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Spotlightboxabend aus Sölden - Der Bericht
Spotlight, der „kleine Bruder“ von Universum Boxpromotion, veranstaltete am gestrigen frühen Abend erneut in Sölden, Österreich. Hauptkampf des Events war dabei der Kampf im Schwergewicht zwischen dem noch ungeschlagenen Ukrainer Vladimir Virchis (BP-Talent) und dem in Deutschland bestens bekannten Michael Sprott (Foto oben) aus England um den Intercontinental-Titel der WBO. Die Vorzeichen des Kampfes waren klar. Auf der einen Seite der hart schlagende „Hunter“, der nach seinem Sieg gegen Taras Bidenko zum neuen Hoffnungsträger für Spotlight aufgestiegen ist und auf der anderen Seite der erfahrende Gastboxer von der Insel, für den der Sprung an die Spitze bisher zu groß war, der aber immer wieder für eine faustdicke Überraschung sorgen kann.
Auch gegen Virchis hatte Sprott offensichtlich nicht vor, den Kampf freiwillig zu verlieren und präsentierte nach einem Abtasten in der ersten Runde schon in der Anfangsphase des Kampfes den vermeintlichen Schlüssel zu einem erfolgreichen Kampf, als er seine Schnelligkeitsvorteile ausnutzte und immer wieder mit der Linken, teils als Gerade, teils als Haken geschlagen, Treffer setzen konnte. Virchis hingegen setzte auf seine Schlagkraft und versuchte mit Einzellschlägen zum Erfolg zu kommen, was aber eher schlecht als recht gelang. Demzufolge gehörte die Anfangsphase dem ehemaligen Hoffmann-Gegner Michael Sprott.
Erst mit der vierten Runde konnte der ukrainische „Jäger“ den Kampf offener gestalten und machte mehr Druck, ohne jedoch die Schlagzahl entscheidend zu erhöhen. Dies tat am Ende der fünften Runde wieder sein Gegner, der in den Schlusssekunden einige harte rechte und linke Hände anbrachte, die dem Favoriten die Knie weich werden ließen. Jedoch verhinderten ein beherzter Klammergriff und das Rundenende eine Entscheidung zu diesem Zeitpunkt.
Zu Beginn der sechsten Runde hatte sich der Titelträger wieder erholt und fand zurück in den Kampf. So konnte er von den folgenden vier Runden zumindest zwei für sich entscheiden, auch weil sein Gegner die Anzahl seiner klaren Aktionen herunterfuhr. Wenn er sich jedoch entschloss, seine Geschwindigkeit einzusetzen, traf insbesondere die Linke immer wieder klar.
Mit dem Beginn des letzten Viertels lag der Engländer klar nach Punkten vorne und man erwartete nun die stürmischen Angriffe des ukrainischen Riesen, der bisher nur seine Nehmerfähigkeiten unter Beweis gestellt hatte. Doch man wartete, um es vorneweg zu nehmen, vergebens. Virchis gelang es zwar, Michael Sprott in der elften Runde zu Boden zu zwingen, allerdings nur mittels einer griechisch-römischen Ringereinlage, die folgerichtig keine Punkte einbrachte. Dagegen konnte der beherzt kämpfende Engländer auch in der Schlussrunde noch punkten und den Durchgang für sich gestalten.
Somit kam es, wie es kommen musste und die Punktrichter mussten die finale Entscheidung treffen. Wer jetzt Schlimmes befürchtete, wurde nicht enttäuscht: Andre Van Grootenbruel (115:113), Joachim Jacobsen (115:113) und Arthur Ellensohn (116:113) werteten unter den wütenden Pfiffen des Publikums allesamt für den alten und neuen Titelträger, den rein zufällig beim Veranstalter unter Vertrag stehenden Vladimir Virchis.
Der Punktzettel des Autors Andreas Kämpfe sah hingegen so aus:
Vielleicht sollte sich der bei dieser Veranstaltung federführende Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) das Urteil und die daran Beteiligten einmal etwas genauer anschauen. Schließlich hat sich der BDB schon in die Präambel seiner Satzung geschrieben: Der Bund Deutscher Berufsboxer e.V […]richtet seine Tätigkeit in herausragendem Maße am Gebot der sportlichen Fairness aus. - Der dafür zuständige „Vizepräsident Sport“, Artur Ellensohn, war jedenfalls hautnah dabei….
Unabhängig vom Urteil lässt sich außerdem noch sagen, dass man Vladimir Virchis beruhigt von der Liste der potentiellen Schwergewichtsstars streichen kann. So eindimensional und vor allem langsam, wie sich der „Hunter“ in Sölden präsentierte, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Boxer von Format seine Schnelligkeit so einsetzt, dass es keiner Punktzettel mehr bedarf.
In einem weiteren Kampf holte sich Spotlight-Schützling Denis Boytsov seinen elften KO-Sieg im elften Profikampf. Der Russe hatte zunächst große Probleme, den ständig flüchtenden Zoltan Petranyi zu stellen. So gelang beiden Boxern in der ersten Runde kaum ein nennenswerter Treffer. In Durchgang zwei schickte Boytsov seinen Gegner dann mit einer krachenden Rechten zu Boden, woraufhin dieser von Ringrichter Joachim Jacobsen ausgezählt wurde.
Ebenfalls überzeugen konnte Superleichtgewichtler Freddy Chura , der seinem Gegner Siarhei Tushnalobau nicht den Hauch einer Chance ließ und vorzeitig in der Eröffnungsrunde gewann.
Supermittelgewichtler Denis Inkin siegte gegen Valentin Antonio Ochoa durch technischen KO in Runde 5.
In der gleichen Gewichtsklasse gewann in einem auf sechs Runden angesetzten Kampf Lukas Wilaschek nach Punkten gegen Siarhei Navarka .
Susi Kentikian gewann alle sechs Runden gegen Maria Kriwoschapkina und damit ihren Kampf im Juniorfliegengewicht nach Punkten.
Schwergewichtler Egon Roth blieb auch gegen Luis Oscar Ricali ungeschlagen und darf sich einen einstimmigen Punktsieg in das Rekordbuch eintragen.
Ebenfalls einstimmig nach Punkten blieb Weltergewichtler Joel Mayo gegen Sergey Shnip siegreich. Mittwoch, 14. Dezember 2005