boxingpress Boxen · Wetten · Archiv

Leserumfragen Leserumfrage

Die große Jahresumfrage 2003 - Die Ergebnisse


Die große Jahresumfrage 2003 - Die Ergebnisse

Verfolgt man jährlich die BoxingPress-Umfrage zum besten deutschen Box-Kommentator, so könnte man zu dem Schluss kommen, dass es nur zwei bedeutende Vertreter dieser Gattung in Deutschland gibt. Auch diesmal machen sie die ersten beiden Plätze unter sich aus, allerdings mit neuem Ergebnis. Aber rollen wir das Feld, wie gewohnt, erst einmal von hinten auf:

• Wie auch in der Umfrage des vergangenen Jahres, ist Andreas Witte von der ARD mit mageren 0,65 % das Schlusslicht. Der Grund hierfür dürfte in der wenig objektiven Kommentierung liegen, durch die der namentlich kaum bekannte Oldenburger auch im Jahr 2003 häufig aufgefallen ist. Allerdings sollte man Witte zugute halten, dass Sauerland-Veranstaltungen im letzten Jahr teilweise undankbare Kommentatoren-Jobs waren.

• Platz fünf teilen sich zwei Kommentatoren mit jeweils 1,96 %. Zum einen findet sich an dieser Position erneut Matthias Preuß vom Pay-TV-Sender Premiere wieder, der wohl auch dieses Jahr aufgrund seiner fachlich zwar meist einwandfreien, aber recht blassen Kommentare nicht mehr Leserstimmen auf sich vereinigen konnte. Der Zweite ist Jens-Jörg Rieck , der wie sein ARD-Kollege Andreas Witte die Neigung hat, zugunsten des Sauerland-Boxers Partei zu ergreifen und vor allem auch schwache Kämpfe gut zu reden. Zudem macht er keinen allzu sattelfesten Eindruck, was seine Kenntnisse über den Boxsport anbelangt und behauptet auch schon mal, dass Amateurkämpfe über zwölf Runden gehen.

• Auf Rang vier findet sich mit Günther-Peter Ploog dieses Jahr ein Neueinsteiger wieder. Auch wenn der Posten als Box-Kommentator für den Routinier des ZDF sicher eher einen „Nebenjob“ darstellt, kommen die 3,92 % der Stimmen nicht von ungefähr. Ploog hat sich mit seinen durchaus kritischen Tönen immer wieder als angenehme Abwechslung zu seinen meist arg euphorischen Kollegen erwiesen.

Die große Jahresumfrage 2003 - Die Ergebnisse

• Auch dieses Jahr belegt Rene Hiepen vom ZDF den dritten Platz in der Lesergunst. Allerdings kann man sich diese Platzierung wohl nur durch den Bekanntheitsgrad erklären, den er durch die Live-Übertragungen der UBP-Veranstaltungen erlangt hat. Denn Hiepen ist höchst selten objektiv und erweckt den Eindruck, als täte er sich schwer, das Geschehen im Ring nachzuvollziehen und agiert deshalb auf Nummer sicher, indem er stark zugunsten des Kämpfers kommentiert, den er schon im Vorfeld als wahrscheinlichen Sieger und besseren Boxer ausgemacht zu haben glaubt. Im Regelfall ist dies der Mann aus dem Hamburger Boxstall. Dabei wirkt er schon einmal sachlich überfordert oder kommentiert am Kampf vorbei. Nicht nur sein Ausspruch über die "legendäre zwölfte Runde" zwischen Ali und Foreman ist unangenehm in Erinnerung geblieben. Vielleicht fasst Hiepen diesen dritten Rang als Vorschusslorbeeren auf und arbeitet an sich. Sicher hat inzwischen auch er erfahren, dass Foreman damals in Runde acht KO ging.

• Nachdem es inzwischen den Anschein hatte, als ob Premiere/DSF-Kommentator Tobias Drews ein Abo auf den ersten Platz in dieser Umfrage habe, muss er sich dieses Mal mit der Silbermedaille und 39,22 % zufrieden geben. Was letztlich den Ausschlag für den Führungswechsel gab, darüber lässt sich allenfalls spekulieren. Sicher hat Drews einen relativ dankbaren Job, da er die internationalen Kämpfe der weltbesten Boxer live kommentieren darf, allerdings füllt er seinen Posten auch hervorragend aus und gehört auf jeden Fall zu den kompetentesten Männern am Mikrofon. Ob es vielleicht der weniger gute Eindruck war, den er anlässlich der UFC-Übertragungen bei den Premiere-Zuschauern hinterließ? Wahrscheinlicher dürfte wohl sein, dass Drews seine zurückgegangene Präsenz im Free-TV (das DSF zeigt nur noch wenige Kämpfe) einige Stimmen gekostet hat.

