Leserumfragen Leserumfrage
Die große Jahresumfrage 2003 - Die Ergebnisse
• In der diesjährigen Umfrage belegt der Kampf zwischen den Juniormittelgewichtlern Ian Gardner (auf Foto rechts) und Tokunbo Olajide den sechsten Platz, was schon als schmeichelhaft bezeichnet werden kann. Obwohl immerhin die vakanten Titel kleinerer Verbände auf dem Spiel standen, ließen beide Boxer über die komplette Distanz von 12 Runden klare Aktionen vermissen. Stattdessen erging man sich in einer endlosen Klammerorgie, die von Unmutsäußerungen des Publikums begleitet wurde. Zählbare Treffer waren so selten, dass die Vermutung nahe liegt, der 23-jährige Gardner bekam die Mehrheitsentscheidung zugesprochen, weil er die Punktrichter mit seinen gelegentlichen Clownerien besser unterhalten hat.
• Mit 1,76 % der abgegebenen Stimmen, wurde die Weltmeisterschaft im Federgewicht nach den Versionen der WBA und IBF zwischen Juan Manuel Marquez (Foto) und seinem mexikanischen Landsmann Orlando Salido auf den fünften Platz gewählt. Der ältere der Brüder Marquez war bereits im vergangenen Jahr in dieser Umfrage vertreten, was allerdings an der Einstellung seines Gegners Derrick Gainer lag. Diesmal hat Marquez die zweifelhafte Ehre selbst zu verschulden, da der Weltmeister nur das Nötigste tat, wobei seine Schläge ungewohnt selten das Ziel trafen, da er vornehmlich darauf bedacht war, außerhalb der Schlagdistanz zu bleiben. In der zweiten Runde versuchte der Pflichtherausforderer mit dem Kampfnamen „Siri“ Marquez unter Druck zu setzen, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Seine Bemühungen ließen mit dem weiteren Kampfverlauf jedoch immer mehr nach. Erst im letzten Durchgang realisierte Salido, was die Stunde geschlagen hatte, doch war es bereits zu spät. Mit einer wenig überzeugenden Leistung schaukelte „Dinamita“ einen einstimmigen und klaren Punktsieg über die Runden.
• Bei den 4,71 % der BoxingPress-Leser, die Michael Moorers (Foto) Duell gegen Eliseo Castillo auf den vierten Rang wählten, dürfte es sich um Boxsportfreunde handeln, die den zweifachen Schwergewichtsweltmeister noch aus besseren Tagen kennen. Doch die glanzvollen Zeiten des „Double M“ sind lange vorbei. Der Achtrunder war durchaus kein schlechter Kampf, die Leistung des 37-jährigen Rechtsauslegers hingegen sehr wohl. Der Moorer aus dem Jahr 2004 trat gegen seinen jüngeren und ungeschlagenen Gegner mit persönlichem Rekordgewicht an, war sichtlich schlecht trainiert und wurde klar ausgeboxt. Immer wieder gelang es dem 29-jährigen Kubaner, den erfahreneren Mann an den Ringseilen zu stellen und mit Kombinationen zu treffen. Der einstimmige Punktsieg für Castillo war verdient, wenn es auch schmerzt, einen ehemals Großen der Gewichtsklasse so chancenlos verlieren zu sehen.
• Den dritten Platz der Umfrage belegt mit 8,82 % der Kampf des US-Amerikaners Bruce Seldon gegen seinen Landsmann Gerald Nobles (Foto) . Nach achtjähriger Pause und zwei kurzrundigen Siegen in Aufbaukämpfen, versuchte „The Atlantic City Express“ mit einem Erfolg gegen den ungeschlagenen Nobles wieder auf sich aufmerksam zu machen. Sein Vorhaben schien anfänglich auch zu gelingen. Doch nachdem er seinen Gegner in der zweiten Runde niedergeschlagen hatte, setzte er nicht weiter nach, obwohl „Jedi“ Nobles auch weiterhin viel zu inaktiv blieb. Der ehemalige Schwergewichtsweltmeister vergeudete die nächsten Runden mit Klammern und Schieben, bis er sich in Durchgang Neun mit starkem Nasenbluten abdrehte und von Ringrichter Tony Weeks auszählen ließ. Seldon hatte entgültig genug, er verschenkte einen möglichen Sieg und krönte einen enttäuschenden Kampf mit einem noch enttäuschenderen Ende.
