Kampfberichte Kampfbericht
Markus Beyer vs. Danny Green - Die Vorkämpfe
Passt eine Boxveranstaltung in die Boxengasse? Eine kritische Auseinandersetzung des Mottos "Boxen meets DTM" und eine ausführliche Berichterstattung der Rahmenkämpfe vom Nürburgring.
Die Weltmeisterschaft zwischen Markus Beyer (BP-Nr. 6) und Danny Green (BP-Nr. 20) brachte ein Novum in die Geschichte des Boxens. Erstmals versuchte man, eine Motorsport- und eine Boxveranstaltung gemeinsam abzuhalten. Die einzige Gemeinsamkeit war jedoch, dass man sowohl für die Boxveranstaltung, als auch für die Motorsportveranstaltung eine Eintrittskarte kaufen musste, was eine nicht unbedeutende finanzielle Mehrbelastung von mindestens 14 € bedeutete.
Schon bei der Bestellung bei einem Online-Ticketportal wurde man darauf hingewiesen, dass man zusätzlich zur Eintrittskarte für die Boxveranstaltung auch eine Eintrittskarte für die DTM-Veranstaltung kaufen müsse, wobei diese auch den Zutritt zum Fahrerlager beinhalten müsse. Dem Boxfan blieb also gar nichts anderes übrig, als auch eine solche Karte zu kaufen. Warum man dem sportbegeisterten Kaufinteressenten nicht gleich mit der Eintrittskarte zur Boxveranstaltung auch den Zutritt zum Nürburgring gewährte, bleibt das Geheimnis der Veranstalter. Selbstverständlich gab es auch für den Boxsportfan die Möglichkeit, diversen Autorennen beizuwohnen, sofern man schon am Mittag zum Nürburgring gelangte. Was war aber mit dem Boxfan, der erst zu Beginn der Boxveranstaltung in die Eifel gelangte?
Zunächst musste dieser feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, einen Parkplatz am Nürburgring zu finden. Hatte er einen solchen gefunden, konnte er endlich den Nürburgring betreten. Die netten Ordner gaben auch freundlich Auskunft, wo denn die Boxveranstaltung stattfand, nämlich in einer Art Zirkuszelt, das am Anfang der Boxengasse aufgebaut war. Um zu diesem Zelt zu gelangen musste die "Michelin-Brücke" überquert werden, die man nur dann betreten durfte, wenn man stolzer Besitzer einer Karte mit Zutritt zum Fahrerlager war. Nach Überschreiten besagter Brücke stand man unmittelbar vor dem Boxzelt. Pünktlich um 19.00 Uhr war der Beginn der Rahmenkämpfe. Der Sauerland GmbH ist ein Kompliment zu machen, denn das Zeitmanagement war ideal, unmittelbar nach Ende eines Kampfes wurden auch schon die nächsten Kämpfer in den Ring gerufen. So endete auch der Kampf des Sauerland-Schützlings Kai Kurzawa erst um 22.15 Uhr. Bedingt durch diese "hervorragende" Zeitplanung konnte der Zuschauer der Boxveranstaltung aber gar nicht die Möglichkeit wahrnehmen, die Motorsportveranstaltung zu bestaunen, sofern er sich eben z.B. für den VW-Lupo-Cup interessierte.
Man merkte jedoch trotzdem, dass man sich am Nürburgring befand, denn zumindest akustisch war im Zelt der Motorsport wahrzunehmen. Diese "besondere Atmosphäre" war jedoch ungemein störend. Als absolutes Highlight wurde der Start eines DTM-Fahrzeugs aus dem Boxzelt angekündigt. So konnte man unmittelbar nach Ende des letzten Rahmenkampfes vermerken, dass das Fahrzeug des ehemaligen Formel-1 Piloten Bernd Schneider in die Halle gebracht wurde. Da nun die Live-Übertragung der ARD begann, wurde der Saarländer zunächst interviewt. Das Interview wurde jedoch nicht in die Halle übertragen, man musste sich mit dem Blick auf Schneider und dessen Auto begnügen. Schließlich kletterte der aus St. Ingbert stammende Rennfahrer in sein Auto, gab zweimal Gas und rollte aus dem Zelt. Mit leicht höhnischem Gelächter wurde dieses "Highlight" im Anschluss bedacht. Nun wurde die ARD-Übertragung auch in der Halle gezeigt, das Rennen um die "Super-Pole" stieß jedoch nur auf bedingtes Interesse, man war eher gespannt auf den folgenden Hauptkampf. Bernd Schneider fuhr übrigens auf den sechsten Startplatz, ungewöhnlich schlecht für diesen Ausnahmepiloten. Ob die Showeinlage seiner Konzentration genutzt hat, darf zumindest angezweifelt werden.
