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Urkal bleibt Europameister, Hoffmann neuer WBO-Interkontinentalmeister


Urkal bleibt Europameister, Hoffmann neuer WBO-Interkontinentalmeister

Gleich drei Titelkämpfe wurden am vergangenen Samstagabend in der gut besuchten Erdgas-Halle in Riesa von den Boxern des Promoters Wilfried Sauerland ausgetragen. Neben dem Hauptkampf, der Titelverteidigung des Europameisters im Halbweltergewicht Oktay Urkal (BP-Nr. 5) , erkämpfte sich Schwergewichtler Timo Hoffmann den Titel des WBO-Interkontinentalmeisters. Im dritten Titelkampf verteidigte Cruisergewichtler Rüdiger May (BP-Nr. 20) umstritten seinen EU-Titel. Oktay Urkal sicherte sich mit seinem ein wenig zu souveränen Sieg das Ticket für einen Weltmeisterschaftskampf nach WBA-Version am 10. Januar in Berlin.

Rene Dettweiler vs. Vadislav Druso, Schwergewicht, angesetzt auf 4 Runden

In einem unspektakulären Kampf schlug Wolke-Schützling und die neue Schwergewichtshoffnung im Sauerland-Stall Rene Dettweiler (Foto, 3-0-0, 2 KOs) den tschechischen Gastboxer Vadislav Druso (4-10-0, 2 KOs), der mit seinem Kampfgewicht von 90,5 kg nach dem neuen internationalen Reglement eigentlich eher ins Cruisergewicht gehört, klar nach Punkten. Der noch etwas statisch boxende Rechtsausleger konnte im Verlauf des Kampfes seinen Gegner einmal mit einem linken Körperhaken zu Boden bringen, was jedoch nicht als Niederschlag gewertet wurde.

Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Rene Dettweiler

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Cengiz "Khan" Koc vs. Marcel "The Highlander" Zeller , Schwergewicht, angesetzt auf 6 Runden

Nach acht Monaten der Zwangspause aufgrund Verletzungen, Erkältungen und einer Mittelohrentzündung stand Cengiz "Khan" Koc (Foto, 15-0-0, 11 KOs) gegen den Neuzugang beim FLP-Stall von Detlev Loritz, Marcel "The Highlander" Zeller (3-0-0, 3 KOs), der standesgemäß mit Schottenröckchen antrat, wieder im Ring.

Zeller, der vom Prinzip her über gute Anlagen verfügt, boxte viel zu durchschaubar und ideenlos gegen den Routinier aus dem Sauerland-Stall. Zwar ging er respektlos, aggressiv und mutig gegen den Favoriten vor, was vom Publikum auch honoriert wurde, verfügte jedoch über keinerlei taktische Marschroute. Auch muss er noch lernen, dass schnelle Schlagkombinationen auf die Deckung des Gegners auch dann keine Punkte bringen, wenn man dabei martialische Kampflaute von sich gibt.

Ab der Runde drei begann der "Highlander" aus der Nase zu bluten und kompensierte seine einsetzenden Konditionsschwierigkeiten mit Beschwerden beim Ringrichter wegen angeblichen Schlagens auf den Hinterkopf seitens des Berliner Türken. Der Referee ließ sich jedoch nicht beirren und ließ weiterboxen. In Runde sechs erwischte Dettweiler seinen Gegner kurz auf dem falschen Fuß und konnte ihn zu Fall bringen, was jedoch nicht als Niederschlag gewertet wurde. Der Loritz-Schützling bot einen attraktiven und beherzten Kampf und sollte für die Zukunft - zumindest in der deutschen Boxszene - im Auge behalten werden. Der Sieger des Kampfes jedoch hieß vollkommen zu Recht Cengiz Koc.

Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Cengiz Koc

Rüdiger May vs. Vincenzo Rossitto , EU-Meisterschaft im Cruisergewicht, angesetzt auf 10 Runden

Urkal bleibt Europameister, Hoffmann neuer WBO-Interkontinentalmeister

In einem umstrittenen Kampf verteidigte Rüdiger May (Foto, BP-Nr. 20, 37-2-2, 8 KOs) seinen EU-Cruisergewichtstitel gegen den italienischen Herausforderer Vincenzo Rossitto (25-1-2, 14 KOs). Als allererstes fiel das Novum der Reklameführung in diesem Kampf unangenehm auf. Nur beide Rückenbemalungen der Boxer im Zusammenhang ergaben eine vollständige Werbung. Sollte diese negative Entwicklung so weitergehen, wird es kaum mehr möglich sein, ästhetische Bilder von Kämpfen zu sehen, bei denen sich zwei Litfasssäulen sportlich messen.

Der würdige Herausforderer nahm seine Aufgabe sehr ernst, befand sich den gesamten Kampfverlauf über im Vorwärtsgang und setzte den deutschen Titelverteidiger permanent unter Druck. May hingegen kämpfte mit dem bekannten Stil, konterte aus dem Rückwärtsgang und versuchte, seine Reichweitenvorteile zu nutzen. Der Kampf selber verlief sehr wechselhaft. Es gab für beide Boxer einige klare Runden, aber auch genug, die man so oder so hätte werten können. Auf dem BP-Punktezettel stand es am Ende des Kampfes 96:94 für den Italiener.