• Obwohl der Weltmeisterschaftskampf im Schwergewicht zwischen Titelverteidiger John Ruiz (Foto) und seinem Herausforderer Andrew Golota hart umkämpft war und durchaus Unterhaltungswert hatte, sehen ihn 28,82 % der BoxingPress-Leser als den schlechtesten Kampf des Jahres 2004 international an. Zu häufig wurde das Kampfgeschehen durch Klammern und Halten unterbrochen, was bei Kämpfen des WBA-Weltmeisters immer der Fall ist, doch trug auch Andrew Golota mit häufigem Nachschlagen und Treffer auf den Hinterkopf wesentlich dazu bei, dass Ringrichter Randy Neumann immer wieder einschreiten musste. Als zusätzlicher Störfaktor kam noch Norman Stone hinzu. Was dem „Quiet Man“ an Temperament zu fehlen scheint, hat sein Trainer zu viel. Nach zahlreichen verbalen Entgleisungen, Klagedrohungen und Handgreiflichkeiten gegenüber den Betreuern des Herausforderers, hatte Neumann in der achten Runde genug und verbannte den Choleriker in die Umkleidekabine. Es ist Schade, dass sich der Kampf nie richtig entfalten konnte, denn immerhin gelangen dem Herausforderer aus Polen in der zweiten Runde zwei Niederschläge. Auch als sich Ruiz ab der achten Runde auf seine kämpferischen Qualitäten besann, wollte kein ansehnlicher Fight mehr zustande kommen. Zu diesem Zeitpunkt wirkte sein 37-jähriger Gegner bereits müde und abgekämpft. Er nahm immer wieder Haken zu Kopf und Körper und in Runde Neun erlitt Golota zudem einen Cut über dem rechten Auge, der seine Sicht einschränkte. So gelang es Ruiz, die hinteren Runden für sich zu entscheiden und mit einem knappen Punktvorsprung den Titel zu behalten.
• Mit mehr als 55,29 % der Stimmen erhält die Titelverteidigung von John Ruiz gegen Fres Oquendo (Foto) verdient die Bezeichnung schlechtester Kampf des Jahres international. Die Leistungen beider Kämpfer in dieser Auseinandersetzung können nur als schwach bezeichnet werden, selbst an dem Standard einer Ära gemessen, in der man im Schwergewicht mit guten Kämpfen nicht gerade verwöhnt wird. Bei Weltmeisterschaften auf einem so geringen Niveau, kann es auch nicht verwundern, dass die Einschaltquoten im Boxmekka USA sinken und die derzeitige Schwergewichtsszene von vielen Beobachtern sehr kritisch betrachtet wird. In unserem Bericht empfahlen wir damals, den Kampf möglichst schnell wieder zu vergessen. Aber im Rahmen der Umfrage, wird sich mancher Leser schmerzlich erinnert haben: Beide Boxer agierten von Beginn an extrem vorsichtig und schlugen nur vereinzelte Führhände, um danach sofort zu klammern. So war Ringrichter Wayne Kelley der aktivste Mann im Seilgeviert, der alle Hände voll zu tun hatte, die ständigen Clinches zu lösen. Schließlich sah sich Kelley sogar dazu genötigt, beide Boxer darauf hinzuweisen, dass sie sich in einem Boxkampf befänden. Trotz der wiederholten Aufforderung seiner Betreuer, auch mal die Schlaghand zu bringen, agierte Oquendo auch in den mittleren Runden mit einzelnen Jabs, kam aber wenigstens seiner Pflicht als Herausforderer nach, aktiver zu sein. In der neunten Runde schien sich der „Quiet Man“ dann endlich zu erinnern, warum er Boxhandschuhe trug und konnte „Fast Fres“ mit einer Rechten beeindrucken. Aber erst in der elften Runde erlöste Ruiz die Zuschauer, als er mit mehreren unbeantworteten Treffern Kelley dazu verleitete, den wehrlosen Herausforderer aus dem Kampf zu nehmen.