Unmittelbar nach der Übertragung der Qualifikation um die "Super-Pole" begann der Einmarsch von Danny Green (BP-Nr. 20) . Dies hatte zur Folge, dass einige Motorsportfans, die einmal einen Boxkampf verfolgen wollten, bis zur Mitte der zweiten Runde in das Boxzelt kamen, was sowohl Unruhe als auch Sehbeeinträchtigungen zur Folge hatte.
Als Resümee ist zu ziehen, dass das Motto "Boxen meets DTM" eher als "Boxfan must pay" verstanden werden konnte. Die Veranstalter sollten künftig auf eine solche Melange verzichten.
Der aus Köln stammende 23-jährige Abraham konnte in seinem Profidebüt überzeugen und schlug seinen völlig überforderten Gegner aus Neuwied vorzeitig in Runde drei.
Der Promoter musste bei dem 20-jährigen Dettweiler lange Überzeugungsarbeit leisten, bis dieser sich entschloss, einen Profivertrag zu unterschreiben. Ähnlich zögerlich ging der junge Mann auch im Ring zu Werke. Zwar konnte man erkennen, dass der aus Frankfurt/Oder stammende Mann über eine gute Amateur-Schule verfügt, aber gegen den 34-jährigen Mann aus dem FLP-Team von Detlef Loritz konnte Dettweiler in keiner der vier Runden überzeugen. Vielmehr machte Dunklau den Kampf, wobei seine Aktionen oft technisch unsauber und hektisch wirkten. Nach Ende des Kampfes werteten die Punktrichter den Kampf für Dettweiler, während BoxingPress den Kampf zugunsten des aus Witten stammenden Schwergewichtlers wertete.
Der Kampf um die WBC-Internationale Meisterschaft versprach schon von den Namen her eine gute und ausgeglichene Paarung. Zu Beginn des Kampfes zeigten beide Kontrahenten, dass sie gewillt waren, den Kampf vorzeitig zu gewinnen. Die ersten beiden Runde wertete BoxingPress zugunsten des Herausforderers aus Italien, die Runden drei und vier zugunsten des Deutsch-Türken. Auch in der fünften Runde war das Gefecht ausgeglichen, bis es Aguzüm (Foto) mit einem gewaltigen Körpertreffer schaffte, seinen Gegner zu Boden zu schicken. Dieser schaffte es nicht mehr, auf die Füße zu kommen. Sieger durch KO in Runde fünf für den Mann aus dem Sauerland-Camp, der sich für höhere Aufgaben empfiehlt.
Mit Spannung wurde der Auftritt des längsten aktiven Boxers erwartet. Das Beeindruckendste an dem 147 kg schweren Russen ist jedoch seine Physis, im Ring kann "The Beast From The East" überhaupt nicht überzeugen. Der kurzfristig für Timo Hoffmann verpflichtete Riese verfügt weder über eine ausgefeilte Technik noch über Schlagkraft. Lediglich bedingt durch seine enorme Reichweite und körperlichen Voraussetzungen ist er in der Lage, seine Kämpfe gegen Gegner der dritten Kategorie wie den Australier Mirovic zu gewinnen. Irgendwie passte die Vorstellung Valuevs (Foto) in die Stätte der Boxveranstaltung, die von außen wie ein Zirkuszelt aussah. Ein glanzloser Sieg nach acht Runden für den 29-Jährigen aus St. Petersburg.
Im spannendsten Kampf des Abends lieferten sich die beiden Kontrahenten eine ausgeglichene Auseinandersetzung um den IBF-Intercontinental-Titel. Der Titelverteidiger aus Russland konnte die Anfangsrunden für sich entscheiden. Der aus Rottweil stammende Arslan (Foto) zeigte zunächst noch Respekt vor der Schlagkraft seines Gegners, um dann in der Folge die kurzzeitigen konditionellen Schwächen Tokarevs zu nutzen, der sich jedoch immer wieder erholen konnte, um dann mit seinem aggressiven Stil den Kampf zu bestimmen. In Runde elf schien der Titelverteidiger völlig am Ende. Viele hofften, dass Firat Arslan nun durch eine beherzte Leistung in Runde zwölf die Entscheidung herbeiführen könne, doch Tokerev mobilisierte seine letzten Kräfte und fightete beherzt. Nach dem Schlussgong werteten die Punktrichter den Kampf unentschieden (115:113, 113:115, 114:114), so dass Tokerev seinen Titel verteidigte. BoxingPress wertete den Kampf 115:113 zugunsten des Mannes aus Russland.
Der Schützling von Meistertrainer Manfred Wolke löste seine Aufgabe gegen den Mann aus dem Kongo souverän. Mock war keinesfalls als Verlierer eingekauft worden und konnte seine fehlende Schlagkraft mit seinem außergewöhnlichen Bewegungstalent wettmachen. Kurzawa (Foto) stellte sich sehr gut auf die schnellen Bewegungen des Schwarzafrikaners ein und siegte verdient nach Punkten.