Daniel van de Wiele (Belgien): 96:96 Jean Louis Legland (Frankreich): 95:95 Soren Saugmann (Dänemark): 95:95

Dieses Unentschieden ist durchaus schmeichelhaft für Rüdiger May, kann jedoch aufgrund der teilweise wirklich knapp verlaufenden Runden nicht als Skandalurteil gewertet werden. Das Publikum hingegen zeigte sich enttäuscht, feierte den Italiener während seiner "Ehrenrunde" und pfiff den Titelverteidiger May - wie beim Kampf gegen Frederic Serrat - gnadenlos aus.

Timo Hoffmann vs. Zuri Lawrence , WBO-Interkontinentalmeisterschaft im Schwergewicht, angesetzt auf 12 Runden

Timo Hoffmann (Foto, 27-3-0, 16 KOs), der sich von Trainer Manfred Wolke getrennt hat und bei seinem Jugendtrainer Detlev Schulze trainiert, versuchte viereinhalb Monate nach seiner Schlappe gegen Henry Akinwande diese Scharte auszuwetzen. Als Gegner wurde der nicht allzu schwer zu besiegende US-Amerikaner Zuri Lawrence (18-8-4, 0 KOs) verpflichtet, der mit seinen 1,91 m ganze elf cm kleiner und mehr als zehn kg leichter war als der 2,02 m große und 113 kg schwere Deutsche.

Der Gastboxer war zwar beweglicher und schneller, überschätzte seine Reaktionsfähigkeit aber maßlos. Teilweise kämpfte er sogar ohne Deckung und ließ den linken Arm hängen, schaffte es dann aber nicht, seinen Kopf aus der Linie zu bringen, wenn Timo Hoffmann seine Reichweitenvorteile ausnutzte. Auch wenn sich der Amerikaner ab und zu hinter einer Art Doppeldeckung verschanzte, unterschätzte er die Schlagkraft und die physischen Vorteile des Deutschen und blieb einfach stehen.

In der neunten Runde rächte sich diese Phantasielosigkeit und der Gastboxer fand sich auf dem Ringboden wieder. Der nachsetzende gelernte Konditor konnte zwar direkt danach noch einen schweren rechten Kopfhaken abringen, der jedoch keinen zweiten Niederschlag brachte. In den letzten Runden des Kampfes musste Lawrence noch mehrmals schwere Schläge einstecken, blieb aber tapfer stehen.

Als Empfehlung oder gar als angestrebte "Rückmeldung in der Weltspitze" kann dieser Kampf keinesfalls gewertet werden. Lawrence war physisch stark unterlegen, taktisch falsch bzw. gar nicht eingestellt und schätzte seine eigenen Fähigkeiten vollkommen falsch ein. Timo Hoffmann besiegte in diesem Kampf einen überforderten Gegner und errung glanzlos den Titel des Interkontinentalmeisters der WBO.

Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Timo Hoffmann

Oktay Urkal vs. Krzysztof Bienias , Europameisterschaft im Halbweltergewicht, angesetzt auf 12 Runden

"Wie Saleta" wolle er es machen, tönte der polnische Herausforderer im Vorfeld und spielte damit auf den kleinen Sensationssieg seines Landsmannes Przemyslaw Saleta an, der im Kampf gegen Luan Krasniqi von Universum Boxpromotion acht Runden lang trotz des nicht aufzuholenden Punkterückstandes partout nicht zu Boden gehen wollte und Krasniqi entnervt und ermüdet vollkommen unerwartet den Kampf aufgab.

Offensichtlich hatte sich der IBF-Juniorenweltmeister etwas zuviel zugemutet. Zwar war er abgesehen von seinem Profidebütkampf ungeschlagen, gewann sechs seiner siebzehn Siege durch KO und besiegte in seinem letzten Kampf den Ex-WKA-Kickbox-Weltmeister Muzaffer Tosun nach Punkten, gegen Oktay Urkal (Foto oben, BP-Nr. 5, 33-1-0, 11 KOs) jedoch lieferte Krzysztof Bienias (18-1-0, 6 KOs) alles andere als eine solide Leistung ab.

Bereits in der Auftaktrunde nahm der Europameister das Heft in die Hand und gab es in keiner Runde wieder ab. In den ersten Runden kämpfte der Titelverteidiger relativ verhalten gegen seinen polnischen Herausforderer, über den er laut eigener Aussage auch nicht viel wusste. In den späteren Runden wurde er variabler in seinen Schlagkombinationen und probierte einiges aus, ohne jedoch wirklich zu glänzen.

In der vierten Runde kam der Herausforderer, der nicht den Eindruck machte, als wäre er wirklich nach Deutschland gekommen, um zu siegen, mit seiner einzigen guten Attacke des ganzen Kampfes durch: einem rechten Kopfhaken. Selbst dieser hinterließ jedoch keinerlei Schlagwirkung beim Berliner Türken.