Aber es gibt nicht nur „Wiederholungstäter“ in Sachen schlechter Kämpfe zu verzeichnen. Einige Boxer, die in der letzten Umfrage noch für schwache Kämpfe gerügt wurden, konnten in den letzten 12 Monaten überzeugen. So war Hasim Rahman im Vorjahr noch am schlechtesten Kampf des Jahres beteiligt. Mit seiner beherzten Leistung und dem schnellen Sieg über seinen australischen Gegner Kali Meehan , gelang es ihm, viele Kritiker verstummen zu lassen. Als Pflichtherausforderer des WBC-Weltmeisters Vitali Klitschko wird er 2005 zudem die Chance haben, seinen Aufwärtstrend zu bestätigen. Antonio Tarver konnte den langweiligen Kampf gegen Montell Griffin aus dem Jahr 2003 mit seinem Überraschungssieg über Roy Jones Jr. längst vergessen machen und überzeugte auch im Duell gegen Glen Johnson , obwohl der „Magic Man“ knapp nach Punkten unterlag. Wurde der Kampf zwischen Ronald „Winky“ Wright und Angel Hernandez aufgrund des einseitigen Kampfverlaufs noch als langweilig empfunden, erhielt der Juniormittelgewichtsweltmeister der Verbände WBC und WBA für zwei Punktsiege über Sugar Shane Mosley viel Anerkennung. Bei einem Gegner des Kalibers Mosley sieht man Winky auch gerne nach, dass er den Kampf nicht vorzeitig entscheiden konnte. Mittwoch, 16. Februar 2005
Schlechtesten Kämpfe des Jahres 2004 "national" :
Mit deutlichem Abstand wählten die Leser von BoxingPress das Aufeinandertreffen zwischen Nicolay Valuev und Gerald Nobles zum schlechtesten Kampf des Jahres 2004 national. Abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei folgen mit den Kämpfen Alexander Dimitrenko gegen Julius Francis und Timo Hoffmann gegen Corey Sanders zwei weitere Duelle im Schwergewicht.
• Der Kampf um die Internationale Meisterschaft der WBA im Supermittelgewicht zwischen Vitali Tsypko und Alexander Zaitsev erreichte mit 1,69 % der abgegebenen Stimmen den neunten Platz in der Umfrage. Tsypko bestimmte den Kampf von Beginn an mit seiner rechten Führhand und zeigte über die vollen zwölf Runden eine souveräne Leistung. Zum Leidwesen der Zuschauer wollte keine Spannung aufkommen, denn der ehemalige Europameister aus Russland war zu keinem Zeitpunkt ein ernsthafter Prüfstein für seinen ukrainischen Gegner. Tsypko gewann den einseitigen Kampf folglich klar und einstimmig über die Punkte.
• 2,25 % der Stimmen erhielt der Achtrunder von Malik Dziarra gegen den Belgier Mike Algoet . Der Rechtsausleger aus Brügge bot nicht viel, um den Kampf unterhaltsam zu gestalten. So nahm Malik D. zumindest das Heft in die Hand, fand jedoch nur selten die richtige Distanz, um seine Angriffe präzise abzuschließen, weshalb der Kampf relativ ereignislos verlief. Zwar errang der Supermittelgewichtler aus dem SES-Boxstall einen einstimmigen Punktsieg, konnte aber nicht überzeugen.
• Den sechsten Platz teilen sich die Kämpfe von Lukas Konecny gegen Moritz Mahmudov und Stipe Drews gegen Konstantin Shvets, mit jeweils 2,81 %. Dabei begann der Kampf um die Internationale Deutsche Meisterschaft im Superweltergewicht zwischen Konecny und Mahmudov eigentlich sehr vielversprechend. Beide Boxer hatten während der ersten drei Runden gute Momente, auch wenn Mahmudov mit seiner Führhand leichte Vorteile für sich erarbeitete und offensiver agierte. Doch der Titelverteidiger konnte genug Akzente setzen, um die Auseinandersetzung offen zu gestalten. Leider verloren die Kontrahenten zunehmend den Faden und der Kampf wurde durch ausgiebiges Halten immer zerfahrener. Schließlich gelang Konecny nach zehn Runden die Titelverteidigung durch einen einstimmigen, wenn auch etwas schmeichelhaften Punktsieg. Die Gunst der BoxingPress-User konnte der Tscheche mit dieser Leistung jedoch nicht erringen.
