (19) aus Köln, der einen Vorvertrag mit Sauerland Event besitzt, kam das Aus schon in der Vorrunde. Was damals Denis Boytsov bei der Jugend-WM nicht gelang, schaffte Hüseyin Cinkaya (19) aus Schifferstadt. Krause wurde kalt erwischt und ging in der ersten Runde KO. Gegen Mitfavorit Robert Woge (22) war für den Außenseiter im Halbfinale allerdings Endstation. Der Titelverteidiger, Chemiepokalsieger 2003 und EM-und WM-Teilnehmer, ließ sich von Cinkayas Schlagkraft nicht beeindrucken und gewann relativ eindeutig nach Punkten. Das Finale bestritten also Tino Groß (204 Kämpfe, 154 gew. 38 ver., 12 remis) und Robert Woge (133 Kämpfe, 99 Siege, 27 Niederlagen, 7 Remis), welches letzterer mit 34:28 für sich entscheiden konnte. Erfolgreicher Titelverteidiger: Robert Woge, BW Könnern (Sachsen-Anhalt).

Als klarer Favorit galt Alexander Povernov (28) aus Gifthorn (Deutscher Meister 2000,2004,2005; Bronze WM 2005, Bronze EM 2006). Lospech dagegen hatte Jan Golla (29) aus Schwedt, der schon im Halbfinale den Weg von Povernov kreuzen musste. Golla verlor eindeutig und so schaffte es der Hamburger Lukas Schulz und DM-Dritte von 2005 mit einem Sieg über den Greifswalder Christan Radke in den Endkampf. Von 63 Kämpfen hatte Schulz immerhin 46 gewonnen. Gegen den starken Povernov war er dennoch mit 18:32 chancenlos und verlor auch dieses Mal wie schon ein Jahr zuvor gegen die deutsche Nr. 1 im Schwergewicht. Alter und neuer Deutscher Meister: Alexander Povernov, BC Gifhorn (Niedersachsen).

Superschwergewicht +91 Kg: Nach dem Weggang von Sebastian Köber und Steffen Kretschmann schien der Weg frei für die Routeniers Konstantin Airich (28) aus Karlsruhe und Michael Werner (29) aus Thüringen. Beide mit über 100 Kämpfen in ihrem Startausweis und etlichen Landesmeistertiteln ausgestattet, trafen im Halbfinale jeweils auf die sog. „jungen Wilden“ Erkan Teper (24) aus Ahlen und Markus Tomala (23) aus Düsseldorf. Einmal gewann Jung gegen Alt, einmal siegte Alt gegen Jung. So standen sich im Finale dann Erkan Teper und Konstantin Airich gegenüber, beide schon mal Dritte der DM 2004. 2005 hatte Teper seinen Kontrahenten bei der DM in der Vorrunde noch vorzeitig durch RSC besiegt. Dieses Mal nahm Airich erfolgreich Revanche und gewann durch RSC in Runde 3. In der Vorrunde ausgeschieden dagegen war „Eintagsfliege“ Boris Boshenko, der Titelverteidiger und einstige Köber-Bezwinger. Gegen Markus Tomala hatte er sang- und klanglos verloren. Neuer Deutscher Meister 2006: Konstantin Airich, Karlsruher SC (Baden).

Eine Wachablösung ist nicht in Sicht. Favoritensiege statt Überraschungserfolge: Gleich sechs Vorjahressieger verteidigten ihren Titel. Ronny Beblik, Rustam Rahimow, Enrico Wagner, Konstantin Buga, Robert Woge und Alexander Powernow ließen der Konkurrenz keine Chance. Chef-Bundestrainer Helmut Ranze stufte das Niveau der Titelkämpfe in den zehn Gewichtsklassen nicht sonderlich hoch ein: „Einige Lichtblicke waren zu erkennen. Ansonsten waren die Leistungen durchwachsen.“ Erstmals in der Geschichte der DM wurde im Halbfliegengewicht bis 48kg kein Meister ausgeboxt, da sich nur ein Athlet meldete. „Das ist eine negative Entwicklung. Wir verlieren im internationalen Vergleich in dieser Gewichtsklasse den Anschluss“, kritisierte DBV-Pressewart Alexander Mazur und vergaß dabei, dass selbst Deutschlands höhere Gewichtsklassen im internationalen Vergleich den anderen Nationen wie Russland, Kuba, Ukraine, Kasachstan etc. hinterherhinken. Montag, 30. Oktober 2006


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Der Beitrag stammt vom 29. Oktober 2006 und steht in der Rubrik Berichte. Sie versammelt 32 Beiträge aus dem Archiv, 8 davon aus demselben Jahr. Der ursprüngliche Beitrag umfasst 1.482 Wörter Fließtext und liegt damit an 11. Stelle des Umfangs innerhalb dieser Rubrik. Die Einordnung folgt der Adresse, unter der er ursprünglich erschienen ist, und nicht einer nachträglichen Bewertung des Inhalts: Eine heute vorgenommene Zuordnung wäre eine Vermutung, und eine falsche Vermutung fiele später niemandem mehr auf.

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In der zeitlichen Folge seiner Rubrik steht der Beitrag an 25. Stelle von 32. Davor liegt Schattenboxer - Folge 23 - Roman Greenberg - Stern oder Schatten? aus 2006. Danach folgt Schattenboxer - Folge 29 - Von Titanen, Tragödien und Kieferbrüchen aus 2007. Diese Reihenfolge ist die des Erscheinens und nicht die der Bedeutung; sie eignet sich, um einen Zeitraum am Stück zu lesen, und weniger, um einen einzelnen Namen zu verfolgen. Dafür ist der Boxerindex der kürzere Weg.

In derselben Rubrik stehen unter anderem Schattenboxer Folge 20, Manuel Charr und Schattenboxer - Folge 23 - Roman Greenberg - Stern oder Schatten?. Der Weg durch das Archiv führt entweder über die Rubrik, wenn ein Zeitraum gesucht wird, oder über den Boxerindex, wenn ein Name gesucht wird. Für die reinen Zahlen einer Karriere sind die Kampfrekorde der kürzeste Weg, und zwei davon lassen sich im Rekord-Vergleich unmittelbar nebeneinanderlegen.

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Er trägt das Datum 29. Oktober 2006 und gehört zur Rubrik Berichte, die im Archiv 32 Beiträge umfasst. Aus dem Jahr 2006 stammen davon 8.

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Innerhalb der Rubrik Berichte steht dieser Beitrag an 25. Stelle von 32. Davor liegt "Schattenboxer - Folge 23 - Roman Greenberg - Stern oder Schatten?" aus 2006. Danach folgt "Schattenboxer - Folge 29 - Von Titanen, Tragödien und Kieferbrüchen" aus 2007.

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