Im weiteren Verlauf des Kampfes schlug der Pole immer weniger und immer schwächer, ohne jedoch wirklich körperliche Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Trotz seiner 19 Kämpfe scheint der Pole für solche Aufgaben einfach noch nicht reif genug zu sein. Der Europameister wog sich in Sicherheit und konnte ungehindert jede Runde auf seinem Konto verbuchen. Als Vorbereitung für einen Weltmeisterschaftskampf war dieser Fight nur wenig geeignet. Auch muss sich der Titelverteidiger den Vorwurf gefallen lassen, dass er - und sei es nur für das Publikum - etwas aggressiver hätte vorgehen können. Zwar marschierte er die gesamten zwölf Runden unentwegt nach vorne, setzte aber bei Gelegenheiten und Lücken in der Deckung des Gegners nicht entschlossen genug nach.

Daniel van de Wiele (Belgien): 120:107 Urkal Jean Louis Legland (Frankreich): 120:108 Urkal Soren Saugmann (Dänemark): 120:108 Urkal

Tomas Vican vs. Arthur Abraham , Mittelgewicht, angesetzt auf 6 Runden Offizielles Urteil Sieger Abraham durch KO 2. Runde

Petr Rykala vs. Alexander Abraham , Halb-Mittelgewicht, angesetzt auf 4 Runden Offizielles Urteil: Sieger Abraham durch KO 2. Runde

Mirko Penz vs. Alexander Sipos , Halb-Mittelgewicht, angesetzt auf 4 Runden Offizielles Urteil: Sieger Sipos durch KO 1. Runde

Francisco Antonio Mora vs. Vitali Tsypko (BP-Talent) , Supermittelgewicht, angesetzt auf 10 Runden Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Vitali Tsypko


Dieser Beitrag im Archiv

Der Beitrag stammt vom 06. Februar 2004 und steht in der Rubrik Kampfberichte. Sie versammelt 35 Beiträge aus dem Archiv, 5 davon aus demselben Jahr. Der ursprüngliche Beitrag umfasst 1.346 Wörter Fließtext und liegt damit an 17. Stelle des Umfangs innerhalb dieser Rubrik. Die Einordnung folgt der Adresse, unter der er ursprünglich erschienen ist, und nicht einer nachträglichen Bewertung des Inhalts: Eine heute vorgenommene Zuordnung wäre eine Vermutung, und eine falsche Vermutung fiele später niemandem mehr auf.

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Genannt werden in diesem Beitrag Timo Hoffmann und Oktay Urkal. Ein vollständiger Kampfrekord ist zu keinem dieser Namen erhalten. Weitere Beiträge, in denen sie vorkommen, erschließt der Boxerindex, der die Namen quer durch alle Rubriken zusammenführt.

In der zeitlichen Folge seiner Rubrik steht der Beitrag an 11. Stelle von 35. Davor liegt Markus Beyer vs. Danny Green - Die Vorkämpfe aus 2004. Danach folgt Klitschko vs. Brewster und Spinks vs. Judah - Der Bericht aus 2004. Diese Reihenfolge ist die des Erscheinens und nicht die der Bedeutung; sie eignet sich, um einen Zeitraum am Stück zu lesen, und weniger, um einen einzelnen Namen zu verfolgen. Dafür ist der Boxerindex der kürzere Weg.

In derselben Rubrik stehen unter anderem Vitali Klitschko vs. Corrie Sanders - Der Bericht, Regina Halmich vs. Elena Reid - Der Bericht und Markus Beyer vs. Danny Green - Die Vorkämpfe. Der Weg durch das Archiv führt entweder über die Rubrik, wenn ein Zeitraum gesucht wird, oder über den Boxerindex, wenn ein Name gesucht wird. Für die reinen Zahlen einer Karriere sind die Kampfrekorde der kürzeste Weg, und zwei davon lassen sich im Rekord-Vergleich unmittelbar nebeneinanderlegen.

Häufige Fragen zu diesem Beitrag

Wann ist dieser Beitrag erschienen und in welcher Rubrik steht er?

Er trägt das Datum 06. Februar 2004 und gehört zur Rubrik Kampfberichte, die im Archiv 35 Beiträge umfasst. Aus dem Jahr 2004 stammen davon 5.

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Welche Boxer werden in diesem Beitrag genannt?

Namentlich Timo Hoffmann und Oktay Urkal. Zu keinem dieser Namen ist im Archiv ein vollständiger Kampfrekord erhalten. Weitere Beiträge zu einem bestimmten Namen erschließt der Boxerindex.

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Innerhalb der Rubrik Kampfberichte steht dieser Beitrag an 11. Stelle von 35. Davor liegt "Markus Beyer vs. Danny Green - Die Vorkämpfe" aus 2004. Danach folgt "Klitschko vs. Brewster und Spinks vs. Judah - Der Bericht" aus 2004.

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