• Ebenso erhielt Stipe Drews wenig Zuspruch für seine Verteidigung des EBU-Titels im Halbschwergewicht gegen den Ukrainer Konstantin Shvets . Weder mit seinem martialischen Kampfnamen „Knuckle Duster“, noch mit seinem boxerischen Können, gelang es dem Herausforderer, die Punktrichter zu beeindrucken, weshalb er keine der zwölf Runden gewann. Der sichtlich unterforderte Drews schaukelte einen Punktsieg über die Runden, verlor dabei aber immer mehr die Konzentration und auch die boxerische Linie, was Punktrichter Luigi Muratore wohl auch dazu veranlasste, sechs Runden unentschieden zu geben. Styles make fights, schlechtes Matchmaking nicht.
• Auf dem fünften Platz findet sich erneut ein Kampf des Internationalen Deutschen Meisters im Supermittelgewicht, Malik Dziarra , diesmal gegen den Berliner Ibrahim Uzunkaya . Sowohl Uzunkaya wie auch Malik D. können eine beachtliche KO-Quote in ihren Kampfrekorden nachweisen, was bereits ein vorzeitiges Ende versprach. So sollte es dann auch kommen. Im vierten Durchgang traf der Titelverteidiger mit einem sehenswerten Uppercut, der seinen 30-jährigen Kontrahenten in den Ringstaub beförderte. Uzunkaya konnte sich von diesem Treffer nicht mehr erholen. Deutlich angeschlagen setzte er den Kampf fort, um noch in der gleichen Runde zwei weitere Niederschläge zu erleiden, die das vorzeitige Aus für ihn bedeuteten. Was 3,37 % der BoxingPress-User dazu veranlasste, den Kampf zum schlechtesten des Jahres zu küren, will sich dem Autoren nicht erschließen; ebenso wenig die Nominierung.
• Das Publikum in Budapest war bereit, seinen „Madár“ zu feiern, als WBO-Weltmeister Zsolt Erdei seinen Titel vor heimischer Kulisse gegen Alejandro Lakatus verteidigte. Doch wie bei anderen UBP-Schützlingen zuvor, stand der sportliche Auftritt in der Heimat unter keinem guten Stern. Der Feuervogel ließ an diesem Abend das rechte Feuer vermissen und mühte sich gegen den Rumänen, der wie üblich beherzt aber limitiert boxte, zu einem glanzlosen Arbeitssieg. Erdei war bemüht, das Duell über die lange Distanz zu bestimmen, jedoch fehlte es ihm an der nötigen Kondition, weshalb er sich in den letzten Runden sichtlich quälen musste. Nach den beiden ersten, wenig überzeugenden Titelverteidigungen, bietet sich dem sympathischen Ungarn am 26. Februar im Rückkampf gegen Hugo Hernan Garay die Möglichkeit, wieder zu überzeugen. Dann bleibt ihm ein vierter Rang in der Umfrage für 2005 hoffentlich erspart.
• Platz drei belegt die Auseinandersetzung zwischen Timo Hoffmann und Corey Sanders , die 10,11 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die Platzierung kann nicht wirklich überraschen, hatte dieser Kampf doch alles zu bieten, was einen Kandidaten für den schlechtesten Kampf des Jahres ausmacht: Lange Klammerorgien, wenige Aktionen und einen einseitigen Verlauf. Es dauerte ein paar Runden, bis sich „Die deutsche Eiche“ aus der Umarmung seines us-amerikanischen Gegners lösen konnte und über den Jab allmählich zu klareren Aktionen fand. Konnte „T-Rex“ Sanders in den ersten Runden noch sprichwörtlich mithalten, genügten dem Schwergewichtler aus Eisleben im weiteren Verlauf der zwölf Runden wenige Treffer, um den Kampf einstimmig nach Punkten zu gewinnen.