• Sieger der diesjährigen Umfrage mit stolzen 47,06 % ist Werner Kastor, der in den Vorjahren stets hinter Tobias Drews rangierte. Im Gegensatz zu besagtem Kollegen hat Kastor mit den auf Eurosport übertragenen Veranstaltungen sicher nicht immer das große Los gezogen und darf den Zuschauern nicht selten weitestgehend unbekannte Boxer präsentieren. Doch das tut er auf seine ganz eigene unkonventionelle Weise, die vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft, der man aber aufgrund des trockenen Humors einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann. So findet er zwischendurch auch einmal die Zeit, die Walk-In-Musik eines Boxers oder die optischen Qualitäten eines Nummerngirls zu kommentieren. Jedoch können all die kleinen Späße und Sprüche nicht verbergen, dass Kastor wirklich Ahnung vom Boxsport hat. Auch wenn er sich zuweilen die Blöße gibt, den ein oder anderen etablierten Boxer nicht zu kennen oder unvorbereitet wirkt, so ist er inzwischen für viele Zuseher wohl einfach zum "Kult" avanciert.


Dieser Beitrag im Archiv

Der Beitrag stammt vom 19. April 2004 und steht in der Rubrik Leserumfragen. Sie versammelt 5 Beiträge aus dem Archiv, 1 davon aus demselben Jahr. Der ursprüngliche Beitrag umfasst 699 Wörter Fließtext und liegt damit an 3. Stelle des Umfangs innerhalb dieser Rubrik. Die Einordnung folgt der Adresse, unter der er ursprünglich erschienen ist, und nicht einer nachträglichen Bewertung des Inhalts: Eine heute vorgenommene Zuordnung wäre eine Vermutung, und eine falsche Vermutung fiele später niemandem mehr auf.

Zum Beitrag sind 2 Originalaufnahmen erhalten, die breiteste misst 200 Pixel in der Breite. Das ist die Größe, in der Bilder im Web dieser Jahre ausgeliefert wurden, und sie setzt die Grenze für die Darstellung: Eine Aufnahme wird höchstens auf das Doppelte ihrer eigenen Breite gebracht, weil darüber hinaus nur noch Unschärfe entsteht. Deshalb steht sie klein neben dem Text und nicht über ihm.

In der zeitlichen Folge seiner Rubrik steht der Beitrag an 2. Stelle von 5. Davor liegt Die große Jahresumfrage 2000 - Die Ergebnisse aus 2002. Danach folgt Die große Jahresumfrage 2003 - Die Ergebnisse aus 2005. Diese Reihenfolge ist die des Erscheinens und nicht die der Bedeutung; sie eignet sich, um einen Zeitraum am Stück zu lesen, und weniger, um einen einzelnen Namen zu verfolgen. Dafür ist der Boxerindex der kürzere Weg.

Der ursprüngliche Beitrag gehört zu den kürzeren des Archivs. Das hat in der Regel einen von zwei Gründen: Entweder war er von vornherein knapp gehalten, etwa als Meldung, Tabelle oder Hinweis in eigener Sache, oder er verweist auf Inhalte, die außerhalb der Seite lagen und sich nicht mit ihr wiederherstellen ließen. Was hier unter dieser Überschrift steht, ist die Beschreibung des Dokuments und klar von ihm getrennt.

In derselben Rubrik stehen unter anderem Die große Jahresumfrage 2003 - Die Ergebnisse, Die große Jahresumfrage 2005 - Die Ergebnisse und Die große Jahresumfrage 2000 - Die Ergebnisse. Der Weg durch das Archiv führt entweder über die Rubrik, wenn ein Zeitraum gesucht wird, oder über den Boxerindex, wenn ein Name gesucht wird. Für die reinen Zahlen einer Karriere sind die Kampfrekorde der kürzeste Weg, und zwei davon lassen sich im Rekord-Vergleich unmittelbar nebeneinanderlegen.

Häufige Fragen zu diesem Beitrag

Wann ist dieser Beitrag erschienen und in welcher Rubrik steht er?

Er trägt das Datum 19. April 2004 und gehört zur Rubrik Leserumfragen, die im Archiv 5 Beiträge umfasst. Aus dem Jahr 2004 stammen davon 1.

Ist der Text gegenüber der ursprünglichen Fassung verändert worden?

Inhaltlich nicht. Entfernt wurden Navigation, Werbeflächen und Seitenfuß, hinzugekommen sind die Angaben zu Rubrik, Jahr und Umfang neben dem Text. Der Beitrag selbst gibt den Kenntnisstand von 2004 wieder und wird nicht an spätere Entwicklungen angepasst.

Welche Beiträge stehen im Archiv unmittelbar davor und danach?

Innerhalb der Rubrik Leserumfragen steht dieser Beitrag an 2. Stelle von 5. Davor liegt "Die große Jahresumfrage 2000 - Die Ergebnisse" aus 2002. Danach folgt "Die große Jahresumfrage 2003 - Die Ergebnisse" aus 2005.

Wie umfangreich war der ursprüngliche Beitrag und sind Fotos erhalten?

Der ursprüngliche Beitrag umfasst 699 Wörter Fließtext; innerhalb seiner Rubrik steht er damit an 3. Stelle von 5. Erhalten sind 2 Originalaufnahmen, die breiteste davon misst 200 Pixel. Es sind Webbilder ihrer Zeit; sie werden in der Breite gezeigt, die die jeweilige Datei hergibt, und nicht darüber hinaus vergrößert.