• „Größtenteils harmlos“, lautet eine Beschreibung unseres Heimatplaneten in Douglas Adams´ Bestseller „Per Anhalter durch die Galaxis“. So ließen sich auch die Bemühungen des Alexander Dimitrenko gegen den erfahrenen Veteranen Julius Francis zusammenfassen. Über acht lange Runden versuchte sich der 22-jährige Ukrainer einfallslos und vorhersehbar an der Deckung des Gegners, allerdings mit überschaubarem Erfolg. Die Angriffsbemühungen des Engländers tendierten jedoch gegen Null, was einige Zuschauer zu der Spekulation verleitete, dem Gastboxer sei das Schlagen verboten worden. Tatsächlich begnügte sich Francis damit, seinen Bewegungsradius auf einen imaginären Bierdeckel zu beschränken und sich hinter der Deckung zu verschanzen. So grotesk es auch anzusehen war, gewann der UBP-Schützling verdient alle Runden. 25,84 % erreichte diese Sparringseinheit vor Publikum in der Umfrage und somit einen verdienten zweiten Platz.
• Gewöhnlich versteht der russische Schwergewichtler Nicolay Valuev seine Körpergröße von 2,13 m und die damit verbundene Masse zu seinem Vorteil zu nutzen. Allerdings bringen solch gewaltige Ausmaße auch Nachteile mit sich, was jedem Beobachter sofort auffällt, wenn der Riese aus St. Petersburg eher behäbig und ungelenk im Ring agiert. Nicht selten sind seine Boxkämpfe durch krasse Größen- und Gewichtsunterschiede eigenartig anzuschauen, was auch bei dem Gefecht gegen den US-Amerikaner Gerald Nobles nicht anders war. Zwar hatte der Gastboxer scheinbar so viel Gewicht auf die Rippen gepackt, wie er konnte, aber nur auf vergleichsweise zwergenwüchsige 1,82 m Größe verteilt. Dennoch hatte Nobles vor der körperlichen Überlegenheit Valuevs weniger Respekt, als viele Boxer vor ihm und versuchte sich nach kurzer Abtastphase im Angriff. „The Jedi“ traf mit Kombinationen zu Kopf und Körper, doch einige seiner Schläge waren zu tief angesetzt, was ihm bereits in der zweiten Runde einen Punktabzug einbrachte. Nicht nur die 30 cm Größenunterschied dürften bei den Tiefschlägen eine Rolle gespielt haben, sondern auch die zu weit hochgezogene Hose des Russen. So war es nicht verwunderlich, dass der Gastboxer aus Philadelphia auch in der folgenden Runde mit einzelnen Schlägen seiner Kombinationen, die zum Körper gezielt waren, unterhalb des Hosenbunds traf. Ringrichter Mikael Hook zog ihm zwei Punkte ab und blieb auch weiterhin seiner konsequenten Linie treu. Etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte wohl nicht geschadet, denn den Treffer auf die Hüfte, der für Nobles in der vierten Runde zur Disqualifikation führte, schien Valuev kaum registriert zu haben.
Sicherlich war der US-Amerikaner durch seine gute Platzierung beim Verband WBA und durch den Umstand, dass er zuvor in 24 Kämpfen ungeschlagen blieb, ein interessanter Gegner aus der Sicht des Veranstalters. Doch aufgrund des erheblichen Größenunterschieds stellt sich die Frage, ob bei dieser Ansetzung ein ansehnlicher Kampf überhaupt zu erhoffen war. Aus sportlicher Sicht hätte es gewiss eine bessere Gegnerwahl für Nikolay Valuev gegeben. Es ist daher verständlich, dass die Zuschauer in der Halle ihrem Unmut über den enttäuschenden Kampf lautstark kundtaten und mehr als 46 % der BoxingPress-Leser dies mit ihrer Wahl zum schlechtesten Kampf des Jahres nochmals tun. Sonntag, 20. Februar 2005